EINTRACHT // Gesellschaftliche Verantwortung

Eintracht Braunschweig startete im Januar 2014 das Aktionsjahr für Toleranz, Vielfalt und Respekt und beendete dieses offiziell am 16. Juli 2015. Alle Informationen sowie Bilder zur Abschlussveranstaltung im EINTRACHT-STADION, an der 350 Gäste teilnahmen, gibt es unter folgendem Link

Die umfangreiche und farbenfrohe Broschüre zum Abschluss des Aktionsjahres steht hier als PDF zum Download zur Verfügung.

Rückblick auf das Aktionsjahr

Initiatoren des Aktionsjahres waren Eintracht Braunschweig – Gesamtverein und GmbH & Co. KGaA – sowie das Fanprojekt Braunschweig. Das benötigte Budget für die Projekte lag bei über 100.000 Euro, das mit Unterstützung der Eintracht, der Deutschen Fußball Liga (DFL) sowie Volkswagen Financial Services und der Bürgerstiftung Braunschweig finanziert wurde.

40.000 Euro für Aktionsjahr - Eintracht Braunschweig erhielt erste Förderung aus PFiFF-Programm des Ligaverbandes


Der von der Liga – Fußballverband e.V. ins Leben gerufene Pool zur Förderung innovativer Fußball- und Fankultur (PFiFF) erteilte im Februar 2014 dem Projektantrag aus Braunschweig den ersten Zuschlag und unterstützte das Aktionsjahr somit mit 40.000 Euro. Der damalige DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig überreichte im Februar 2014 im Vorfeld des Bundesliga-Spiels Eintracht Braunschweig gegen den Hamburger SV im Beisein von Niedersachsens Ministerpräsidenten und dem Aktionsjahr-Schirmherren Stephan Weil einen Scheck an Eintracht-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt.

Stephan Weil freute sich insbesondere über die Themen-Vielfalt der für das Aktionsjahr kreierten Projekte. „Ich begrüße es sehr, dass Kinder und Jugendliche die Hauptzielgruppe der geplanten Aktionen sind, und dass auch über Gewalt und Rechtextremismus im Zusammenhang mit Fußball informiert werden soll. Deshalb habe ich die Schirmherrschaft für das Aktionsjahr von Eintracht Braunschweig sehr gern übernommen. Der Deutschen Fußball-Liga danke ich für ihre finanzielle Unterstützung.“

Ziel des geförderten Aktionsjahres war es, mit teilweise selbst kreierten, aber auch bestehenden Projekten und Maßnahmen in Kooperation mit etablierten Institutionen über den Fußball Kinder und Jugendliche für eine anti-diskriminierende Haltung und Orientierung zu sensibilisieren und damit auch der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung des Vereins Rechnung zu tragen.

DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig lobte: „Das Projekt aus Braunschweig ist vorbildlich. Deshalb freuen wir uns sehr, dass wir diese Arbeit heute mit der ersten Förderung aus dem PFiFF-Programm belohnen konnten. Wir erhoffen uns davon auch weitere Impulse in Richtung aller anderen Clubs und ihrer Netzwerke. Denn mit PFiFF wollen wir die Fanarbeit künftig noch gezielter unterstützen.“

Die Liga stimmte sich bei ihrer Entscheidung eng mit EXIT-Deutschland und der Fachhochschule Potsdam ab, welche über Kooperationsverträge mit dem Ligaverband die fachliche Beratung und Begleitung dieses Förderprogramms als unabhängige Dritte sicherstellen.

„Wir haben uns in den vergangenen eineinhalb Jahren sehr intensiv mit den Themen des Aktionsjahres auseinander gesetzt und ein Konzept erarbeitet, das nachhaltig in Braunschweig und der Region wirken wird. Es macht uns stolz und freut uns sehr, dass unsere Planungen durch die Unterstützung des Ligaverbandes in dieser Höhe honoriert werden. Danke auch an unsere anderen Partner Volkswagen Financial Services und der Bürgerstiftung, die es uns ermöglichen, in Ergänzung zu unseren eigenen Mitteln und denen des Ligaverbandes den Gesamtetat aufzubringen“, sagte Soeren Oliver Voigt, Geschäftsführer der Eintracht Braunschweig GmbH & Co. KGaA.

