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Donnerstag 11.10.2018

„Das war Freude pur!“

Malte Froehlich wird Kleinfeld-Weltmeister

Malte Froehlich, Internatsmitarbeiter und Co-Trainer der U19 bei den Löwen war Ende September als Bundestrainer der Deutschen Kleinfeld-Nationalmannschaft (dkfv.eu) in Portugal mit seinem Team bei der Weltmeisterschaft. In einem spannenden Wettbewerb kämpfte sich seine Auswahl bis ins Endspiel gegen Polen und gewann am Ende mit 1:0 den Titel. Wir sprachen mit dem frisch gekürten Weltmeister über seine Eindrücke in Lissabon.

Malte, erstmal herzlichen Glückwunsch zum Titelgewinn. Erzähl uns doch mal, was es für ein Gefühl war, Weltmeister zu werden?

Malte Froehlich: „Vielen Dank, es ist ein wahnsinnig gutes Gefühl, weil wir als Team, etwas bis dahin Einmaliges erreicht haben. Wir sind der erste Weltmeister in der Geschichte der International Socca Federation geworden. Die Anspannung ist im Laufe des Turniers schon stetig gestiegen und die angestauten Emotionen haben sich mit dem Abpfiff im Finale einmal komplett entladen, das war Freude pur!“ 

Ihr musstet euch im zweiten Gruppenspiel mit 0:2 Kroatien geschlagen geben. Hast du nach dem Spiel damit gerechnet, dass ihr den Titel gewinnen könnt?

Froehlich: „Wir haben uns von Beginn an vorgenommen, von Spiel zu Spiel zu denken und uns jedes Mal kleine Zwischenziele gesetzt. Unseren gemeinsamen Traum Weltmeister zu werden, hatte natürlich jeder im Hinterkopf, aber wir wollten den Druck nicht zu groß werden lassen. Dieser Ansatz hat sich am Ende für das Team, als richtig herausgestellt, weil wir auch nach der Niederlage gegen Kroatien nur das nächste Spiel gegen Angola im Blick hatten und uns nur darauf konzentriert haben.

Der Turnierplan hatte nach dem 2. Gruppenspiel einen Tag Pause für uns vorgesehen, dieser hat uns sehr geholfen, um den Kopf frei zu bekommen und den Fokus für einen Moment vom Turnier zu lösen. Die Mannschaft hatte viel Spaß und war am nächsten Spieltag mit extrem viel Freude und Emotionen bereit für Angola. Dieses Spiel war rückblickend ein Schlüsselspiel zum Erfolg.“

Ihr seid in vielen Spielen einem Rückstand hinterher gelaufen, konntet die Partien aber stets zu euren Gunsten drehen. War die Moral eine besondere Stärke deiner Mannschaft?

Froehlich: „Mentalitätsmonster war ein Schlagwort, auf das wir bis zum Schluss zurückgegriffen haben. Mit dem Weltmeistertitel hat die Mannschaft bewiesen, dass sie genau das sind. Die Truppe ist von Tag zu Tag enger zusammen gewachsen, wir hatten eine wahnsinnig tolle Gruppe, die für einander eingestanden ist und einfach viel Spaß hatte. Die Gier mit 100% in jedes Spiel zu gehen war von Beginn an des Turniers zu spüren. Nach dem Spiel gegen Kroatien mussten wir ein wenig "fein justieren". Im Achtelfinale gegen Slowenien sind wir dreimal in Rückstand geraten und haben am Ende, kurz vor Schluss, 4:3 gewonnen, ab diesem Moment war alles möglich.“

Erklär mal, wie sich deine Mannschaft zusammensetzt.

Froehlich: „Wir haben bei zwei Sichtungslehrgängen in Köln und Braunschweig Spieler gescoutet, hatten ein Länderspiel in Belgien und einen Abschlusslehrgang in Göttingen. Bei diesen Maßnahmen haben wir verschiedene Spieler eingeladen und am Ende den finalen Kader nominiert. Mitspielen darf jeder, der keinen Profivertrag hat. Im aktuellen Kader sind Spieler von der Bezirks- bis zur Oberliga, aus dem Futsal, aber auch ehemalige Profis, die in Deutschland und dem Ausland gespielt haben.“

Was zeichnet den Fußball auf dem Kleinfeld aus?

Froehlich: „Intensität! Im Gegensatz zum Elf-gegen-Elf kannst du dir keine Pause erlauben. Das Spiel lebt davon, dass du zweimal 20 Minuten Vollgas gibst, weil annähernd jede Aktion mit einem Torabschluss endet. Der Spieler ist im Schnitt drei bis vier Minuten auf dem Feld und hat dabei viele kurze Sprintaktionen. Umschaltverhalten ist ein absolutes Muss, das Tempo und die vielen Torabschlüsse machen das Spiel für den Zuschauer sehr interessant. Es wird nie langweilig, weil immer schnell Richtung Tor gespielt wird.“

Was kannst du aus deiner Tätigkeit für die Aufgaben bei der U19 mitnehmen?

Froehlich: „Spaß und Lockerheit dürfen bei allem unbedingten Willen, der Anspannung und dem Druck vor einem Wettkampf nicht verloren gehen. Der Glaube an ein gemeinsames Ziel und das nötige Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärkt eine Mannschaft ungemein. Die Intensität mit der du als Team jeden Tag gemeinsam arbeitest ist ebenso wichtig für den Verlauf einer gesamten Saison.“

Vielen Dank fürs Interview und herzlichen Glückwunsch!

Fotos: Lukas Mengeler / DKFV

 

 

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