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Freitag 12.01.2018

Lieberknecht: "Die Intensität war hoch"

Torsten Lieberknecht im Interview

Das Trainingslager in Benahavis ist vorbei, bis zum Ligastart am 24. Januar bereiten sich die Löwen im heimischen Braunschweig vor. Im ausführlichen Interview blickt Trainer Torsten Lieberknecht auf die vergangenen zehn Tage in Südspanien zurück.

Torsten, ihr habt von Beginn an betont, dass ihr in Benahavis sehr gute Bedingungen vorgefunden habt. Wie fällt dein abschließendes Fazit aus?

Torsten Lieberknecht: "Ich finde, von allen Trainingslagern, die wir bisher in Spanien absolviert haben, war es dieses Mal von den Rahmenbedingungen her das Beste. Generell ist Benahavis ein sehr netter Ort mit sehr netten Leuten."

Ihr seid vergleichsweise früh ins Trainingslager aufgebrochen. Hatte das Auswirkungen auf die Schwerpunkte im Training?

Lieberknecht: "Mir war wichtig, früh zurückzureisen, damit wir noch die eineinhalb Wochen zuhause Zeit haben und uns bis zum Spiel gegen Heidenheim wieder akklimatisiert haben. Natürlich waren die Trainingsinhalte in Spanien dadurch etwas anders. Wir versuchen aber generell immer sehr komplex zu trainieren und alles abzuarbeiten. Die Intensität war hoch – wir haben mal nachgerechnet: Zusammen sind die Jungs etwa die Strecke von Braunschweig bis nach Málaga gelaufen, also rund 2500 Kilometer – und das ohne die beiden Spiele."

Du sprichst die beiden Tests schon an. Welche Erkenntnisse konntet ihr aus den Spielen gewinnen?

Lieberknecht: "Nijmegen war in der Vorbereitung einfach schon wesentlich weiter. Sind wir körperlich auf Augenhöhe, glaube ich nicht, dass wir das Spiel verlieren. Natürlich haben wir uns aber auch ausgetauscht und gesagt, dass die Gegentore, vor allem zu den Zeitpunkten, einfach nicht passieren dürfen. Damit waren wir alle nicht einverstanden. Aber was mir persönlich am wichtigsten war: Man hat immer eine Reaktion der Mannschaft gesehen. Das 4-1-3-2 gegen Nijmegen hat der Mannschaft als Grundformation nicht die nötige Sicherheit gegeben. Genau für solche Erkenntnisse ist ein Testspiel ja da. In der zweiten Partie gegen Shanghai hat mir besonders gefallen, dass die Umstellungen während des Spiels so gut funktioniert haben: Vom 4-2-3-1 aufs 3-4-3. Das sind die positiven Dinge."

Mit euch sind ja auch zwei Neuzugänge ins Trainingslager gereist. Wie ist dein Eindruck von Georg Teigl und Frederik Tingager und vor allem: Wie waren ihre Einstände?

Lieberknecht: "Die Einstände sind ja immer wieder schön. Georg kam ja wie ein Gongschlag rein und hat sogar noch ein bisschen getanzt (lacht). Insgesamt haben sich die beiden sofort gut integriert und wurden auch super aufgenommen. Man hat das Gefühl, dass uns die beiden weiterhelfen – sportlich wie menschlich. Außerdem entstand dadurch natürlich auch Konkurrenzkampf, das wirkt auf jeden Fall leistungsfördernd. Die Trainingseinheiten waren nicht zuletzt dadurch auf einem sehr hohen Niveau."

Julius Biada und Totte Nyman mussten leider vorzeitig verletzt abreisen. Mit Maik Lukowicz und Nils Stettin habt ihr zusätzlich zwei U23-Spieler einfliegen lassen. Wie stellte sich die Situation dar?

Lieberknecht: "Die beiden Jungs tun uns natürlich allen extrem Leid. Julius wird länger ausfallen, Totte hatte die vergangenen Wochen immer wieder mit seiner Verletzung zu kämpfen. Bei ihm geht es hoffentlich schneller. Dadurch mussten wir schnell eine Lösung finden für das Spiel gegen Shanghai. Es ist natürlich auch immer die Gelegenheit für die Jungs aus der U23, etwas zu zeigen und sich dadurch eine Tür zu öffnen."

Andererseits gibt es auch positive Nachrichten: Domi Kumbela konnte wieder mitmachen.

Lieberknecht: "Genau, das Comeback ins Mannschaftstraining hat er ja schon geschafft. Man hat sofort gemerkt, dass das gesamte Team sich darüber sehr gefreut hat. Wenn er jetzt noch in den Testspielen mitwirken kann, wäre das natürlich sehr gut. Wenn er fit ist, ist er ein Anker in dieser Mannschaft – auf und neben dem Platz."

Es ist ja fast schon zur Tradition geworden: Auch in diesem Trainingslager stand wieder ein Fanabend auf dem Programm. Wie hast du das Ganze erlebt?

Lieberknecht: "Die Fans waren sehr begeistert, auch darüber, wie die Jungs sich gegeben haben. Beide sind aufeinander zugegangen und es war sehr schön. Ich kann mich noch daran erinnern, dass mich jemand umarmt hat und dabei Tränen in den Augen hatte, weil er sich so sehr über diesen Abend gefreut hat. Das ist für mich einfach beeindruckend, dass es Menschen so viel bedeutet, ihre Mannschaft persönlich zu treffen."

Wie bewertest du die Stimmung in der Mannschaft, auch hinsichtlich der aktuellen Tabellensituation?

Lieberknecht: "Natürlich haben wir in der Liga gerade eine schwere Phase. Aber die Stimmung in der Mannschaft ist trotzdem intakt und lebendig. Die Jungs reden viel miteinander und wollen die Dinge verbessern. Alle zeigen Bereitschaft und Leidenschaft – sie wissen alle, was sie können. Auch das Umfeld ist wichtig für uns: Ich glaube, die Eintracht und die ganze Stadt stehen immer zusammen, wenn es darauf ankommt. Das ist ein großer Zusammenschluss."

Was steht in den kommenden knapp zwei Wochen vor dem Ligastart gegen Heidenheim noch auf dem Programm?

Lieberknecht: "Wir haben jetzt erstmal eine regenerative Phase eingeleitet. Heute früh gab es noch eine Laufeinheit, dann sind zwei Tage frei. Danach setzen wir andere Schwerpunkte, es geht vor allem um die nötige Frische und Schnelligkeit. Trotzdem haben wir auch noch zwei Testspiele, da bekommt jeder seine Einsätze. Jeder hat in der Vorbereitung die Chance, sich zu präsentieren. Wenn es losgeht, sollen alle die nötige Spielpraxis haben, um einsatzbereit zu sein."

Foto: imagemoove

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