Karsten König, Leiter Fanprojekt Braunschweig ergänzte: „Es ist uns ein besonderes Anliegen, die Haltung und Einstellung unserer Fans, aber auch der Menschen in der Region positiv zu prägen. Wir möchten für unsere Projekte begeistern und aktives Teilnehmen fördern, damit gehen wir weit über plakative Bekenntnisse gegen Diskriminierung hinaus.“

Überblick über speziell für das Aktionsjahr kreierte Projekte

1. Kooperation mit der Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt
In Kooperation zwischen der Eintracht, dem Fanprojekt Braunschweig und dem Zentrum Demokratische Bildung sowie der Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt wurden Workshops mit Schulklassen und Sportvereinen durchgeführt, die sich mit Zeichen, Symboliken und Codes der rechtsextremen Szene befassen, umfassend über Erscheinungsformen des Rechtsextremismus aufklären und konkrete Handlungsempfehlungen anbieten. Diese Workshops wurden auch mit allen Mitarbeitern der Eintracht, dem Nachwuchsleistungszentrum sowie mit dem Ordnungsdienst durchgeführt.

2. WORTMUSEUM – Eine Fußball-Wortjonglage

Das WORTMUSEUM eröffnete unter der Leitung von Gründer Kay-Uwe Rohn zunächst im Internet die „Sammlung Fußball“ und sammelte Begriffe aus der Fußballwelt in Braunschweig. Seit Juli 2015 sind Auszüge daraus mit Wörtern wie "Bole", "Kurvenmutti", "Task Force" oder "Popinieda" im Treppenhaus des Stadions zu sehen. Im Juni 2015 wurde außerdem ein Workshop mit Eintracht-Fans durchgeführt, bei dem die Fansprache unter die Lupe genommen wurde. Das interaktive Wortmuseum befindet sich hier

3. „EINTRACHT zeigen“ – Eine Fotoportraitage
Die Braunschweiger Fotografin Nina Stiller portraitierte in Form einer Reportage Menschen aus Braunschweig, die mitten im Leben stehen und die die große Liebe zur Eintracht verbindet. Alle Protagonisten entstammten völlig unterschiedlichen sozialen und kulturellen Umfeldern und doch repräsentierten sie alle, dass die Eintracht und damit verbunden Respekt, Toleranz und Vielfalt in ihrem Leben eine zentrale Rolle spielen. Egal ob die die blinde Lisa, Christian Eitner von der Jazzkantine, Bosse, Ahmet von "Elvan Power" oder die Profis - sie alle waren mit Herzblut dabei und wirkten bei diesem tollen Fotoprojekt mit, das in Kooperation mit Volkswagen Financial Services durchgeführt wurde.


4. Kreativprojekt mit Schulen


OLF Lupin, Meisterschüler der HBK in Braunschweig, illustrierte für das Aktionsjahr Motive mit elf Menschen unterschiedlichster Herkunft und Hautfarbe, die alle nur eines gemeinsam hatten: ein leeres Demonstrationsschild in den Händen. Aufgedruckt auf große Stoffbahnen bot es die Möglichkeit für Kinder und Jugendliche aus Braunschweig, genau diese Schilder als Plattform für ihre Meinungsäußerung zu nutzen. Die Stoffbahnen konnten von Schulklassen und Jugendgruppen bearbeitet und eingereicht werden - schlussendlich musste sich die Jury zwischen 50 eingereichten Bannern entscheiden. Die Preisträger gibt es unter folgendem Link. Das Kreativprojekt wurde in Kooperation mit der Bürgerstiftung Braunschweig umgesetzt.

5. „PowerKids“ – Sportprojekt für bewegungsfreudige Kinder
Innerhalb von speziellen Trainingseinheiten für sehr bewegungsfreudige Kinder war es möglich, das individuell unterschiedlich ausgeprägte motorische Potenzial der sieben- bis neunjährigen Kinder durch das Erlernen von sporttypischen Bewegungsgrundformen zu kanalisieren. Aufgrund des großen Erfolgs findet der spezielle Sportunterricht auch zukünftig in der nullten Stunde in der Grundschule Altmühlstraße und der Grundschule Rühme statt. Das Training für die PowerKids wird in Kooperation mit dem Stadtsportbund Braunschweig e.V., durchgeführt.

