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Donnerstag 09.04.2020

"Diese ganze Emotionalität fehlt mir sehr“

Yari Otto im Interview

Ähnlich wie in der gesamten Gesellschaft ist auch das Leben der Fußballprofis stark runtergefahren. Eintracht.com hat einmal bei Yari Otto nachgefragt, wie er mit der Situation umgeht, was er von Geisterspielen hält, und was er in dieser Zeit am meisten vermisst.

Hallo Yari, seit einiger Zeit ruht der Trainings- und Spielbetrieb komplett, wie geht es Dir in dieser Situation?

Yari Otto „Die Situation ist schon schwierig. Wenn man so überlegt, dass in fünf bis sechs Wochen die Saison vorbei gewesen wäre. Es ist einfach komisch, ich vermisse es auch auf dem Platz zu stehen, zu trainieren und im Stadion aufzulaufen. Es ist bescheiden, dass alles auf einmal weg ist, aber es ist nachvollziehbar und verständlich. Die Gesundheit der Menschen steht über allem. Man muss das Beste aus der Situation machen und hoffen, dass es schnell weitergeht.“

Die Mannschaft ist ebenso wie viele andere Mitglieder der Gesellschaft in Kurzarbeit. Beschäftigt Dich das Thema?

Otto „Definitiv, weil mich das Thema auch selbst betrifft und das eine neue Situation für einen selbst ist. Im Endeffekt geht es aktuell darum, die Zukunft des Vereins und seinen Arbeitsplatz zu sichern. Wir haben als Mannschaft der Kurzarbeit auch schnell zugestimmt. Man liest aktuell viel darüber, wie schlecht es manchen Vereinen wirtschaftlich geht. Die ungewisse Zukunft nach Corona ist zurzeit ja auch sehr präsent. Vieles ist in der Schwebe und niemand weiß so richtig, wie es weitergeht. Diese Ungewissheit ist schon ein komisches Gefühl.“

Wie hältst Du Dich in diesen Tagen fit?

Otto „Ich habe mir selbst ein kleines Fitnessprogramm zusammengestellt, das ich durchziehe. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dann nochmal eine richtige Vorbereitung absolviert wird, bevor der Spielbetrieb weitergeht. Es wird wahrscheinlich alles relativ fix hintereinander gespielt werden.“

Wie vertreibst Du sonst Deine Zeit?

Otto „Ich verbringe viel Zeit mit meiner Freundin auf der Terrasse, spiele ab und zu auf der Konsole, lese oder mache meine Kraftübungen. Ansonsten bleibt einem ja nicht viel übrig, außer noch gelegentlich einkaufen zu gehen.“

Marcel Enghardt veröffentlich täglich Rezepte in seiner Instagram-Story. Hast Du schon etwas davon nachgekocht?

Otto „Ne, ne (lacht). Ich koche immer selber und brauche keine Rezepte von anderen.“

Hast Du Deine Skills an der Konsole schon verbessert?

Otto „Ich hab schon spaßeshalber zu einem Kumpel vor ein paar Tagen gesagt, dass ich nach der Quarantäne E-Sportler werden könnte. Ich spiele aber kein FIFA, weil mich das zu sehr nervt, sondern lieber Basketball oder Madden.“

Zurzeit stehen ja auch Spiele ohne Zuschauer im Raum. Fußball ohne Fans im Stadion, kannst Du Dir das vorstellen?

Otto „Das hat nichts mit dem Fußball zu tun, den wir spielen und lieben. Die Zuschauer machen das Ganze zu einem Erlebnis, auf das man sich jedes Wochenende brutal freut. Gerade bei Heimspielen, wenn das EINTRACHT-STADION voll ist, ist die Stimmung echt überragend. Ohne die Fans wird es ziemlich bescheiden. Allerdings kann ich mir kein anderes Szenario vorstellen, um die Saison zu Ende zu spielen. Von daher muss man sich schon mit dem Thema befassen.“

Auch in Jeddeloh II ruht der Ball. Wie geht es Nick? Seht Ihr euch oder ist er sogar bei Euch in der Wohnung?

Otto „Nick ist hier in unserer gemeisamen Wohnung. Als die Nachricht kam, dass die Saison unterbrochen wird, ist er sofort nach Braunschweig gekommen. Die Ungewissheit ist auch bei ihm vorhanden.“

Was vermisst Du am meisten?

Otto „Aktuell vermisse ich am meisten, mit den Jungs auf dem Trainingsplatz zu stehen und zu trainieren. Die Spiele in den Stadien und diese ganze Emotionalität fehlen mir sehr.“

Wir auch, Yari. Danke für das Interview und auf ein baldiges Wiedersehen!

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