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08.08.2008 08:34
Erklärung von Eintracht Braunschweig zu den Vorkommnissen am vergangenen Sonntag
Zu den Vorfällen beim Spiel Eintracht Braunschweig gegen Rot-Weiß Erfurt am 03.08.2008 erklärt Eintracht Braunschweig folgendes:
Der Verein bzw. die GmbH & Co. KGaA (Mitglieder des Präsidiums, Geschäftsführung, Sicherheitsbeauftragter und Fanbeauftragte) sowie das Fanprojekt Braunschweig saßen in den letzten Monaten mehrmals mit der Gruppe Ultras Braunschweig 2001 (UB01) zusammen, um Probleme und Anliegen, die Eintracht Braunschweig und UB01 betreffen, zu diskutieren.
Zentraler Punkt der letzten Gespräche war der Wunsch der Gruppe Ultras Braunschweig 2001, einen Standortwechsel von der Südkurve in die Nordkurve vorzunehmen. Dieses Anliegen wurde in mehreren Gesprächen und in verschiedenen Gremien ausführlich diskutiert.
In der Saison 2008/2009 werden eine hohe Anzahl der eigenen Heimspiele - wie auch das Spiel gegen Erfurt - vom Deutschen Fußball Bund (DFB) als Spiele mit erhöhtem Sicherheitsrisiko eingestuft. Bei diesen Spielen sind Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, die mit der Polizei und dem DFB abgestimmt sein müssen.
Ein geschlossenes Auftreten der Gruppe UB01 an dem gewünschten neuen Standort in der Nordkurve führt nach Überzeugung von Eintracht Braunschweig, der Polizei und des Deutschen Fußball Bund zu einem erhöhten Sicherheitsrisiko im Bereich der Nordkurve. Dies begründet sich insbesondere dadurch, dass ein organisiertes und gesteuertes Auftreten der UB01 in der Nordkurve, aufgrund der räumlichen Nähe, einen anderen Einfluss auf die Gästefans und damit auch auf die Sicherheitssituation hat, als bei einem Verbleib in der Südkurve.
Eintracht Braunschweig steht in seiner Verantwortung als Veranstalter, mögliche Gefahrensituationen im Vorfeld auszuschließen.
Daher musste der Wunsch der UB01, aufgrund der aktuellen räumlichen und baulichen Situation, in Absprache mit den Sicherheitsorganen und dem Fanprojekt abschlägig beschieden werden. Jahrelang bewährte Sicherheits- und Veranstaltungsrichtlinien sollen beibehalten werden.
Eintracht Braunschweig plant selbstverständlich nicht, die Nordkurve generell für die eigenen Fans zu schließen, da es seit vielen Jahren in den Blöcken 15 und 16 nicht zu Zwischenfällen gekommen ist.
Die o. g. Entscheidung wurde der UB01 mitgeteilt.
Ein Gesprächsangebot seitens des Vereins an UB01, in dem nach Alternativen oder anderen Lösungen für die Gruppe gesucht werden sollte, wurde von der Gruppe nicht angenommen.
Beim Spiel gegen RW Erfurt initiierte die Gruppe UB01, als Zeichen Ihres Protestes gegen diese Entscheidung, zunächst eine Sitzblockade vor der Nordkurve (hinter Block 14). Dieser Protest verlief ohne nennbare Zwischenfälle, weswegen es bis zu diesem Zeitpunkt auch zu keinem Eingreifen der Ordnungs- oder Polizeikräfte kam.
Nachdem der Gruppe UB01 kurz nach Beginn des Spiels noch einmal mitgeteilt wurde, dass sie keinen Zugang zur Nordkurve erhalte, organisierte sich die Gruppe neu und zog über die Gegengerade in Richtung Südkurve und Haupttribüne, und versuchte schließlich, mit der gesamten Gruppe in den Block 3 einzudringen. Dieses konnte nur durch den Einsatz des Ordnungsdienstes verhindert werden, der die Flügeltüren des Blockes versperrte.
Daraufhin setzte die Gruppe Ihre Sitzblockade vor Block 3 fort, was zur Folge hatte, dass Ein- und Ausgänge des Blockes versperrt wurden. Der Aufforderung des Ordnungsdienstes und der Polizei diese Blockade zu beenden, kam die UB01 nicht nach. Nachdem die Gruppe anschließend ihre Beleidigungen und extremen Beschimpfungen gegen Eintracht Braunschweig, einen Mitarbeiter der Eintracht und die Polizei fortsetzte und intensivierte, wurde ein kollektives Hausverbot gegen 119 Personen ausgesprochen, welches von der Polizei in Absprache mit dem Ordnungsdienst umgesetzt wurde.
Eintracht Braunschweig wird keine Veränderungen zulassen, die ein Verlassen der jahrelang bewährten Sicherheits- und Veranstaltungsrichtlinien bedeuten und eine neue Situation schaffen, die risikobehaftet und schwer einschätzbar ist.
Unser Ziel ist ein einträchtiges miteinander, sowohl unter den verschiedenen Fangruppen, als auch im gesamten Umfeld des Vereins. Hierbei können Beschimpfungen und Beleidigungen sowie kollektive Verstöße gegen die Stadionordnung weder toleriert noch akzeptiert werden.
Aufgrund der geschilderten Ereignisse konnte am vergangenen Sonntag aus Sicherheitsgründen leider erst verspätet mit dem Verkauf von Eintrittskarten für die Nordkurve begonnen werden, sodass es zu den bekannten Verzögerungen an den Kassen am Stadion kam. Eintracht Braunschweig bedauert dies und möchte sich dafür bei allen betroffenen Zuschauern entschuldigen und bittet hierfür um Verständnis.
Eintracht Braunschweig GmbH & Co. KGaA
Geschäftsführung
BTSV Eintracht v. 1895 e.V.
Präsidium
(bw)
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