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Donnerstag 22.03.2018

"Einen Haken dran machen"

Julius Biada im Interview

Das Trainingslager im südspanischen Benahavis Anfang des Jahres endete für Julius Biada vorzeitig. Eintrachts Stürmer hatte sich während einer Trainingseinheit eine komplexe Bänderverletzung im linken Sprunggelenk sowie eine Verletzung im Knie zugezogen. Die Reha-Phase ist mittlerweile beendet, das Training mit dem Team muss allerdings noch etwas warten. Im Interview mit eintracht.com spricht der Angreifer über die schweren vergangenen Wochen und die Freude darüber, wieder bei der Mannschaft zu sein.

Julius, Anfang Januar musstest du verletzt aus dem Trainingslager abreisen. Wie geht es dir mittlerweile?

Julius Biada: "Es geht mir wieder ganz gut, ich kann vereinzelt schon wieder ein paar Sachen mit dem Ball machen. Ich trainiere wieder hier am Stadion und habe die Reha-Zeit abgeschlossen. Damit bin ich auch endlich wieder bei der Mannschaft, auch wenn ich natürlich noch nicht wieder mit ihnen trainieren kann. Ich hoffe aber, dass das zeitnah der Fall ist. So eine Verletzungsphase ist immer bitter. Es gab auch Tage, an denen man ein wenig gehadert hat und sich motivieren musste, das Reha-Programm zu absolvieren. Aber jetzt bin ich auf einem guten Weg und hoffe, dass ich zeitnah wieder dabei bin und dem Team dann auch wieder helfen kann."

Wie sahen die Wochen unmittelbar nach deiner Verletzung aus, was stand auf dem Programm?

Biada: "Dadurch dass ich ja die Bänderverletzung im Sprunggelenk und zusätzlich noch die Knieverletzung hatte, war ich lange Zeit sehr eingeschränkt. Wenn das eine besser wurde, war das andere noch nicht gut genug – das hat mich natürlich bei einigen Übungen behindert. Letztlich geht es in der ersten Phase einfach darum, dass alles wieder durchbewegt wird, damit die Mobilität aufrechterhalten wird. Dann freut man sich auch über die kleinen Schritte, 20 Minuten Fahrradfahren ist da schon ein Erfolg. Zunächst hatte ich auch vier Wochen den Fixierungsschuh. Diese ganze Zeit liegt jetzt aber zum Glück auch schon etwas hinter mir."

Wie sieht dein Training aktuell aus?

Biada: "Mein tägliches Training passt sich schon immer mehr dem der Mannschaft an. Wenn die Jungs eine Laufeinheit machen, mache ich auch eine. Zwar mit weniger Intensität, aber beim Krafttraining hier im Stadion bin ich mittlerweile wieder mit dabei. Wenn die Jungs mit dem Ball trainieren, mache ich etwas abseits mit Jürgen Rische meine Übungen. Hin und wieder kommt dann noch der ein oder andere Spieler dazu – zuletzt zum Beispiel Joe, Georg, Özkan oder Steve. Aber grundsätzlich bin ich natürlich froh, wenn ich alleine trainieren kann, weil das heißt, dass die anderen alle gesund sind. Ich hoffe, dass ich mit Jürgen schnell vorwärts komme, damit ich an diese Phase einen Haken machen kann."

Wie ist es, endlich wieder bei der Mannschaft zu sein?

Biada: "Joe war zwar auch in der Reha, aber wir haben meistens zu unterschiedlichen Zeiten unser Programm gehabt. Man ist da schon auf sich allein gestellt. Jetzt, im Kreise der Mannschaft, hat man auch außerhalb des Platzes wieder mehr Kommunikation. Vorher ist man Einzelkämpfer, jetzt gehört man wieder dazu. Das genieße ich und es tut gut. Man freut sich einfach, dass man wieder ein Teil des Teams ist. Wie gesagt, ein bisschen was fehlt noch, um wieder komplett dabei zu sein, aber ich bin auf einem guten Weg."

In der Rückrunde musstest du die Spiele bisher von der Tribüne aus verfolgen. Wie hast die Partien der Löwen erlebt?

Biada: "Es ist natürlich schwer, nur zuschauen zu können, gerade wenn die Ergebnisse bei uns nicht stimmen. Ich persönlich hatte mir für das Jahr 2018 viel vorgenommen, die Vorsätze konnte ich dann leider Anfang Januar erst einmal über Bord schmeißen, weil ich nicht mehr helfen konnte. Man leidet doppelt: Man kann nicht helfen und ist gleichzeitig weit weg davon. Man muss sich auf die Jungs verlassen, aber das tue ich auch. Ich habe Vertrauen in die Mannschaft und gerade in den letzten Spielen ist der Trend positiv. Ich glaube, es ist viel Wille erkennbar und die Bereitschaft ist ohne Frage da. Sieben Punkte aus drei Spielen sind ein guter Schnitt. Jeder kann jeden schlagen, das sieht man ja. Es ist alles so eng in der Liga wie wahrscheinlich nie zuvor. Wir sind daher froh über die sieben Punkte, würden es aber auch begrüßen, wenn es zehn oder 13 werden in den nächsten ein bis zwei Spielen. Ich glaube die Fans honorieren auch, dass die Mannschaft da ist und lebt. Alle Jungs hauen sich rein, auch die Stimmung intern ist gut. Mit drei Punkten am Wochenende geht man einfach beruhigter in die Trainingswoche – auch als verletzter Spieler. Ich hoffe aber, dass ich nochmal angreifen kann."

Was ist dein Plan für die kommenden Wochen?

Biada: "Wie es bei mir vorangeht, hängt auch von meinem persönlichen Schmerzempfinden ab, von daher kann ich da noch keine Prognose abgeben. Ich kann aber langsam immer mehr machen. Ich fühle mich auch wieder stärker, die Kraft im linken Bein kommt zurück. Ich habe natürlich schon den Wunsch, am Ende noch ein oder zwei Spiele mitwirken zu können. Aber nach so einer Verletzung braucht man einfach seine Zeit und die gibt mir das Trainer-Team auch. Ich habe keine Not und keinen Stress, muss mich nicht unter Druck setzen. Es wäre für mich als Saisonabschluss aber schöner, auf den Platz zurückzukehren, als wenn ich nach der Verletzung sofort in die Sommerpause gehe und erst im August wieder einsteige. Diesem Ziel gehe ich optimistisch entgegen."

Foto: imagemoove

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