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Montag 14.12.2015

120 Jahre Eintracht

Löwen-Jubiläum am 15. Dezember - Teil 3

Am 15. Dezember 2015 feiert Eintracht Braunschweig 120-jähriges Jubiläum. In der Serie "120 Jahre Eintracht" blicken wir noch einmal auf die lange und ereignisreiche Geschichte der Blau-Gelben zurück. In Teil 3 folgt die Zeitspanne ab 1951 samt Einweihung der ersten Flutlichtanlage Norddeutschlands bis hin zu den Auf- und Abstiegen in der 80er Jahren. Natürlich darf auch der größte Erfolg der Vereinsgeschichte im Jahr 1967 nicht fehlen.

1951-1960: Vertragsspieler und Flutlicht 

Mit der Spielzeit 1949/1950, die Eintracht auf dem 5. Platz der Oberliga Nord beendete, war der Status des Vertragsspielers eingeführt worden. Bis zu 320 DM durften die Fußballer jetzt offiziell verdienen. Ende 1952 zählte der Verein erstmals mehr als 3.000 Mitglieder, ein Jahr später gelang der im Vorjahr zum Zwangsabstieg verurteilten Mannschaft der sofortige Wiederaufstieg.

Aufbau der Flutlichtmasten im Spätsommer 1957.

Zum 60-jährigen Jubiläum 1955 lud man sich im Rahmen einer Sportwoche die Spitzenvereine Werder Bremen, 1. FC Nürnberg und Schalke 04 ein. Die Resultate: 2:9, 3:2 und 0:2.

Ein Meilenstein in der Entwicklung des Vereins war der 18. September 1957. An diesem Abend wurde mit einem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf (4:0) die erste Flutlichtanlage Norddeutschlands im Eintracht-Stadion eingeweiht. Von nun an spielten die Löwen, obwohl der DFB Punktspiele unter Flutlicht zunächst noch nicht genehmigte, regelmäßig unter den 168 Scheinwerfern der vier Flutlichtmasten.

1960-1970: Bundesliga-Gründung und Meisterschaft

Lange war in Deutschland um die Einführung der Bundesliga gerungen worden. Eintracht gehörte stets zu den Befürwortern dieser Reform und zählte tatsächlich auch zu den Gründungsmitgliedern 1963. Der zwei Jahre zuvor verpflichtete Trainer „Hanne“ Vogel hatte die Aufgabe übernommen, die Blau-Gelben zum Abschluss des letzten Oberligajahres auf Platz 3 zu führen, nur dann war die Aufnahme in die Bundesliga realistisch. Und tatsächlich: Die Eintracht, die 1961 noch auf Platz 9 und 1962 auf Rang 6 eingekommen war, wurde 1963 wirklich Dritter (hinter dem HSV und Werder Bremen, die wie üblich vorn landeten). Zwar wurde der Mannschaft Jahr für Jahr der Abstieg vorher gesagt, doch die Löwen belegte mit Trainer Helmuth Johannsen im ersten Jahr Rang 11, dann sogar Platz 9 (1965) und wurde 1966 Zehnter.

Die Meisterelf von 1967

Dann der Paukenschlag von 1967: Erneut als krasser Außenseiter gestartet, holt die Elf den Meistertitel nach Braunschweig. Nach dem letzten Spiel am 3. Juni (4:1 gegen den 1. FC Nürnberg) feierten Zehntausende die Mannschaft im Stadion und in der Stadt. Mit ihren beherzten Auftritten in den darauf folgenden internationalen Begegnungen gewann das Team Sympathien weit über Braunschweig hinaus.

1970-1980: Werbe-Pionier und fast wieder Meister

Turbulente 70er Jahre: Zunächst verließ Meistertrainer Johannsen nach sieben Jahren Braunschweig, dann wurde Eintracht in den Bundesliga-Skandal verwickelt, schließlich ging dem Verein das Geld aus und man stieg1973 erstmals aus der Bundesliga ab.

Trainerfuchs Branko Zebec im Gespräch mit seinem Torjäger Wolfgang Frank

Finanzielle Rettung nahte in der Person von Günter Mast. Der Jägermeister-Geschäftsführer setzte gegen den erbitterten Widerstand des DFB nach einem langen Rechtsstreit die erste Trikotwerbung durch. Was für den Verein überaus erfolgreich begann, führte in den folgenden 15 Jägermeister-Jahren zu einer völligen Abhängigkeit des Vereins von dem Wolfenbütteler Unternehmen.

Fast aber wäre Eintracht noch einmal Deutscher Meister geworden. Unter Trainerfuchs Branko Zebec fehlte nur 1977 nur ein Punkt gegenüber Borussia Mönchengladbach. In der darauf folgenden Saison sollte mit dem aus Madrid geholten Paul Breitner unbedingt der große Wurf zum zweiten Mal gelingen, die Spielzeit 1977/1978 endete jedoch mit einem enttäuschenden 13. Platz.

1980-1990: Aufstiege, Abstiege und gesperrte Zuschauerränge 

Wie von den meisten Fachleuten erwartet musste Eintracht am Ende der Saison 1979/1980 aus der Bundesliga absteigen, die überalterte Mannschaft belegte mit nur 20 Punkten abgeschlagen den letzten Platz.

Noch einmal gelang der Wiederaufstieg nach einem dramatischen Ausscheidungsrennen zunächst bei der Berliner Hertha (4:2 nach 1:2 Rückstand) und dann mit den Offenbacher Kickers (0:1 und 2:0). Angesichts eines Schuldenstandes von 13 Mio DM musste der Verein fast zeitgleich mit dem Aufstieg sein traditionsreiches Stadion an die Stadt verkaufen, um zu überleben. Das gelingt der Mannschaft im Oberhaus recht gut mit den Plätzen 11 (1982), 15 (1983) und 9 (1984), doch in der Spielzeit 1984/1985 war dann mit erneut nur 20 Punkten wieder einmal Schluss. Diesmal sollte es allerdings 28 Jahre bis zur Wiederkehr dauern. 

1987 folgte auf das Ende der Zusammenarbeit mit Jägermeister prompt der erstmalige Sturz in die Drittklassigkeit. Passend zu den zurück gehenden Zuschauerzahlen war die Tristesse im Stadion durch die Sperrung der Südkurve und von Teilen der Gegengeraden.

Teil 2

Teil 4


Fotos: Archiv

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