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Dienstag 07.01.2020

Fürstner: "Ich freue mich, wieder beim Team zu sein"

Erster Trainingstag in Belek

Nachdem die gestrige Trainingseinheit aufgrund starken Regens buchstäblich ins Wasser gefallen war, absolvierten die Löwen am heutigen Dienstag die ersten beiden Einheiten im Trainingslager. Am Vormittag stand vor allem die Arbeit mit dem Ball im Vordergrund stand, gab es am Nachmittag eine Zehn-Kilometer-Laufeinheit. In der Mittagspause haben wir uns mit Stephan Fürstner zum Interview getroffen, der nach seiner langen Leidenszeit hart am Comeback arbeitet.

Stephan, wir sind gestern hier in Belek angekommen, die ersten Trainingseinheiten sind absolviert. Wie sind Deine bisherigen Eindrücke? 

Stephan Fürstner „Für mich ist es nichts Neues, ein gewohntes Umfeld, da wir ja bereits im vergangenen Jahr in diesem Hotel waren. Allerdings waren wir heute auf einem anderen Platz. Aufgrund der Regengüsse konnten wir das Trainingsgelände nicht erreichen, aber wir haben trotzdem einen super Platz vorgefunden, der in einem Topzustand war. Das Training war intensiv undn sehr, sehr gut.“

Für Dich war es bisher eine ganz schwierige Saison. Nach einem Muskelfaserriss und einem kurz darauf folgenden Muskelteilabriss im Oberschenkel musstest Du die komplette Hinrunde pausieren. Umso mehr freuen wir uns alle, Dich wieder auf dem Trainingsplatz zu sehen. Wie geht es Dir aktuell und wie weit bist Du?

Fürstner „Es war schon eine schwierige Zeit, weil ich meiner gesamten Karriere noch nie so lange verletzt war. Es gibt nie einen guten Zeitpunkt für Verletzungen, aber zu Beginn einer Saison, in der Vorbereitung, ist es doppelt bitter, weil man durch die Schwere der Verletzung die gesamte Hinrunde ausfällt. Der Reha-Prozess war sehr anstrengend, weil wir hart gearbeitet und probiert haben, das Verlorene aufzuholen. Aktuell bin ich soweit, dass ich wieder mit der Mannschaft trainieren kann. Ich freue mich, wieder beim Team zu sein und auf dem Platz zu stehen. Das war schon eine harte Zeit, immer auf der Tribüne die Spiele verfolgen zu müssen. Für einen Fußballer gibt es nichts Schlimmeres. Aber jetzt schaue ich optimistisch in die Restrunde der 3. Liga und will meinen Beitrag zu leisten, diese erfolgreich zu gestalten.“

Wie schwer ist es, nicht bei der Mannschaft sein zu können und was hat Dir während Deiner Verletzung besonders geholfen?

Fürstner „Die vier Wochen im Süden Deutschlands - wo ich meine Reha absolviert hab - haben mir sehr geholfen, weil das einfach auch mal eine Luftveränderung war und ich dadurch neue Impulse kamen. Die Mannschaft hat mir geholfen, dass ich trotzdem weitestgehend dabei war. Ich war zwar zu anderen Zeiten am Trainingsgelände, hatte aber dennoch den Kontakt den Jungs. Trotz meiner Verletzung habe ich versucht, mich einzubringen und war bei Sitzungen des Teams dabei. Ich habe für Rat und Tat zur Verfügung gestanden, um da auch das Gefühl nicht abreißen zu lassen. Jetzt bin ich voller Tatendrang. Das ist aktuell eine Riesenmöglichkeit, eine erfolgreiche Saison zu spielen. Für mich persönlich, aber auch wir als Verein und als Mannschaft haben große Ziele. Davon möchte ich ein Teil sein. Dafür lohnt es sich hart zu arbeiten, gesund zu bleiben aber auch die Ziele zu erreichen, die wir uns gesteckt haben." 

Die Verletzungen waren auch ein Grund dafür, dass Du im Sommer Dein Amt als Kapitän abgegeben hast. Wie fühlst Du Dich in Deiner neuen Rolle?

Fürstner „Ich finde, ein Kapitän soll fit sein, soll in den Spielen auf dem Platz stehen und das konnte ich zu der Zeit nicht garantieren, weil ich einfach verletzungsbedingt ausgefallen bin. Da habe ich für mich diese Entscheidung ganz bewusst getroffen, um meine Konzentration nur auf meine Verletzung zu legen. Das ist eine schwere Verletzung, die volle Aufmerksamkeit benötigt. Den Freiraum dafür wollte ich mir nehmen. Als Person habe ich mich ja nicht verändert und bringe mich bestmöglich ein. Mit Bernd Nehrig haben wir einen Kapitän, der das hervorragend macht, der die Mannschaft führen kann, der auf dem Platz wortführend ist.“

In der Zwischenzeit hab es auch einen Wechsel auf der Trainerposition. Seit Mitte November ist Marco Antwerpen Chef-Coach bei den Löwen. Was hast Du für einen Eindruck von ihm?

