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Donnerstag 11.10.2018

"An allen Dingen arbeiten, die den Erfolg wahrscheinlicher machen"

Erste Pressekonferenz mit André Schubert

Erster Tag für André Schubert bei der Eintracht: Bevor der 47-Jährige um 15.30 Uhr seine erste Trainingseinheit leiten wird, stellte sich der neue Löwen-Coach, gemeinsam mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Sebastian Ebel, am Donnertagmorgen zunächst den Fragen der Journalisten. Die wichtigsten Aussagen der Pressekonferenz gibt es hier zusammengefasst.

Sebastian Ebel über...

 

…die Entscheidung für André Schubert:

"Wir sind nach elf Spieltagen Tabellenletzter, haben viele Gegentore bekommen. Natürlich haben wir  uns mit der Situation seit geraumer Zeit intensiv beschäftigt und haben viel diskutiert. Wir haben dann entschieden, Henrik Pedersen zu beurlauben und André Schubert als Nachfolger gewinnen zu wollen. Mit ihm haben wir jemanden gefunden, der mit seiner Erfahrung und seiner Persönlichkeit der Richtige ist, um die Mannschaft wieder in die Spur zu bringen. Wir haben mit vielen Kandidaten gesprochen und uns schließlich einstimmig auf André Schubert geeinigt. Das Sportliche steht außer Frage, wichtig ist aber auch, dass das Zwischenmenschliche stimmt. Wir haben in großer Offenheit die Situation besprochen. Da war bei mir bereits eine hohe Präferenz in Richtung André Schubert vorhanden, diese Meinung hat sich im Aufsichtsrat dann verfestigt. Jeder weiß, dass die finanzielle Situation in der 3. Liga nicht einfach ist. Durch die Unterstützung unserer Sponsoren konnten wir André Schubert für uns gewinnen. Wir freuen uns, dass er hier ist."

…zum Thema Sportlicher Leiter:

"Die erste Priorität waren in der jetzigen Situation der Trainer. Das Thema Sportlicher Leiter wir weiter verfolgen und abarbeiten. Auch dort werden wir eine gute Lösung finden, die jedoch in den wirtschaftlichen Rahmen passen muss. Das wird aber nicht heute oder morgen passieren. "

 

André Schubert über…

 

…seine Entscheidung für die Eintracht:

"Ich habe bislang immer die Dinge gemacht, von denen ich überzeugt war. Natürlich schaut man zunächst: Okay, Tabellenletzter in der 3. Liga – das ist eine Aufgabe. Aber man sieht dann auch: Eintracht Braunschweig ist nicht der typische Drittligist. Es ist ein Verein, der nicht nur eine große Tradition hat, sondern auch hervorragende Möglichkeiten bietet. Hier wurden in den vergangenen Jahren sehr professionelle Strukturen aufgebaut, man kann hier sehr gut arbeiten. Es gibt eine große Fanbase und die mittel- und langfristigen Ziele, die Perspektiven in diesem Verein, sind sehr gut. Ich habe bisher nur positive Nachrichten erhalten, alle haben mich beglückwünscht. Auch das spricht für Eintracht Braunschweig und dafür, wie dieser Verein wahrgenommen wird."

…die ersten Ansätze und das erste Training am Nachmittag:

"Wir schauen, an welchen Dingen man jetzt konkret arbeiten kann und was wir verändern können. Ich habe mit dem Mannschaftsrat gesprochen und einen guten Eindruck bekommen. Ich weiß, wie die Spieler die Situation sehen – auch sie spüren diese Verantwortung, das merkt man ganz eindeutig. Heute geht es darum, dass ich die Mannschaft und die Mannschaft mich kennen lernt. Wir werden mit den Trainingsinhalten die ersten Reize setzen. Am Freitag und Samstag absolvieren wir dann jeweils zwei Einheiten."

…über seine Spielidee:

"Ich habe natürlich eine grundsätzliche Vorstellung, wie wir verteidigen, wann wir wo attackieren und wie wir umschalten. Das werden wir jetzt versuchen, zu vermitteln. Ich bin Verfechter eines konstruktiven Fußballs. Ich bin nicht der Trainer mit dem Motto 'langer Ball, zweiter Ball'. Ich will mutigen Offensivfußball sehen, die Mannschaft soll über Kombinationsfußball kommen."

…die Mannschaft:

"Die Mannschaft kann phasenweise richtig guten Fußball spielen, ist technisch ordentlich und verfügt über ein gutes Kombinationsspiel. Ich konnte in den Spielen nicht erkennen, dass sie grundsätzlich nicht will, das Bemühen war da. In Situationen, in denen Widerstände aufkommen, etwa ein Gegentor oder Momente, in denen Spiele kippen können – da fehlt momentan vielleicht der Glaube, die Sicherheit und der Gedanke: Wie gehen wir damit jetzt um? Es sind Spieler dabei, die riesiges Potenzial haben. Aber Potenzial alleine bringt nicht viel. Es geht auch um die Leidenschaft und den Willen. Die Mannschaft hat das Potenzial für andere Tabellenregionen als die, in der sie momentan steckt – das ist ganz klar. Ich habe gestern bereits viele Gespräche geführt, nicht nur mit Spielern, auch mit Mitarbeitern und Leuten aus dem Umfeld: Alle spüren die Verantwortung. An allen Dingen, die den Erfolg wahrscheinlicher machen, werden wir jetzt arbeiten."

…die aktuelle Stimmung im Umfeld:

"Ich kann die Ängste bei den Fans, die mit dem Herzen dabei sind, natürlich verstehen. Es hilft aber im Moment nicht. Was jetzt hilft, ist unsere Kräfte zu bündeln und zu sehen, was wir auf dem Platz tun können. Ich kann alle nur bitten: Steht hinter der Mannschaft wie eine Eins, feuert sie an. Die Jungs müssen Gas geben, wir müssen alle das Gefühl haben, dass sie von der ersten Minute an brennen. Aber das sind Basics, darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Wir müssen eine Mannschaft nicht dafür loben, dass sie 90 Minuten lang Gas gibt – das ist die Grundvoraussetzung und ganz normal. Wenn das gegeben ist, sind viele Fans schon mal zufrieden. Wenn wir dann noch gut performen und beides zusammenkommt, werden wir auch wieder Erfolg haben. Ich merke, dass es insgesamt, auch im Umfeld, eine kritische Situation ist – dessen bin ich mit natürlich bewusst. Ich kann jetzt nicht hier sitzen und den Li-La-Launebär spielen, damit wir alle lachen. Ein Trainerkollege wurde beurlaubt, das ist eine blöde Situation. Wir müssen aber trotzdem positiv bleiben und die nächsten Tage versuchen, natürlich mit dem nötigen Ernst, aber auch mit Gelassenheit und Spaß, die Trainingseinheiten zu gestalten. Alles andere macht keinen Sinn."

…das zukünftige Trainer-Team:

"Zum Trainer-Team hinzugestoßen ist für die nächsten Tage Sascha Eickel, den ich noch aus Paderborn kenne. Das ist eine gute Sache. Was die weitere Planung angeht, muss ich mir erstmal durch die Gespräche mit den anderen Kollegen im Trainer-Team ein Bild machen. Die Strukturen sind hier aber sehr gut und professionell."

Die Pressekonferenz in voller Länge könnt ihr euch hier ansehen.

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