6. „Ich bin genauso wie Du!“ - Selbstbehauptungstraining mit Kindern und Jugendlichen
In enger Zusammenarbeit mit dem Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte Braunschweig wurden Kinder und Jugendliche zwischen elf und 14 Jahren mit und ohne Behinderung sowie Migrationshintergrund geschult und trainiert , um in Konfliktsituationen zunächst die eigene Position wahrzunehmen und in einem zweiten Schritt deutlich kommunizieren zu können. Um das Erlernte auch dauerhaft innerhalb des familiären Umfelds anwenden zu können, gehörten Elternabende mit zum Inhalt des Trainingsprogrammes. 

7. Filmfest
Das zunächst geplante Filmfest mit Fußballfilmen, die sich mit ganz unterschiedlichen Themenfeldern wie Liebe, Gewalt, Leidenschaft oder Sucht befassen, und über die im Anschluss diskutiert werden sollte, konnte im Rahmen des Aktionsjahres noch nicht realisiert werden, steht aber nach wie vor ganz oben auf der Tagesordnung der Fanbetreuung von Eintracht Braunschweig.

8. Internationale Abende „Eintracht in Vielfalt“ und FanHaus-Talk
Gleiches gilt für die Internationalen Abende im FanHaus, bei denen Eintracht-Fans mit ausländischen Wurzeln eine selbst entwickelte und gestaltete Abendveranstaltung organisieren können sowie für regelmäßig organisierte Talkabende.

9. "Respekt-Video" mit den Profis
Das Videoprojekt "Wir sind Eintracht. Wir sind Braunschweig." war ein Beitrag von Maximilian Burkhardt, Saskia Greulich und Serine Weiner - allesamt Studierende der HBK - zur Themenwoche Interkultur 2014 des Staatstheaters Braunschweig und befasst sich mit der Internationalität und Interkulturalität der Eintracht im Besonderen, aber auch unserer Gesellschaft im Allgemeinen.

Während eine ausführliche Version im März 2014 eine Woche lang im Kleinen Haus des Theaters ausgestellt war, zeigt das Video einen für das Eintracht-Aktionsjahr erstellten Zusammenschnitt . Darüber hinaus läuft eine Kurzversion seit April 2014 vor allen Heimspielen auf den Videoleinwänden im Stadion. Wir sind Eintracht. Wir sind Braunschweig. Respekt! Kein Platz für Rassismus!

10. Jugendreise nach Auschwitz und Krakau

Im Rahmen des Aktionsjahres haben Eintracht Braunschweig und das Fanprojekt Braunschweig in Kooperation mit dem Jugendzentrum Roxy vom 18. bis zum 24. August 2014 eine siebentägige Jugendfreizeit nach Polen angeboten. Die Reise mit 14 Jugendlichen wurde angetreten in zwei Kleinbussen, die von der Volkswagen-Sportkommunikation zur Verfügung gestellt wurden.

Einen ausführlichen Bericht über die Reise gibt es unter folgendem Link.

Überblick über im Rahmen des Aktionsjahres unterstützer Projekte 

1. FanHochSchule Braunschweig
Seit November 2012 gibt es die FanHochSchule Braunschweig, die die Fußballbegeisterung von Jugendlichen und den besonderen Lernort Stadion nutzt, um die jungen Teilnehmer zur Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Fragestellungen wie beispielsweise demokratischem Grundverständnis, Diskriminierung oder Rassismus anzuregen und ihre sozialen Kompetenzen zu stärken. Das fünftägige Trainingslager besteht aus erlebnispädagogischen Elementen, Medienkompetenz-Training, Sozialkompetenz-Training, der Spieltagsbeobachtung unter bestimmten Aspekten, verbunden mit dem Reiz des Stadions. Weitere Informationen über das im November 2014 mit dem Bildungspreis der Allianz für die Region ausgezeichnete Projekt gibt es hier

2. „Show Racism the Red Card“
Show Racism the Red Card - Deutschland e.V. bietet Workshops für Kinder und Jugendliche in Schulen, Sportvereinen, Jugendeinrichtungen und Fußballstadien an. Der Kerngedanke ist, die Vorbildfunktion von Profisportlern und Sportlerinnen zur Prävention von Rassismus und Diskriminierung zu nutzen. Seit 2010 ist Eintracht mit dabei – mit Mannschaftsfotos und der Beteiligung von Profis an den Workshops.

