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Donnerstag 11.04.2019

Info-Veranstaltung zum angestrebten Blockwechsel

Meinungsbild aus Block 7 wird eingeholt

Am gestrigen Mittwochabend fand im Business-Bereich des Eintracht-Stadions die Infoveranstaltung zum von der Ultraszene angestrebten Wechsel von Block 9 in Block 7 statt. Rund 400 Fans diskutierten kontrovers, vor allem aber jederzeit konstruktiv und fair. Alle konnten ihre Argumente für und gegen den Blockwechsel darlegen, auch für alternative Vorschläge wurde den Teilnehmern Zeit eingeräumt. Konsens herrschte bei den Beteiligten, dass man die Stimmung im Stadion gemeinsam verbessern könne.

Nachdem das Anliegen der Ultras im Rahmen des Heimspiels gegen 1860 München erstmals anhand von Infoblättern an die Stadionbesucher herangetragen wurde, nutzten Cattiva-Vorsänger Benjamin Riefenberg sowie dessen Stellvertreter Rico Liebetrau den gestrigen Abend, um noch einmal umfassend über den angestrebten Blockwechsel zu informieren.

Die Idee wurde erstmals im Herbst 2018 im Rahmen des Verstetigten Dialogs an die Verantwortlichen der Eintracht herangetragen. Vier Arbeitstreffen fanden seitdem statt – zentrale Punkte waren hier die Themen Ticketing, Infrastruktur, die zeitliche Planung sowie die Kommunikation. Nachdem die Machbarkeit eines potenziellen Blockwechsels bestätigt wurde, sollte der nun stattfindende Dialog mit den Dauerkarteninhabern in Block 7 gesucht werden. Dass dies erst jetzt und nicht wie ursprünglich bereits geplant bereits in der Winterpause erfolgte, ist der damaligen sportlichen Situation und dem Personalwechsel in der Geschäftsführung der Eintracht geschuldet.

Stimmung kann sich „in der Breite besser entfalten“

Natürlich wurden auch noch einmal die Gründe für den angestrebten Blockwechsel von Seiten der Ultras dargestellt: Durch die zentrale Lage und die größere Kapazität von Block 7 könne sich „die Stimmung in der Breite besser entfalten“, so Benjamin Riefenberg. Wichtig war dem Cattiva-Vorsänger zu betonen, dass jeder das Recht auf seine Form der Unterstützung habe: „Wir akzeptieren alle im Stadion – denn sie alle fördern Eintracht und wir würden nie jemandem das Fan-Sein absprechen. Wir sind eine heterogene Gruppe mit verschiedenen Individuen und alle haben das Recht, Eintracht auf ihre Weise zu unterstützen.“ Dem schloss sich auch Rico Liebetrau an, indem er in Richtung von Block 7 versicherte, dass „sich niemand vor den Kopf gestoßen oder ausgeschlossen fühlen solle und wir jederzeit offen für Diskussionen sind.“

Wie der Blockwechsel realisiert werden könnte

Daran anschließend kam zur Sprache, wie der Blockwechsel abgewickelt werden könnte: Von 1920 Stehplätzen in Block 7 sind derzeit 1202 an Dauerkarteninhaber vergeben. Den Ultras würden – sofern der Blockwechsel zu Stande kommt - 500 Dauerkarten für Block 7 zur Verfügung gestellt, die sie gegen ihre bestehenden Dauerkarten für Block 9 eintauschen könnten. Die restlichen knapp 200 verbleibenden Tickets würden nicht in den freien Dauerkartenverkauf, sondern als Tageskarten angeboten. Weitere freie Kapazitäten in Block 7 könnten sich ergeben, sofern Dauerkartenbesitzer ihre Dauerkarte vor Saisonbeginn nicht verlängern oder in einen der anderen Blöcke in der Südkurve wechseln.

Wichtig zu betonen ist, dass niemand mit einer bestehenden Dauerkarte für Block 7 umziehen müsste. Besteht dennoch der Wunsch zu wechseln, so könnte von Block 7 nicht nur in Block 9, sondern genauso in alle anderen Blöcke mit Stehplätzen gewechselt werden.

„Gemeinsam diskutieren und zu einem guten Ergebnis kommen“

Nachdem Benjamin Riefenberg und Rico Liebetrau umfassend über den angestrebten Blockwechsel informiert hatten, kam auch Thilo Götz mit einem Redebeitrag zu Wort: „Der Blockwechsel ist eine gute Idee – lasst uns gemeinsam darüber diskutieren und zu einem guten Ergebnis kommen.“

Eintrachts Fanbeauftragter Erik Lieberknecht freute sich über die große Teilnehmerzahl und betonte, dass es sich beim angestrebten Blockwechsel um einen absolut ergebnisoffenen Prozess handelt, in dem eine finale Entscheidung noch nicht gefallen ist. Ausschlaggebend für einen Wechsel wird vor allem das Votum der in Block 7 beheimateten Dauerkartenbesitzer sein, welche von Eintracht Braunschweig angeschrieben werden. Nachdem Lieberknecht alle Teilnehmer noch einmal zu einem sachlichen und fairen Umgang miteinander gemahnt hatte, ging es direkt über zur Diskussionsrunde, in der jeder Anwesende die Chance hatte, seine Argumenten für oder gegen einen Blockwechsel darzustellen.

