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Sonntag 13.12.2015

120 Jahre Eintracht

Löwen-Jubiläum am 15. Dezember - Teil 2

Am 15. Dezember 2015 feiert Eintracht Braunschweig 120-jähriges Jubiläum. In der Serie "120 Jahre Eintracht" blicken wir noch einmal auf die lange und ereignisreiche Geschichte der Blau-Gelben zurück. In Teil 2 wird die Zeitspanne ab 1920 samt Einweihung des Stadions an der Hamburger Straße bis hin zur Entstehung des BTSV Eintracht näher beleuchtet.

1920-1930: Neues Stadion, erster Trainer, Weltwirtschaftskrise 

1920 zählte der Verein bereits über 1.000 Mitglieder, darunter waren 300 Jugendliche. Zu Punktspielen traten 15 Herren-, 6 Jugend- und 10 Knabenmannschaften an. Es wurde Zeit, den Bau einer größeren Platzanlage anzugehen.

Am 17. Juni 1923 war es so weit, das neue Stadion an der Hamburger Straße wurde feierlich eingeweiht. Dass der Bau der Tribüne aus finanziellen Gründen noch nicht beendet werden konnte, beeinträchtigte die Freude über das Erreichte nicht. Allerdings verloren die Löwen das erste Spiel auf ihrem neuen Platz mit 1:10 gegen den 1. FC Nürnberg.

Ein Jahr später konnte auch die Tribüne eingeweiht werden, 1925 wurde von Eintracht eine Geschäftsstelle in der Stadt (am Theaterwall) eingerichtet und zudem mit dem Ungarn Feldmann erstmals ein hauptamtlicher Trainer eingestellt.

Seit Jahren wurde nicht nur Fußball bei der Eintracht gespielt. Weitere Abteilungen gab es inzwischen für Leichtathletik, Tennis, Hockey und Wintersport. Aber zunehmend zeigten sich die Folgen der Weltwirtschaftskrise auch im Sport. Resümee in der Chronik: „Noch nie waren unsere finanziellen Schwierigkeiten so groß und noch nie lag unser Vereinsleben so darnieder wie 1929.“

1930-1940: Der Verein im Nationalsozialismus, im Pokal gegen Schalke

Über die Rolle, die Eintracht in den Jahren des Nationalsozialismus gespielt hat, gibt eine neue Untersuchung („Es ist für`s Vaterland, wenn`s auch nur Spiel erscheint.“ Verlag Die Werkstatt, Göttingen, 9,90 €) seit diesem Herbst Auskunft. Seit 1932 hat demnach Eintrachts Führungspersonal die Politik der Nationalsozialisten offen unterstützt. Im Gegenzug halfen Staatsregierung, Stadt und Staatsbank, wann immer Eintracht dort um eine Förderung nachsuchte. 1934 hatte der Verein 1.200 Mitglieder und konnte ein neues Vereinsheim im Stadion eröffnen, das im Zuge des „nationalen Arbeitsbeschaffungsprogramms“ entstanden war.

Aus sportlicher Sicht ist ein Pokalspiel aus dem Jahr 1937 zu erwähnen. Nach Erfolgen gegen Leu, Wacker Bernburg, VfB Sömmerda und Tura Bonn kam Eintracht bis in die Runde der letzten 16 Mannschaften. Gegner war dort am 31. Oktober die damals beste deutsche Mannschaft Schalke 04 mit Größen wie Szepan, Kloth und Kuzorra. Im mit 22.000 Zuschauern erstmals restlos ausverkauften Eintracht-Stadion mussten sich die Löwen unglücklich durch einen Elfmeter in der letzten Minute der Verlängerung mit 0:1geschlagen geben, erhielten aber viel Beifall für ihr couragiertes Auftreten.

1940-1950: Nach Kriegsende entsteht zunächst der TSV 

Das letzte Spiel während des Krieges, den wiederum viele Eintracht-Mitglieder nicht überlebten, fand am 4. Februar 1945 statt, dabei musste sich die mit vielfachem Ersatz angetretene Eintracht mit 6:10 Germania Wolfenbüttel geschlagen geben. Wenige Wochen später war der Zweite Weltkrieg aus und die Sportvereine mussten bei der Militärregierung ihre (Wieder-) Zulassung beantragen.

Weil Eintracht den Nationalsozialisten nahe gestanden hatte, wurde dem Verein geraten, sich der Neugründung Turn- und Sportverein Braunschweig (TSV) anzuschließen. So geschah es, am 13. Januar 1946 wurde der neue Verein aus der Taufe gehoben und einer der wenigen unbelasteten Eintracht-Funktionäre, der Wintersport-Abteilungsleiter Karl Michel, zu seinem Vorsitzenden gewählt.

1947 wurde die Oberliga Nord (mit 12 Vereinen) beschlossen, der Eintracht (bzw. der TSV) bis 1963 kontinuierlich mit der Ausnahme eines Jahres angehört hat. Am 1. April 1949 wurde aus dem TSV der BTSV Eintracht.

Teil 1

Teil 3

Teil 4


Fotos: Archiv

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