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Donnerstag 25.10.2012

Hertha BSC im Fokus

Nachgefragt bei Thomas Kraft

Am elften Spieltag kommt es im EINTRACHT-STADION zum absoluten Spitzenspiel der 2. Bundesliga zwischen den Löwen und Hertha BSC. Die Berliner reisen als Tabellenzweiter an die Hamburger Straße. Die Verantwortlichen um Sportdirektor Michael Preetz gaben als Saisonziel den sofortigen Wiederaufstieg in das Fußball-Oberhaus an.

eintracht.com betrachtete den bisherigen Saisonverlauf der "Alten Dame" und sprach mit Torwart Thomas Kraft.

Die vergangene Bundesliga-Saison lief für Hertha BSC und Fortuna Düsseldorf länger als für alle anderen Vereine. Denn nachdem Düsseldorf das Hinspiel mit 2:1 in Berlin gewinnen konnte und sich im Rückspiel vor heimischer Kulisse, kurz vor dem Abpfiff beim Stande von 2:2, Menschenmassen ihren Weg auf das Spielfeld bahnten und so eine Spielpause herbeiführten, ging das Spiel vor deutschen Sportgerichten weiter. Am Ende wurde gegen Hertha entschieden und die Berliner stiegen in die 2. Fußball-Bundesliga ab.

Der Kader veränderte sich. Es war wie nach fast jedem Abstieg im Fußball - einige Spieler gingen, Neue kamen. Die wichtigsten Abgänge waren wohl die von Stürmer Raffael (Dynamo Kiew) und Abwehrspieler Christian Lell (UD Levante). Hinzu kamen namenhafte Neuzugänge. Mit Sami Allagui (FSV Mainz 05), Peer Kluge (Schalke 04), Peter Pekarik (VfL Wolfsburg), Marcel Ndjeng (FC Augsburg) und Sandro Wagner (SV Werder Bremen) wurden bundesligaerfahrene Spieler an die Spree geholt. Sie sollen zum Ziel, dem sofortigen Wiederaufstieg, beitragen. Genau wie der neue Trainer Jos Luhukay. Dieser bringt eine Menge Aufstiegserfahrung mit und schaffte den Sprung von der zweiten in die erste Liga bis jetzt bereits mit dem 1. FC Köln (zweimal als Co-Trainer), sowie mit Borussia Mönchengladbach und dem FC Augsburg.

Der Saisonstart lief für die "Alte Dame" anders als erwartet. Mit nur einem Punkt aus den ersten beiden Ligaspielen und dem Aus in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den Viertligisten Wormatia Worms schien die nächste Krise in der Hauptstadt nicht weit. Dies konnte aber abgewendet werden, denn die folgenden drei Partien wurden gewonnen, unter anderem mit 2:1 bei dem Lokalrivalen 1. FC Union Berlin.

Viel Auswahl und hohe Qualität im Angriff

Auffallend stark besetzt ist die Berliner Offensive. Neben dem gefährlichen Angreifer Ramos sticht momentan vor allem Ronny hervor. Der kleine Bruder des nach Dynamo Kiew gewechselten Raffael traf in der laufenden Saison bereits viermal selbst und legte dazu noch einen Treffer auf. Diese Tatsache sorgt für Selbstvertrauen. "Mein linker Fuß ist eine Gabe Gottes", gibt der Brasilianer zu Protokoll. Doch auch in der Hinterhand hat Trainer Luhukay starke Alternativen. Mit Sandro Wagner hat Hertha einen ehemaligen U21-Europameister im Kader. Zudem hat Sami Allagui bereits in der Bundesliga gezeigt, dass er Stürmerqualitäten besitzt. Und da ist auch noch der 20-Jährige Pierre-Michel Lasogga, der in der vergangenen Saison bereits sein Talent andeutete und sich einen Stammplatz erspielte. Zu stoppen war er nur durch einen Kreuzbandriss. Dieser wird ihn wahrscheinlich noch die gesamte Hinrunde außer Gefecht setzen. Ebenfalls noch länger ausfallen wird Defensiv-Spieler Maik Franz. Der knallharte Verteidiger, der keinen Zweikampf scheut, laboriert an einer Schulterverletzung. Für ihn bereits die vierte schwerere Verletzung in den vergangenen vier Jahren. An seinem Comeback lässt der 31-Jährige jedoch nicht zweifeln: "Einmal Kämpfer, immer Kämpfer. Ich werde zurückkommen."

