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Donnerstag 26.02.2015

„Eine gewisse Portion Glück gehört auch dazu“

U23-Spieler Gerrit Holtmann im Interview

Zu Saisonbeginn kam der schnelle Flügelspieler Gerrit Holtmann vom JFV Bremerhaven aus der A-Junioren Regionalliga zur U23 von Trainer Henning Bürger. In der laufenden Spielzeit kommt Holtmann bereits auf 21 Einsätze, in denen er neun Treffer selbst erzielte und vier Torvorlagen lieferte. Eintracht.com sprach mit dem sympathischen 19-Jährigen.

Gerrit, du bist jetzt seit gut einem halben Jahr bei der Eintracht. Wie gefällt es dir hier?

Gerrit Holtmann: Ich habe mich gut eingelebt und habe eine schöne Zeit hier in Braunschweig. In meiner WG komme ich mit den Jungs auch richtig gut klar.

Mit wem wohnst du zusammen?

Holtmann: Ich wohne mit Morten Rüdiger, Dennis Slamar und Brian Behrens zusammen. Dennis und Brian sind ja schon etwas länger in Braunschweig, Morten und ich sind seit dieser Saison dazu gekommen. Wir kommen sehr gut miteinander aus, gehen oft zusammen essen oder spielen Playstation. Das ist schon etwas Besonderes.

Wie würdest du die Gegebenheiten hier bei der Eintracht beschreiben?

Holtmann: Ich war zuletzt in Bremerhaven beim JFV und davor in den Jugendmannschaften bei Werder Bremen. Es ist schön, hier wieder bei einem Bundesligaverein zu spielen. Die Gegebenheiten sind wirklich riesig und ich bin sehr glücklich, hier zu sein.

Wie bist du in der Mannschaft aufgenommen worden und wie ist der Teamgeist?

Holtmann: Ich bin als Neuling von der Mannschaft gut aufgenommen worden. Ich bin eher der ruhige Typ, aber alle haben mir geholfen, beim Training lautstark mitzumachen und bei allen Aktionen, die die Mannschaft plant, wie zum Beispiel gemeinsam essen zu gehen, dabei zu sein. Dabei kommt man gut ins Gespräch. Der Teamgeist bei uns ist Wahnsinn! Bestes Beispiel ist das Spiel in Rehden, als wir 1:3 hinten lagen und noch zurückkommen und am Ende 3:3-Unentschieden spielen. Ohne die Stimmung im Team würden wir wahrscheinlich nicht dort stehen, wo wir stehen.

Du bist vom JFV Bremerhaven gekommen und spielst das erste Jahr Herren-Fußball. Wie groß sind die Unterschiede?

Holtmann: Die Unterschiede sind enorm. Das Spiel ist schneller, das Zweikampfverhalten ist ganz anders als im Jugendfußball. Ich habe in Bremerhaven in der A-Junioren Regionalliga gespielt und der Unterschied zur Regionalliga Nord der Herren ist wahnsinnig groß.

In deiner ersten Saison in der Regionalliga Nord hast du für deine Mannschaft in 21 Spielen bereits neun Tore erzielt und vier Treffer vorbereitet. Hast du vorher damit gerechnet, dass es für dich so gut läuft?

Holtmann: Rechnen kann man damit nicht. Man muss von Spiel zu Spiel weiter sehen, wie es läuft. Einiges an Glück war sicherlich auch dabei. Zum Beispiel in Lübeck, wo ich durch ein Glückstreffer das 1:0-Siegtor erzielt habe. Das war natürlich auch mal ganz cool. 

Welche Rolle hat die Mannschaft dabei gespielt?

Holtmann: Eine sehr große Rolle. Ich bin jemand, der der Mannschaft folgt und nicht jemand, der herausragen möchte. 

Ihr wart in der Wintervorbereitung erstmals im Trainingslager in der Türkei. Wie war das für dich?

Holtmann: In meiner Bremer Zeit war ich schon mal mit der U16 in Dubai, daher kannte ich die Abläufe schon einigermaßen. Die Vorbereitung mit einer Herrenmannschaft ist damit aber nicht zu vergleichen, das war ein ganzes Stück schwerer und härter.

Wie würdest du die Trainingsintensität beschreiben?

Holtmann: Im Trainingslager war die Intensität schon sehr hoch. In der Vorbereitung haben wir mehrere Dinge auf dem Platz gemacht und auch zweimal täglich trainiert. Im täglichen Trainingsbetrieb kommt es darauf an, ob wir wettkampfbedingt oder regenerativ trainieren. 

Wo siehst du deine Stärken und welches sind deine Schwächen, an denen du noch arbeiten musst?

Holtmann: Man hat mehr Schwächen, als man Stärken hat, darum möchte ich mit den Schwächen anfangen. Da wäre bei mir auf jeden Fall das Defensivverhalten, da brauche ich noch Zuwachs. Das Umschaltspiel muss ich schneller machen und auch im Zweikampfverhalten robuster werden. Meine Stärken sind zum einen meine Schnelligkeit und mein Abschluss. Ich denke, dass ich mit meinen neun Treffern schon recht torgefährlich bin. 

Was möchtest du mit dem Team in dieser Saison noch erreichen?

Holtmann: Wir haben uns zu Beginn der Saison als Ziel den Klassenerhalt gesetzt. So wie es momentan aussieht, möchte ich schon unter die ersten zehn mit der Mannschaft geraten. 

Welche persönlichen Ziele hast du und wie möchtest du diese umsetzen?

Holtmann: Jeder möchte natürlich Profi werden, das ist auch mein großes Ziel. Das möchte ich durch hartes Arbeiten im Training jeden Tag umsetzen. Mehr kann ich dafür nicht tun. Auch hier gehört wieder eine gewisse Portion Glück dazu.

Wie und wo siehst du deine sportliche Zukunft?

Holtmann: Am liebsten würde ich in Braunschweig Profi werden. Mir wurde hier nochmal die Chance gegeben, mich in der U23-Mannschaft zu beweisen. Ich habe zwei Jahre U17- und U19-Bundesliga in Bremen gespielt und dann einen Schritt zurück gemacht, als ich anschließend für ein Jahr A-Junioren Regionalliga in Bremerhaven gespielt habe. Das war schon ein wenig traurig für mich, daher bin ich sehr dankbar, dass ich hier die Möglichkeit habe, in der U23 zu spielen und mein Glück versuche, Profi zu werden.

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

Fotos: eintracht.com

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