3. „INTEGRALE – Sportfest der Religionen“
Von 2011 bis 2013 fand im September in Braunschweig das Sportfest der Religionen statt, bei dem analog zur Olympischen Idee jugendliche Teilnehmer/innen der drei Weltreligionen Islam, Judentum und Christentum aus unterschiedlichen Herkunftsländern freundschaftlich bei sportlichen Wettkämpfen gegeneinander antreten. Das Projekt verfolgte das Ziel, den Jugendlichen Verständnis für den anderen Glauben, gegenseitigen Respekt und sportliche Fairness zu vermitteln. Eintracht beteiligte sich jeweils mit der Übernahme einer Sportpatenschaft.

4. „Sport und Politik verein(t) gegen Rechtsextremismus“
Dies ist eine breit angelegte Kampagne, die das Bundesinnenministerium und das Bundesfamilienministerium gemeinsam mit zahlreichen Partnern aus Sport und Zivilgesellschaft initiiert haben. Ziel der Kampagne ist es, im Zusammenspiel von Spitzenpolitikern und Sportlern für Demokratie, Vielfalt und Toleranz zu werben und deutlich zu machen, dass Extremismus weder im Sport noch anderswo in unserer Gesellschaft mitspielen darf. Der ehemalige Braunschweiger Bundestagsabgeordnete Florian Bernschneider und der ehemalige Mannschaftskapitän der Eintracht Dennis Kruppke haben sich gemeinsam an dieser Kampagne beteiligt. Die Ausstellung aller Bilder wurde vom 17. bis 21. November 2014 in der Haupttribüne des Braunschweiger Stadions gezeigt. Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es hier.

5. „Respekt! Kein Platz für Rassismus“ in Kooperation mit dem Gesamtbetriebsrat von Volkswagen Braunschweig
Im Jahr 2011 und 2012 setzten Vertreter von Eintracht Braunschweig gemeinsam mit der IG Metall, dem Betriebsrat, der Werkleitung und einem Vertreter des Volkswagen Konzernvorstands am Standort des Braunschweiger Werkes unmittelbar neben dem Stadion ein Zeichen gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Die entsprechenden Schilder mit dem Aufdruck „Respekt! Kein Platz für Rassismus“ sind inzwischen nicht nur im Werk, sondern auch im Stadion gut sichtbar aufgehängt.



6. „Special Olympics“ – Trainingseinheiten mit Profis für Menschen mit geistiger und/
oder körperlicher Behinderung

Die Europäische Fußballwoche der Special Olympics (kurz SOEFW), an der sich 45 Länder beteiligen, soll dazu beitragen, noch mehr Menschen mit geistiger Behinderung für den Fußballsport zu begeistern und zu gewinnen. Bereits seit dem Jahr 2005 unterstützt Eintracht Braunschweig im Mai die Special Olympics. Jeweils vier Trainer und Spieler der Blau-Gelben trainieren einmal im Jahr 90 Minuten lang mit geistig behinderten Menschen aus der Region Braunschweig. Hier geht es zum Bericht des "Special Olympics"-Trainings im Mai 2015. 

7. „Charta der Vielfalt“
Die Charta der Vielfalt ist eine Unternehmensinitiative zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen. Die Initiative will die Anerkennung, Wertschätzung und Einbeziehung von Vielfalt in der Unternehmenskultur in Deutschland voranbringen. Organisationen sollen ein Arbeitsumfeld schaffen, das frei von Vorurteilen ist. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen Wertschätzung erfahren – unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität. Eintracht Braunschweig ist Unterzeichner der Charta der Vielfalt und setzt sich im Arbeitsalltag dafür ein, dass diese Wertschätzung im Verein gelebt wird. Seit dem Jahr 2013 ist Eintracht Braunschweig Mitglied der "Charta der Vielfalt". 

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