Der Fehlstart in die Saison konnte also abgewendet werden. Und mit momentan 21 Punkten aus zehn Spielen und dem zweiten Platz können die Verantwortlichen in Berlin zufrieden sein. Hertha-Trainer Luhukay weiß aber auch: "Sowohl defensiv als auch offensiv gibt es immer Dinge, die wir verbessern können." Und angesprochen auf den Druck, der aufgebaut wird, da man als selbst ernannter Aufsteiger ständig auf Tabellenplatz eins stehen müsse, antwortet der Niederländer zielbewusst: "Eine Saison ist ein Marathon, kein Sprint." Zudem überrascht es Luhukay nicht, dass die Löwen ganz oben in der Tabelle stehen. "Die Eintracht spielt bisher eine hervorragende Serie, steht zu Recht an der Spitze. Die Braunschweiger haben eine sehr starke Mannschaft, die auf jeden Fall bis zum Schluss im Kampf um den Aufstieg dabei sein wird", lobt der 49-Jährige die Braunschweiger. Von seiner Mannschaft erwartet er in der Partie vollen Einsatz. "Wir müssen unsere Leistung zu 100 Prozent abrufen und fest an unser Leistungsvermögen glauben."

Seit Gründung der Bundesliga trafen beide Teams 43 Mal aufeinander. 15 Mal gewann Eintracht, 13 Mal Hertha und 15 Mal trennten sich beide Mannschaften Unentschieden. In Braunschweig konnten die Berliner allerdings bis jetzt lediglich fünf von 22 Duellen gewinnen. Die letzte Begegnung fand 2004 statt. Damals gewannen die Löwen mit 3:2 in der zweiten Runde des DFB-Pokals.

Nachgefragt bei Hertha-Torwart Thomas Kraft

Der Keeper kam im Sommer 2011 vom FC Bayern München zur Hertha nach Berlin. Direkt am Ende seiner ersten Saison zwischen den Berliner Pfosten stand der Abstieg in die zweite Liga.

eintracht.com fragte bei dem 24-Jährigen nach....

Herr Kraft, zehn Spieltage sind absolviert und Hertha BSC steht auf dem zweiten Tabellenplatz. Wie zufrieden sind Sie mit diesem Start?

Thomas Kraft: Bis jetzt können wir in der Tat ganz zufrieden sein. Wir haben zuletzt acht Spiele hintereinander nicht verloren, davon sechsmal gewonnen. Überhaupt haben wir erst eine Niederlage kassiert - und dies in einer Phase, in der wir uns als Team noch ein bisschen finden mussten. Schließlich hat die Mannschaft in dieser Saison ein ziemlich neues Gesicht, viele Spieler waren neu und mussten sich erst einfinden. Mittlerweile sind wir auch in dieser Hinsicht auf einem guten Weg.

Was ist Ihr Saisonziel mit Hertha BSC? Der direkte Wiederaufstieg?


Kraft: Da gibt es keine Frage, natürlich!

Mit der U23 des FC Bayern München spielten Sie in der Vergangenheit zweimal gegen Eintracht Braunschweig. Bereits damals standen insgesamt neun Spieler des aktuellen Kaders im Aufgebot. Unter anderem Stammspieler wie Deniz Dogan, Mirko Boland und Dennis Kruppke. An was können Sie sich noch erinnern und geben Sie Ihren Kollegen Tipps, worauf besonders zu achten ist?

Kraft: Schwere Frage, das ist schon so lange her und inzwischen ist soviel passiert. Ich weiß nur noch, dass die Eintracht damals schon eine gute Truppe hatte, die sich sehr in die Spiele reingekniet hat. An Dennis Kruppke erinnere ich mich gut, der hat einen guten Freistoß!

In der Tabelle steht vor Hertha BSC momentan ausschließlich die Eintracht. Wie beurteilen Sie die bisherigen Leistungen Ihres nächsten Gegners?

Kraft: Eintracht spielt eine hervorragende Saison und steht zu Recht an der Spitze. Sie hatten einen tollen Start, ich habe großen Respekt vor der Leistung der Braunschweiger. Zuhause sind sie sehr stark, haben eine tolle Kulisse hinter sich. Das wird schon ein schweres Spiel für uns.

Am Samstag kommt es im direkten Duell zum Spitzenspiel im EINTRACHT-STADION. Was erwarten Sie für eine Partie?

Kraft: Spannend wird es, eins gegen zwei ist doch ein richtiger Knüller. Wir freuen uns sehr auf dieses Spiel, keine Frage. Denn auch wir wollen in Braunschweig zeigen, dass wir eine gute Truppe haben. Und wir wollen unsere gute Entwicklung der letzten Wochen bestätigen. Insofern, wie gesagt, wird es eine Top-Begegnung!

Herr Kraft, vielen Dank für das Interview!

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