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Freitag 29.06.2018

Außer­ordentliches FanParlament

Knapp 300 Gäste zu Gast in der Löwenlounge

Am Donnerstagabend lud der FanRat zu einem außerordentlichen FanParlament in die Löwenlounge des EINTRACHT-STADIONs ein. Moderiert wurde die rund zweistündige Veranstaltung von FanRat-Sprecher Robin Koppelmann. Ca. 300 Löwen-Anhänger folgten den Ausführungen von Eintracht-Präsident und Aufsichtsratsvorsitzendem Sebastian Ebel zu den Geschehnissen rund um die Blau-Gelben in den vergangenen Monaten. Zunächst aber stellte sich der neue Trainer Henrik Pedersen den Fans vor.

Die Veranstaltung stand vor allem im Zeichen der Aufarbeitung der vergangenen Saison, doch es war auch Löwen-Coach Henrik Pedersen ein wichtiges Anliegen, mit den Fans zu sprechen und sich vorzustellen. „Danke, dass ich hier sein darf“, betonte der Däne, der sich überall herzlich aufgenommen und willkommen fühlt. Der 40-Jährige gab einen kurzen Einblick in die aktuelle Vorbereitungsphase, in den Tagesablauf eines Profis sowie die Kaderplanung. Alle Positionen sollen doppelt besetzt sein, aktuell seien noch drei, vier Plätze im Kader frei, zudem steht auch die Verpflichtung eines Torwart-Trainers noch aus. „Ich bin sehr zufrieden mit meiner aktuellen Mannschaft und habe großes Vertrauen in die Jungs“, sagte Pedersen und lobte ausdrücklich die Zusammenarbeit mit Eintrachts Sportlichem Leiter Marc Arnold und Chef-Scout Dirk Fischer bei der Kaderplanung. Pedersen betonte zudem, auch auf den eigenen Nachwuchs zu setzen. „Wir haben eine super Akademie und die Tür dafür steht bei mir offen. Wir haben acht junge Spieler, die aktuell bei der Mannschaft trainieren. Wir wollen junge Spieler aus Braunschweig, um die Identität zu entwickeln.“ Entwickeln möchte der Fußballlehrer auch eine neue Philosophie auf dem Platz. „Wir werden eine aggressive Spielweise haben“, kündigte er noch einmal an und betonte: „Am Samstag hatten wir 40 Ballverluste, 30 davon haben wir innerhalb von fünf Sekunden zurück erobert.“ Zu den Zielen gefragt macht Pedersen noch einmal deutlich. „Ich bin nicht nach Braunschweig gekommen, um hier drei Jahre in der 3. Liga zu spielen.“

Ebel: "Konnten uns nicht vorstellen, die nötigen Punkte nicht zu holen"

Im zweiten Teil des Abends ging es vor allem um die Aufarbeitung der Geschehnisse der vergangenen Monate. Der Präsident und Aufsichtsratsvorsitzende Sebastian Ebel betonte, dass man die Saison nach dem letzten Saisonspiel gemeinsam mit Torsten Lieberknecht analysiert habe. „Der Abstieg ist die Kombination vieler Gründe gewesen, darüber gab es in dem Gespräch einen Konsens.“ Der Aufsichtsrat habe seit der Winterpause monatlich, zum Saisonende sogar vierzehntägig, getagt und über die sportliche Situation diskutiert. Auch aufgrund des Rückhalts für Torsten Lieberknecht seitens der Fanszene sowie der Rückmeldung aus dem Mannschaftsrat – auch in der Woche vor dem Spiel bei Holstein Kiel – sei man zu dem Ergebnis gekommen, auf der Trainerposition keinen Wechsel durchzuführen. „Wir haben das Gefährdungspotenzial nicht in der Größe eingeschätzt. Wir konnten uns nicht vorstellen, dass wir die nötigen Punkte für den Klassenerhalt nicht mehr holen“, macht Ebel noch einmal deutlich. Auf der anderen Seite hätte es auch keine Garantie dafür gegeben, dass die Saison mit einem anderen Trainer einen besseren Verlauf genommen hätte. Zudem dementierte Ebel an dieser Stelle auch die Gerüchte rund um Torsten Lieberknechts Privatleben ausdrücklich und bezeichnete sie als „totalen Quatsch und absurd.“

In der anschließenden Fragerunde ging es auch noch einmal um das Thema Verabschiedung verdienter Spieler. „Natürlich besteht bei uns auch der Wunsch, uns von unseren langjährigen Jungs zu verabschieden. Es gibt Überlegungen – auch natürlich in Absprache mit den Spielern und Torsten – in welchem Rahmen diese stattfinden können“, so der Präsident. Indes hat der FanRat in seiner Sitzung über die Spieler abgestimmt, für die aus Fansicht eine Verabschiedung wichtig wäre. Dabei handelt es sich um Mirko Boland, Ken Reichel, Jan Hochscheidt, Jasmin Fejzic und Domi Kumbela.
Zum Abschluss gab Ebel noch einen Ausblick auf die Spielzeit 2018/2019. „Wir haben neben dem FCK den höchsten Etat der Liga. Diese Anstrengungen können wir ein Jahr aufrechterhalten“ Ein zweites Jahr wäre möglich, es würde aber erhebliche Einschnitte geben. Zudem warb der Präsident um Unterstützung für Henrik Pedersen und sein Team.

Sowohl Eintrachts Fanbeauftrager Erik Lieberknecht als auch Robin Koppelmann für den FanRat zogen unter die Veranstaltung ein positives Fazit: „Das gemeinsame Ziel der Eintracht und des FanRates war es, Antworten auf alle noch offenen Fragen zur vergangenen Saison zu erläutern, um so gemeinsam unbeschwert in die neue Spielzeit starten zu können. Dies ist uns heute gelungen.“ Die Atmosphäre sei kontrovers, stets aber sachlich gewesen: „Solche Austausche sind wichtig, um gegenseitiges Verständnis zu schaffen – im Zuge der von den Fans gewünschten, höheren Transparenz ist das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“, so Koppelmann, der daher den zahlreich erschienenen Fans für ihr Kommen dankte: „Der FanRat würde sich freuen, den einen oder anderen auch bei den kommenden FanParlament-Sitzungen begrüßen zu können.“ Die Termine hierzu werden jeweils zeitnah auf den Eintracht-Fankanälen im Internet veröffentlicht.

Foto: Bernhard Grimm


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