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Montag 11.03.2019

„Mein Wecker klingelt um 6.30 Uhr“

Ein Tag im Leben von U19-Spieler Patrick Siemer

Den großen Traum vom Fußball-Profi träumt wahrscheinlich nahezu jeder Junge. Was allerdings dazu gehört und welchen Aufwand Nachwuchsspieler betreiben, um den Sprung in den bezahlten Fußball zu schaffen, das ist bestimmt nicht jedem bewusst. Eintracht.com begleitete U19-Spieler Patrick Siemer einen Tag lang.

„Mein Wecker klingelt um 6.30 Uhr“,  sagt der 18-Jährige. Aufstehen wird er aber erst um 6.45 Uhr. „Ich habe drei Wecker, da ich immer etwas Zeit benötige, um wach zu werden.“ Ursprünglich stammt Siemer aus Papenburg, kam 2016 vom SV Meppen in die U17 der Löwen. „Zu Beginn war es nicht ganz einfach, so weit von Zuhause weg zu sein. Mittlerweile habe ich mich aber dran gewöhnt. Man wird halt selbstständiger“, so Siemer. Er fahre aber so oft es geht noch in die Heimat. „Ich finde es sehr wichtig, den Kontakt zu den Freunden und der Familie aufrecht zu erhalten.“

Siemer wohnt in Vierer WG im Internat

Seit Sommer 2016 lebt Siemer also im Internat der Blau-Gelben, ganz in der Nähe der Hamburger Straße und wohnt aktuell in einer Vierer Wohngemeinschaft zusammen mit U19-Mannschaftskamerad David Mende, Samir Nazari aus der U17 und U16-Spieler Fabian Thom. „Wir verstehen uns alle gut.“ Da gehört am frühen Morgen schon ein wenig Organisationstalent dazu, denn alle vier gehen auf die Kooperationsschule IGS-Wilhelm-Bracke, wie alle Internatsspieler der Löwen und müssen nahezu gleichzeitig aus dem Haus. „Das bekommen wir ganz gut hin. Ich nehme eine andere Bahn, als die drei, daher gehe ich als Letzter ins Bad“, erklärt Siemer die morgendliche Routine.   

Mit der Straßenbahn in die Schule

Um Sieben geht es dann zur Straßenbahn. Nach einer knapp 40-Minütigen Fahrt ist die IGS erreicht, in der um 7.45 Uhr schon die erste Stunde startet. Am vergangenen Dienstag stand für Siemer in den ersten beiden Stunden gleich das Frühtraining mit Kognitionstrainer Sebastian Mundruc an. Zu dem schaute auch André Linder, Pädagogischer Leiter des NLZ kurz vorbei auf dem Trainingsplatz direkt neben der Schule. Im Anschluss stand eine Doppelstunde Geschichte, sowie eine weitere Doppelstunde Biologie auf dem Stundenplan. Als aktiver Fußballer hat der Außenverteidiger natürlich als Prüfungsfach P5 Sport gewählt.

Nächstes Jahr macht der 18-Jährige sein Abitur. „Falls es mit dem Profifußball nicht klappen sollte, würde ich nach dem Abi eine Ausbildung oder ein Studium machen, das habe ich noch nicht entschieden.“ Am Dienstag war in der siebten Stunde noch Sporttheorie und anschließend um 14.10 Uhr Schulschluss. „Normalerweise habe ich bis nach der neunten Stunde und erst um 15.45 Uhr Schluss. Dann fahre ich meistens direkt ins NLZ zum Training. Dort mache ich dann noch Hausaufgaben oder lerne.“ Dienstag ging es aber zunächst nochmal ins Internat, um ein wenig zur Ruhe zu kommen und etwas zu essen.

Nach 14 Stunden endet der Tag

Lange Zeit um zu verschnaufen blieb dem Abwehrspieler aber nicht, der um 16.00 Uhr schon wieder die Straßenbahn erwischen musste, um ins NLZ zu kommen. „Es ist schon manchmal stressig, aber ich denke, dass sich der Aufwand lohnt“, sagt Siemer zu seinem Tagesablauf. Im Nachwuchsleistungszentrum stand zunächst die Videoanalyse des letzten Spiels auf dem Plan, ehe es nach draußen zum Mannschaftstraining ging. Mit der Tram fuhr Siemer im Anschluss wieder ins Internat, wo er dann um 20.30 Uhr ankam und der Tag für ihn beendet war. „Ich esse noch etwas, mache noch Hausaufgaben und bereite meine Tasche für den nächsten Tag vor.“ Denn um 6.30 Uhr klingeln in Siemers Zimmer wieder drei Wecker.

Fotos: eintracht.com

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