Neben einigem Wohlwollen gegenüber der Idee gab es natürlich auch Stimmen gegen den angestrebten Wechsel von Block 7 in Block 9:

  • Bedenken wurden geäußert, was die Sichtbehinderung im Block angeht: Da die Ultras eine Positionierung unten im Block anstreben, würde für einige Zuschauer die Sicht durch Fahnen und Banner behindert. Benjamin Riefenberg erklärte, darauf Rücksicht nehmen zu wollen – generell können Sichtbehinderungen für Fans im unteren Bereich des Blocks aber nicht gänzlich ausgeschlossen werden.
  • Kritik wurde zudem an obszönen Gesängen (Hannover-Lied) geäußert, mit denen viele Fans in Block 7 (und auch in Block 6) nicht unmittelbar konfrontiert werden möchten, insbesondere da hier auch viele Kinder stehen. Neben Verständnis für den Einwand wurde auch erklärt, dass diese Gesänge nicht von den Ultras angestimmt werden.
  • Befürchtet wird zudem der Einsatz von Pyrotechnik im Block. Auch hier zeigte man Verständnis, wies aber daraufhin, dass das bei Heimspielen in den seltensten Fällen vorgekommen sei.
  • Bedenken bestanden außerdem, weil Gruppen, die sich seit Jahren zu den Heimspielen der Eintracht im Block treffen, durch den Blockwechsel auseinandergerissen werden könnten und befürchtet wird, dass die gemeinsamen sozialen Kontakte darunter leiden.
  • Kritik wurde zudem an einigen Inhalten verschiedener Spruchbänder geäußert, mit denen sich nicht jeder in der Südkurve identifizieren könne.

Es gab außerdem einen Alternativvorschlag in Bezug auf die Infrastruktur des Stadions: So wurde angeregt, die Trennung der Blöcke in der Südkurve in der bestehenden Form zu überdenken und diese zur größeren Durchlässigkeit an einigen Stellen aufzuheben. Eine Aufhebung sämtlicher Blocktrennungen in der Südkurve wurde bereits geprüft und ist zurzeit nicht möglich. Dennoch wurde der Vorschlag einer begrenzten Aufhebung angenommen und wird geprüft.

Festzuhalten bleibt, dass die Diskussion am gestrigen Mittwochabend kontrovers, aber jederzeit sachlich und konstruktiv geführt wurde. Die Vertreter der Ultras gingen auf jede Wortmeldung ein und schilderten daraufhin ihre Sicht der Dinge.

Wie es weitergeht

Eintracht Braunschweig begrüßt es sehr, dass generell ein Austausch und eine Diskussion geführt werden, mit dem Ziel, die Stimmung im Eintracht-Stadion wieder zu verbessern. Das weitere Vorgehen von Seiten der Eintracht besteht nun darin, sämtliche Dauerkarteninhaber aus Block 7 zu kontaktieren und deren Meinung hinsichtlich des angestrebten Blockwechsels einzuholen. Daraufhin wird ein Stimmungsbild entstehen, auf dessen Grundlage über einen Wechsel entschieden wird. Auch aus dem angrenzenden Block 6 wird ein Stimmungsbild eingeholt.

Zusammengefasst sind hier noch einmal die wichtigsten Informationen:

  • Sowohl die Ultraszene als auch Erik Lieberknecht als Vereinsvertreter haben noch einmal darauf hingewiesen, dass der Prozess völlig offen ist und ein Ergebnis noch nicht feststeht.
  • Sollte es zu einem Blockwechsel der Ultra-Szene in den Block 7 kommen, bekämen bestehende Dauerkartenbesitzer aus Block 7 die Möglichkeit, in einen der anderen Stehplatzblöcke der Südkurve zu wechseln. Es ist nicht verpflichtend, in Block 9 zu wechseln, falls man Block 7 verlassen möchte.
  • Eintracht wird alle Dauerkartenbesitzer aus Block 7 zeitnah anschreiben und zu ihrer Meinung zu dem angestrebten Blockwechsel befragen, um ein abschließendes Stimmungsbild zu erstellen und dieses als Grundlage für eine Entscheidung nutzen.
  • Auch die Dauerkartenbesitzer aus Block 6 werden in diesem Zuge angeschrieben und um ein generelles Stimmungsbild zum Vorhaben des Blockwechsels gebeten.
  • Auch die alternativen Vorschläge zur Verbesserung der Stimmung (Veränderung der Blockeinteilung, Infrastruktur etc.) nimmt Eintracht auf, wird diese prüfen und in die Diskussionen und Gespräche zu diesem Thema einbringen.

Foto: Eintracht

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