Fürstner „Ich kann ihn natürlich in erster Linie abseits des Platzes beschreiben. Wir haben das ein oder andere Gespräch geführt. Gerade in dieser Zeit sucht er natürlich mehr den Kontakt zu den Spielern, die ihm zur Verfügung stehen. Er macht auf mich einen sehr engagierten Eindruck, sehr akribisch, er achtet auf jedes Detail. Marco Antwerpen versucht seine Philosophie in die Mannschaft einzubringen. Die Wintervorbereitung wird uns sicherlich noch mehr Spielraum geben, um Automatismen zu verinnerlichen. Wir als Mannschaft müssen uns da noch etwas besser kennenlernen, um eine Sprache auf dem Platz zu sprechen.“ 

Nach dem fulminanten Start mit sechs Siegen aus sieben Spielen gab es dazwischen einen kleinen Durchhänger. Hat man in dem Zeitpunkt die Abstinenz von erfahrenen Spielern wie Dir und Bernd Nehrig besonders gemerkt? 

Fürstner „Es ist nicht so einfach, als Außenstehender zu beurteilen, woran es gelegen hat oder wie diese Delle zustande gekommen ist. Aber es ist wichtig, den Mix aus jugendlicher Unbekümmertheit und der Erfahrung auf den Platz zu bringen. Natürlich haben Bernd und ich mittlerweile ein Alter erreicht, wo wir schon einiges erlebt haben. Vielleicht fehlt das dann eben in dem einen oder anderen Spiel. Es waren ja oft knappe Spiele, die dann spät noch aus der Hand gegeben wurden oder nicht durchgezogen wurden. Vielleicht wäre das mit ein paar älteren Spielern nicht passiert, aber trotzdem muss man, wenn man die Rückrunde Revue passieren lässt, der Mannschaft ein Kompliment aussprechen. Zumal man die vergangene Saison auch mit beurteilen muss. Wir haben im gesamten Kalenderjahr 2019 eine sehr erfolgreiche Runde gespielt. Wir probieren alle gesund zu bleiben, weil wir wirklich jeden Mann brauchen. Wir haben einen individuell sehr gut besetzten Kader, der, wenn alle bei einhundert Prozent sind, eine gute Rolle und guten Fußball spielen kann. Das wird die Basis für die Restrunde sein.“ 

Aktuell verbringen die Löwen das Trainingslager in Belek. Wie wichtig ist die Zeit in der Türkei für die Mannschaft?

Fürstner „Ich bin ein Fan davon, wenn man sich nur rein aufs Sportliche konzentrieren kann. Die Trainingsplätze hier sind gut, das Wetter soll in den nächsten Tagen besser werden und das Hotel ist top. Das ist eine wichtige Zeit, um sich einzuschwören und an den Stellschrauben zu drehen, die man während einer Saison nicht so betätigen kann. Das ist schon wichtig. Auf mich bezogen: Ich probiere die ganzen Abläufe zu verinnerlichen, um wieder ein vollwertiges Mitglied der Mannschaft zu sein und den Jungs weiterzuhelfen. Da bedarf es vieler Trainingseinheiten, auch Besprechungen, wie wir uns das für die Restrunde vorstellen. Ich glaube, dass eine Woche abgeschottet von diversen Faktoren sehr hilfreich sein kann.“

Die Wintervorbereitung ist nicht so wahnsinnig lang, in knapp drei Wochen geht’s bei 1860 wieder los. Worauf wird es ankommen und spürst Du schon eine Vorfreude auf den Auftakt an der Grünwalder Straße – in Deiner Heimat München – oder ist das noch zu weit weg?

Fürstner „Ich persönlich arbeite wegen meiner Verletzung auf genau diesem Tag hin. Das hat mich während der ganzen Zeit angespormt, es waren sehr viele schweißtreibende Einheiten dabei, die auch nicht immer einfach waren, in denen es auch mal hier und dort gezwickt hat. Aber das ist das Ziel. Wir als Mannschaft wollen in München gegen Sechzig in einer guten Verfassung sein. Ich persönlich habe da natürlich Nachholbedarf im Ausdauerbereich und in Trainingsinhalten. Ich probiere jeden Tag ans Limit zu gehen und das aufzuholen. Wir fiebern diesem spannenden Auswärtsspiel entgegen.“

 

 

 

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