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Freitag 16.10.2015

Eintracht unterliegt in Paderborn mit 0:2

Stoppelkamp und Proschwitz treffen für den SCP

Am 11. Spieltag mussten sich die Löwen in der Paderborner Benteler-Arena vor 11.952 Zuschauern mit 0:2 geschlagen geben. Die Ostwestfalen gingen in der 18. Spielminute nach einer von beiden Teams engagierten Anfangsphase durch Moritz Stoppelkamp in Führung. In der Folgezeit machte die Elf von Stefan Effenberg die Räume eng und ließ den Gästen wenig Platz für das eigene Spiel. Als die Blau-Gelben in der Schlussphase auf den Ausgleich drängten, nutzten die Hausherren eine Unachtsamkeit in der Braunschweiger Hintermannschaft und erzielten durch Nick Proschwitz den 2:0-Endstand (81.).

Ausgangslage

Durch die prominente Neubesetzung der Paderborner Trainerbank mit Stefan Effenberg, stand das Freitagabendspiel der Löwen im medialen Fokus. Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht ließ sich hiervon nicht aus der Ruhe bringen und verwies darauf, da es für ihn und sein Team normaler Ligaalltag sei. Die Blau-Gelben konnten dabei auf eine erfolgreiche Serie vor der Länderspielpause zurückblicken, die sie bis auf den vierten Tabellenplatz klettern ließ. Die Gastgeber rutschten hingegen ab und rangierten nur noch einen Punkt vor der Abstiegszone, was die Verantwortlichen der Ostwestfalen zum Handeln zwang.

Aufstellung

Beide Trainer rotierten auf mehreren Positionen, wobei es „Effe“ mit Michael Heinloth, Florian Hartherz, Moritz Stoppelkamp, Süleyman Koc und Mahir Saglik zu Beginn auf fünf Neue brachte. Auf Seiten der Eintracht standen mit Mads Hvilsom, Adam Matuschyk, Marc Pfitzner und Deniz Dogan vier neue Gesichter in der Startformation. Zudem musste Lieberknecht auf die verletzten Marcel Correia, Mirko Boland und Emil Berggreen sowie den rotgesperrten Saulo Decarli verzichten.

Highlights

4. Minute: Und der gerade für die U20-Auswahl des DFB debütierende Gerrit Holtmann bringt Blau-Gelb um ein Haar in Führung. Sein Linksschuss klatscht jedoch nur an den Pfosten.

7. Minute: Schlag auf Schlag in der Ostalb. Erst prüft Stoppelkamp Gikiewicz, der parieren kann. Anschließend der nächste Abschluss des SCP. Auch hierbei geht das Leder an den Pfosten.

18. Minute: Tor durch Moritz Stoppelkamp. Was für ein krummes Ding und es steht 1:0 für den Gastgeber. Koc zieht nach innen und schließt aus gut 25 Metern ab. Der Ball wird abgefälscht und nimmt eine ganz komische Flugkurve. Gikiewicz, der schon auf dem Weg ins linke Eck war, eilt in die Mitte zurück und pariert. Jedoch landet das Leder genau vor den Füßen von Stoppelkamp, der keine Mühe hat, aus wenigen Metern die Führung zu erzielen.

22. Minute: Der SCP bleibt dran. Saglik spielt Dogan im Sechzehner schwindelig, schließt dann ab. Sein Schuss hält Gikiewicz, jedoch landet der Ball bei Proschwitz. Dessen Kopfball geht aber über den Querbalken.

36. Minute: Die Eintracht ist nun klar mehr im Ballbesitz, setzt sich aktuell in der Offensive fest. Chancen konnte sich die Elf jedoch noch nicht rausspielen. 10 Minuten sind es noch bis zur Halbzeit.

44. Minute: Eintracht ist kurz unaufmerksam und schon ist Paderborn wieder da. Dogan klärt stark zur Ecke, aber der SCP bringt den Ball schnell rein. Die Löwen sind zu langsam in der Rückwärtsbewegung, sodass Koc das Leder bekommt. Sein versuchter Heber landet auf dem Tornetz.

51. Minute: Das sah nicht schlecht aus. Zuck nimmt auf links Holtmann mit, der den Ball im Strafraum zurück zu Zuck spielt. Unsere Nummer 30 fackelt nicht lange und schließt ab. In Rücklage geht das Leder jedoch deutlich drüber.

52. Minute: Riesenglück für die Eintracht. Koc spielt auf rechts Reichel aus und läuft dann frei auf Gikiewicz zu. Baffo deckt nur noch den in der Mitte stehenden Proschwitz. Anstatt Koc mutterseelenallein abschließt, legt er den Ball doch quer. Da wartet Baffo und klärt in allerletzter Sekunde.

