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Samstag 12.12.2015

120 Jahre Eintracht

Löwen-Jubiläum am 15. Dezember - Teil 1

Am 15. Dezember 2015 feiert Eintracht Braunschweig 120-jähriges Jubiläum. In der Serie "120 Jahre Eintracht" blicken wir noch einmal auf die lange und ereignisreiche Geschichte der Blau-Gelben zurück. In Teil 1 wird die Zeitspanne von der Gründung im Jahr 1895 bis hin zu den Wirren des Ersten Weltkrieges näher beleuchtet.

1895-1900: Gründung und erste Spiele

Obwohl bereits 1874 die ersten Fußballspiele am Martino-Katharineum in Braunschweig stattfanden, sollte es bis zur ersten Vereinsgründung in der Stadt noch 21 Jahre dauern. Im September 1895 war es dann so weit, der Fußballclub Viktoria entstand, löste sich jedoch nach internen Streitigkeiten nur wenige Wochen später wieder auf.

Einige enttäuschte Ex-Viktorianer unternahmen am 15. Dezember 1895 einen erneuten Versuch und nannten den neuen Verein (als Gegensatz zur uneinigen Viktoria) ganz bewusst Eintracht. Die Namen der 16 Gründungsmitglieder sind bekannt, erster Vorsitzender wurde Karl Stansch. Von ihm stammt auch das erste Vereinslied: „Stimmt an das Lied aus voller Brust, der Eintracht sei`s geweiht. In frischer Kraft und selbstbewusst steh`n fest wir alle Zeit.“

Auf dem Leonhardplatz (dort steht heute die Stadthalle mit der Parkgarage) fanden 1896 die ersten beiden Eintracht-Spiele statt, mit einem 2:2 trennte man sich von Hannover 1878 und der Lokalrivale MTV wurde mit 10:0 abgefertigt. Im Rückspiel in Hannover setzte es mit 0:1 dann die erste Niederlage der Vereinsgeschichte. 1897 konnten vier, 1898 elf und 1899 sogar 20 Spiele ausgetragen werden, auch eine zweite Mannschaft war bereits im Einsatz.

1900-1910: Besuch vom Herzog und erster eigener Platz 

Inzwischen spielte Eintracht nicht nur auf dem Leonhardplatz, den man sich häufig mit Spaziergängern teilen musste, sondern auch auf dem umzäunten Kleinen Exerzierplatz (hier befindet sich jetzt das Haus der Wissenschaft).

Der Leichtathlet und spätere Teilnehmer an den Olympischen Spielen Johannes Runge, der auch zu den Gründungsmitgliedern gehört hatte, übernahm 1903 den Vorsitz und behielt ihn bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914. Runge stellte 1905 den Antrag, dass der Verein sich einen eigenen Platz zulegen solle. In der Vereinschronik dieses Jahres heißt es, dass sich die Blicke rasch auf die geplante Wirkungsstätte an der Helmstedter Straße richteten, „wo nicht auf den das Spielfeld kreuzenden Wegen Kanaldeckel und Spaziergänger ein wichtiges Hindernis außer den Flüchen der sich bedroht fühlenden Bürger bildeten.“

Für 5.000 Mark wurde das Gelände, das heute zum Gebiet des Hauptfriedhofs gehört, erworben. Bürgschaften von sieben Mitgliedern ermöglichten dem Verein die notwendige Kreditaufnahme; denn die Vereinskasse wies nur einen Bestand von 256 Mark aus. Die mit Abstand höchste Bürgschaft (3.600 Mark) kam von Eintrachts konvertiertem jüdischen Mitglied Adolf Aronheim. Zehn Jahre nach seiner Gründung zählte der Verein 70 jetzt Mitglieder.

Eintrachts neuer Platz verfügte über eine Holztribüne, die 220 Zuschauern Platz bot, bequeme Umkleideräume, eine Barriere und eine Umzäunung. Der erste große sportliche Erfolg gelang 1908, als durch ein 3:1 gegen Victoria Hamburg die Norddeutsche Meisterschaft errungen werden konnte. Wie schon einige Wochen vorher bei der noch mit 2:3 verlorenen Generalprobe gegen denselben Gegner gehörte auch am 12. April 1908 wiederum der Herzog-Regent Johann Albrecht zu den Besuchern. Zu den Spielen gegen die Hamburger kamen jeweils 3.000 Zuschauer, die für eine Einnahme von mehr als 1.000 Mark sorgten. Inzwischen gingen bereits acht Mannschaften für Eintracht auf Torejagd.

1910-1920: Erneut Norddeutscher Meister, Kriegswirren

Anfang 1910 zählte der 1905 gegründete Norddeutsche Fußballverband bereits 128 Vereine mit 10.877 Mitgliedern. Erstmals wurden die Zuschauer der Eintracht-Spiele in diesem Jahr „durch ein regelmäßig auf dem Platz verkauftes Programm“ informiert. Dieses enthielt neben den Aufstellungen beider Teams auch die Grundregeln des Fußballspiels zum Nachlesen.

Insgesamt 30 Spiele trug die Mannschaft 1910 aus. Davon wurden 20 gewonnen, 5 gingen verloren und 5 endeten remis. Eintracht war zu einer Macht im Norden geworden. Das bewahrheitete sich am 26. Mai 1913, als der Verein beim ewigen Rivalen Victoria in Hamburg durch ein 3:2 zum zweiten Mal die Norddeutsche Meisterschaft gewinnen konnte. 150 Schlachtenbummler aus Braunschweig hatten die Löwen in Hamburg-Hoheluft unterstützt und feierten ihre Mannschaft nach Spielende. Insgesamt  4.000 Zuschauer hatten das Spiel gesehen.

Der Erste Weltkrieg unterbrach abrupt das bis dahin stetige Wachstum des Vereins. Verkehrsprobleme und Spielermangel brachten den Spielbetrieb zum Erliegen. Am Ende des Krieges hatte Eintracht den Tod zahlreicher Mitglieder zu beklagen. Nur langsam lebte 1919 das Vereinsleben wieder auf.

Teil 2

Teil 3

Teil 4


Fotos: Archiv

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