NEWS // Nachwuchs

Zurück

Donnerstag 09.05.2019

Geschichte der U23

Ära der zweiten Mannschaft geht zu Ende

Die Chronik unseres am 15. Dezember 1895 gegründeten BTSV berichtet, dass der Verein schon 1900 "über zwei vollwertige Mannschaften verfügte, deren Kapitäne Hagemann und Siebrecht waren."

Seit der Einführung des Vertragsspielers (1949) und der damit verbundenen Trennung der Halbprofis (ab 1963 dann der Vollprofis) von den Amateuren hat Eintrachts Reserveteam in den meisten Jahren der höchsten Amateurklasse (Amateur-Oberliga, Landesliga, Oberliga, Regionalliga) angehört. Die größten Erfolge haben die "Amateure", wie die zweite Mannschaft oft genannt wurde, zwischen 1954 und 1971 erzielt. 

Zweite steigt auf und spielt um Deutsche Amateurmeisterschaft mit

In der Saison 1953/54 schaffte die von Oberliga-Trainer Edmund Conen stark geförderte B-Mannschaft mit 13 Punkten Vorsprung den Aufstieg von der Landesliga, in die sie 1949 eingegliedert worden war, in die Amateurliga Niedersachsen Ost, die damals die zweithöchste Spielklasse im Norden war. Unser Archivfoto (oben) zeigt die Elf nach dem Gewinn der Meisterschaft im April 1954.

Ein Jahr später schonte Conen seine jungen Oberliga-Nachwuchsspieler bewusst am Saisonende für die Zweite, da diese in ihrer neuen Spielklasse Platz 2 belegt hatte. Bei den anschließenden Vorrundenspielen um die Deutsche Amateurmeisterschaft verpasste die Elf den Einzug ins Finale nur knapp.

Ein Jahr darauf klappte es besser. Eintrachts B-Mannschaft hatte Rang 1 in der Amateurliga erreicht, der theoretisch zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur Oberliga berechtigte. Weil zwei Teams eines Vereins in der Oberliga aber nicht zulässig waren, musste sich der Amateurliga-Meister erneut mit der Teilnahme an der Deutschen Amateurmeisterschaft begnügen. Dort war dann im Halbfinale (1:3 gegen VfB Speldorf) Endstation.

Legendär bei alteingesessenen Eintracht-Fans ist das Aufeinandertreffen von erster und zweiter Mannschaft in der 2. Runde des NFV-Pokals am 30. Dezember 1962. Bis zur 84. Minute führten die Amateure (mit Horst Wolter im Tor) an diesem Tag mit 2:0, am Ende aber hatten die Vertragsspieler nach drei Toren in fünf Minuten mit 3:2 gewonnen.

1970 gelang sogar der Sprung ins Endspiel der Amateurmeisterschaft, nachdem zuvor Alemannia Berlin, Eintracht Frankfurt Amateure und FV Eppelborn (Saar) ausgeschaltet wurden. Vor 8000 Zuschauern in Siegen musste sich die Braunschweiger Elf aber dem SC Jülich mit 0:3 geschlagen geben. Ein Jahr später scheiterten die Reserve-Löwen wieder am gleichen Gegner, allerdings auf eigenem Platz und bereits in der Vorrunde.

Willi Fricke hatte sich als erster Trainer nach 1949 um die Amateure gekümmert, aus der Zeit danach sind Hans Vogel und der "ewige" Assistent vieler Bundesligatrainer, Co-Trainer Heinz Patzig, zu nennen, die beide erfolgreich mit der Zweiten gearbeitet haben. 

Aufstiege in die Regionalliga als U23

Nach der Jahrtausendwende konnte die Zweitvertretung weitere Erfolge feiern. 2005 erfolgte der Aufstieg in die Oberliga mit der Folge, dass die Mannschaft in dieser Klasse nur noch drei Spieler über 23 Jahre einsetzen durfte (U23).

Der letzte große Erfolg der U23 liegt neun Jahre zurück. Im Juni 2010 gewann sie als Tabellenerster der Oberliga Niedersachsen Ost vor 1500 Zuschauern im Stadion gegen den Staffelersten der Westliga TSV Havelse nach einem 3:1 die Niedersachsenmeisterschaft. Beide Vereine stiegen in die Regionalliga Nord/Nordost auf. Trainer der Meisterelf war Christian Benbennek, zu den erfolgreichsten Spielern gehörten Oliver Kragl und Karim Bellarabi. 

Nur ein Jahr später stieg die U23 allerdings aus der Regionalliga Nord wieder ab. Der direkte Wiederaufstieg gelang 2013 allerdings unter dem neuen Trainer Henning Bürger. Nach einer nahezu perfekten Hinrunde ohne jeglichen Punktverlust und einem Torverhältnis von 55:6 Treffern stiegen die Nachwuchslöwen am Ende der Saison erneut in die Regionalliga Nord auf. Dort etablierte sich das Team die folgenden Jahre und brachte unter anderem mit Maximilian Sauer, Gerrit Holtmann, Philipp Tietz und Julius Düker etliche Spieler in den Profi-Kader.

In diesem Monat geht also eine Ära der Braunschweiger Fußballgeschichte, in der Eintrachts zweite Elf entweder der höchsten oder der zweithöchsten Spielklasse der Amateure angehört hat, zu Ende.

Foto: Archiv

nach oben