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Donnerstag 15.06.2017

„Ein außer­gewöhnlicher Jahrgang“

C-Junioren-Trainer Michael Duda und Jonas Stephan im Interview

Die U15 von Coach Michael Duda und die U14 von Jonas Stephan sind die beiden C-Junioren-Teams im NLZ der Löwen. Die U15 erreichte in der abgelaufenen Spielzeit in der C-Junioren-Regionalliga Nord mit dem dritten Tabellenplatz die stärkste Platzierung bisher. Auch die U14 sicherte sich als Aufsteiger in die C-Junioren-Landesliga Braunschweig mit Rang fünf einen Platz im oberen Tabellendrittel. Wir trafen die Cheftrainer der beiden Mannschaften zum Doppelinterview im NLZ. 

Erstmal Glückwunsch zu eurem erfolgreichen Abschneiden in dieser Saison. Wie bewertet ihr die Spielzeiten eurer Mannschaften? 

Jonas Stephan: Die war bei uns in der U14 sehr positiv. Wenn man allein die Ergebnisse betrachtet, ist es sicherlich nicht selbstverständlich, dass man als Aufsteiger so viele Siege und Punkte einfährt. Mit den persönlichen Entwicklungen der einzelnen Spieler können wir, denke ich, ebenfalls sehr zufrieden sein. Wir werden erneut viele Spieler in die U15 abgeben, wo ich sehr gespannt bin, wie die Jungs sich dort schlagen werden. 

Michael Duda: Wenn wir die nackten Ergebnisse betrachten, haben wir eine herausragende Saison gespielt. Daneben zählt im Jugendbereich natürlich die Weiterentwicklung der Spieler. Es ist ganz klar zu betonen, dass wir phasenweise mit 80 Prozent Spielern auf dem Platz standen, die länger als zwei Jahre bei uns sind, was somit auch für eine herausragende individuelle Entwicklung spricht. Dementsprechend war es die sportlich beste Saison einer U15.

Habt ihr vor der Saison mit einem solchen Abschneiden eurer Mannschaften gerechnet?

Duda: Für uns war es total überraschend. Wir haben im ersten Regionalliga-Jahr gesehen, wie eng das Leistungs-Niveau ist. Daher haben wir uns im zweiten Jahr auf eine ähnliche Konstellation eingestellt. Zurückzuführen ist diese Überraschung aber auch auf eine in dem Maße nicht erwartete Entwicklung der Spieler und den richtigen Rückschlüssen, die wir als Trainer-Team aus dem ersten Jahr gezogen haben. 

Stephan: Hätte vor der Saison jemand gesagt, dass wir so viele Punkte holen, hätte ich das nicht unbedingt gedacht. Andererseits haben wir auch an einigen Stellen Lehrgeld gezahlt und höhere Niederlagen eingesteckt. Das ist gegen ein Jahr ältere Teams auch nicht immer zu verteidigen. 

Würdet ihr sagen, es ist der stärkste C-Junioren-Jahrgang, den wir bislang im NLZ hatten?

Duda: Der Jahrgang 2002 ist definitiv der bislang stärkste. Neben einer homogenen Mannschaft hatten wir in der zentralen Achse fünf Spieler auf dem Platz, die in der höchsten Spielklasse Deutschlands den Unterschied ausmachen konnten. Wir hatten auch bereits drei Jungjahrjänge mit bei uns, daher kann man schon sagen, dass es insgesamt ein außergewöhnlich guter C-Junioren-Jahrgang ist.

Stephan: Das glaube ich auch. Wir werden in der kommenden Saison mit den Jungjahrgängen und punktuellen Verstärkungen auch wieder eine starke U15-Mannschaft auf den Platz bringen können.  

Was waren für euch die herausragenden Charakteristiken eurer Teams?

Stephan: Wir sind mit einer hohen Niederlage gegen den BSC Acosta in die Saison gestartet und haben immer wieder mal solche Nackenschläge bekommen. Man hatte aber niemals das Gefühl, dass es zum Einbruch kommen würde und haben im folgenden Spiel meist auch eine positive Antwort gefunden. Das war schon sehr charakteristisch für dieses Team. 

Duda: Die U15 hatte einen sehr hohen Eigenantrieb, der für den Trainer manchmal etwas anstrengend in der Mannschaftsführung ist. Gerade in den Wettkampf-Momenten ist dieser Eigenantrieb aber unsere absolute Stärke geworden, denn jeder ist für den anderen eingestanden. Sobald der Schiedsrichter zum Wettkampf angepfiffen hat, waren alle Spieler fokussiert und füreinander da. Daraus ergaben sich dann viele besondere Momente und besondere Spiele.

Was war für dich so ein besonderes Spiel?

Duda: Da gab es sehr viele. Wir haben zum Beispiel beim Hamburger SV mit 1:0 gewonnen. Das war das erste Aha-Erlebnis. Gegen den VfL Wolfsburg haben wir Zuhause völlig verdient 1:1 gespielt und den HSV im Rückspiel 4:0 geschlagen. Gegen viele etablierte Leistungszentren haben wir uns total verdient auf Augenhöhe präsentiert. 

Gab es bei euch auch solche Spiele und Momente?

Stephan: Ja klar. Das waren auch die beiden Spiele gegen die U14 des VfL Wolfsburg. Das Hinspiel haben wir knapp mit 1:2 verloren, aber eine sehr ansprechende Leistung gezeigt. Im Rückspiel sind wir sehr dominant aufgetreten und zwischenzeitlich geführt. In der letzten Minute hat Wolfsburg die Partie gedreht, aber mit der letzten Aktion in der Nachspielzeit haben wir das 2:2 erzielt. Das war ein sehr intensives und offenes Spiel, bei dem wir sehen konnten, dass wir Jungs im Kader haben, die auch gegen einen starken Gegner den unterschied ausmachen können. 

Wie eng war eure Zusammenarbeit und euer Austausch?

Duda: Wir haben unter der Woche mindestens einmal mit beiden Mannschaften  zusammen trainiert. In diesen jahrgangsübergreifenden Gruppeneinheiten war der Austausch über die Entwicklungen der Spieler sehr eng. Zusätzlich haben einige meiner Spieler bei Jonas ausgeholfen und auch einige seiner Jungs kamen bei uns in Testspielen oder bei Turnieren zum Einsatz. Aus meiner Sicht war es stets ein sehr kommunikativer, effektiver und guter Austausch, auch im Sinne der Spieler.  

Stephan: Dem schließe ich mich voll und ganz an.  

Foto: eintracht.com

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