58. Minute: Paderborn zeigt hier häufig, was sie im technischen Bereich draufhaben. Oft weiß sich Blau-Gelb nur mit Fouls zu helfen. Nun foult Zuck Koc. Folgerichtig gibt es Freistoß. Bei der Aktion hat Zuck selbst jedoch einen abgekriegt und muss behandelt werden. Der Freistoß ist gut getreten, doch Hoheneder steht beim Kopfball im Abseits. Der Ball landet ohnehin im Toraus.

81. Minute: Tor durch Nick Proschwitz. Sauer greift Stöger nicht richtig an, sodass der eingewechselte Paderborner das Leder in Ruhe in die Mitte bringen kann. Dogan kommt in der Mitte zu spät und Proschwitz schiebt den Ball locker ins Tor.

86. Minute: Da war nochmal die Gelegenheit, zu verkürzen. Omladic holt kurz vor der Strafraumgrenze einen Freistoß raus und tritt dann selber an. Sein Versuch landet jedoch in der Mauer.

Stimmen zum Spiel

Deniz Dogan
Ich habe mich natürlich ein wenig über mein Comeback gefreut, aber nach dem Spiel ist das Gefühl einfach scheiße. Wir haben gut begonnen, aber dann kam ein Bruch, sodass wir Paderborn stark gemacht haben. Im zweiten Durchgang haben wir das Spiel kontrolliert, aber zu wenig Chancen rausgespielt. Klar setzt so ein Trainerwechsel immer Kräfte frei, dennoch müssen wir im Spiel auf uns schauen. Dass uns das beeinflusst hat, denke ich nicht. Wir müssen uns an die eigene Nase fassen, zwei Chancen sind zu wenig um ein Spiel zu gewinnen.

Marvin Bakalorz (SC Paderborn)
Der Trainer hat viele Einzelgespräche geführt und die Jungs motiviert. Paderborn lebt noch, das haben wir heute gezeigt.

Torsten Lieberknecht
Die ersten zehn Minuten sind wir so aufgetreten, wie ich mir das gewünscht hatte und mit dem Pfostenschuss hatten wir auch die Chance zum 1:0. Dann haben wir die Zweikämpfe geführt, wie es in keinem Schulbuch steht - ein ganz schlechtes Eins-gegen-Eins-Verhalten. Das war heute der Hauptunterschied. Ich möchte meine Rumpftruppe dennoch in Schutz nehmen, aber den Qualitätsverlust hat man heute bemerkt. Ich werde die Jungs aufbauen, damit wir gegen Heidenheim eine Reaktion zeigen können.

Stefan Effenberg
Wir haben die ersten zehn Minuten nicht gut gespielt und auch das Quäntchen Glück gehabt. Dann haben wir den Rhythmus gefunden und die Zweikämpfe so geführt, wie ich mir das vorgestellt habe. Wir waren im Spiel nach vorne oft gefährlich. Die Mannschaft hat sich wie gefordert als Einheit präsentiert. Danke auch an das Publikum.

Erwähnenswertes

Auf Seiten der Löwen feierte Deniz Dogan sein Profi-Comeback im blau-gelben Dress, nachdem er zuvor in der Regionalliga Nord als spielender Co-Trainer elfmal zum Einsatz gekommen war. Außerdem kam Sommer-Neuzugang Mads Hvilsom zu seinem Startelf-Debüt in der 2. Bundesliga bei den Niedersachsen. Bis zum elften Spieltag zeigte sich die Defensive der Blau-Gelben auswärts sattelfest und musste heute die ersten beiden Gegentreffer auf fremdem Platz hinnehmen. Diese bedeuteten auch die erste Auswärtsniederlage in der aktuellen Saison.

Das Spiel im Stenogramm

SC Paderborn 07
Kruse - Heinloth, Hoheneder, Brückner, Hartherz, Bakalorz (C), Wydra (72. Ndjeng), Koc (84. Ouali), Saglik (65. Stöger), Stoppelkamp, Proschwitz

Eintracht
Gikiewicz - Ofosu-Ayeh (46. Omladic), Baffo, Dogan, Reichel (C), Pfitzner (79. Khelifi), Matuschyk, Sauer, Zuck (63. Düker), Holtmann, Hvilsom

Tore
1:0 Stoppelkamp (18.)
2:0 Proschwitz (81.)

Zuschauer
11.952

Fotos: © Eibner Pressefoto

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