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Donnerstag 07.03.2019

„Müssen eine Reaktion zeigen“

U23-Verteidiger Gunnar Niemann im Interview

Gunnar Niemann wechselte 2012 vom SV Werder Bremen in die U17 der Löwen und durchlief seitdem die Junioren-Teams der Eintracht. Ihm gelang sowohl mit der U17, als auch mit der U19 der Aufstieg in die jeweiligen Junioren-Bundesligen. 2015 folgte der Sprung in den Herrenfußball bei der U23. Nach 35 Partien in der Regionalliga Nord wechselte der Verteidiger in die Regionalliga West zum TuS Erndtebrück. Zu Beginn dieser Spielzeit kehrte der 23-Jährige zurück zu den Blau-Gelben. In der Oberliga Niedersachsen kommt Niemann aktuell auf acht Einsätze. In beiden Spielen der Restrunde stand er in der Startformation. Eintracht.com sprach mit Niemann.

Gunnar, ihr musstet zuletzt eine empfindliche 0:4-Niederlage einstecken. Wie hast du diese rückblickend gesehen?

Gunnar Niemann: „Wir haben verdient verloren. Bei einem 0:4 kann man nur verdient verlieren. Gifhorn hatte gefühlt vier Chancen, aus denen sie vier Tore machen. Wenn wir das 1:1 machen, läuft das Spiel denke ich anders. Wir vergeben unsere Chance aber. So läuft es einfach gegen uns. Leider ist es nicht das erste Mal in dieser Saison so. Wenn wir verlieren, wird es oft deutlich.“

Liegt das ein Stück weit an eurer Unerfahrenheit?

Niemann: „In manchen Situationen ist es sicherlich die Unerfahrenheit, da wir manchmal auftreten wie eine Junioren-Mannschaft. Dennoch ist es schwer zu sagen, woran es genau gelegen hat.“

Dabei verlief der Auftakt mit dem 2:1-Auswärtssieg bei Arminia Hannover recht vielversprechend. Ihr habt euch vom Start dennoch sicherlich mehr versprochen, oder?

Niemann: „Auf jeden Fall. Unser Ziel ist es, oben anzugreifen. Unser Anspruch ist es, jedes Spiel zu gewinnen und zu zeigen, dass wir die beste Mannschaft der Liga sind. Tabellarisch sind wir im oberen Drittel, aber unser Ziel ist wie gesagt schon der erste Platz.“

Am Sonntag geht es für euch zum FC Hagen/Uthlede. Was wird euch dort erwarten?

Niemann: „Ich kenne die dortigen Platzverhältnisse nicht, aber wenn der Platz ähnlich wie in Hannover ist, dann wird es nicht leicht und mit spielerischen Mitteln kaum zu bewerkstelligen sein. Da werden lange Bälle und Kampf gefragt sein. Wir müssen einfach eine Reaktion vom Wochenende zeigen und beweisen, dass wir es auch anders können.“

Du bist im Sommer zurück zur Eintracht gekommen. Wie kam das zustande?

Niemann: „Ich war in Erndtebrück unzufrieden und kam auch nur wenig zum Zug. Ich habe dann mitbekommen, dass Dogi neuer U23-Trainer wird und mich nach einem Studienplatz umgeschaut. In Salzgitter hat es dann mit dem Sportmanagement Studium geklappt und auch Dogi konnte es sich gut vorstellen. Dann ging alles recht schnell.“

Du bist mit der U17 aufgestiegen und Meister geworden, mit der U19 gelang dir ein Jahr später das Gleiche. Im ersten Jahr A-Junioren-Bundesliga habt ihr eine furiose Saison gespielt und wurdet am Ende Fünfter. Denkst du gerne an diese Zeit zurück?

Niemann: „Auf jeden Fall. Ich habe hier viel miterlebt. Als ich kam wurde das NLZ gegründet, ich bin mit beiden Teams aufgestiegen, in der Zeit ist auch die Profi-Mannschaft in die Bundesliga aufgestiegen. Insgesamt wurde hier viel entwickelt und wenn ich das so sagen kann, habe ich auch meinen kleinen Teil dazu beigetragen. Mit Niko Kijewski, Moritz Waldow und Marco Kaffenberger habe ich auch immer noch regelmäßig Kontakt und wir treffen uns auch häufig. Besonders natürlich Kiwi und ich, da wir uns regelmäßig im Stadion sehen.“

Du hast damals im Doppelinterview mit Marco Kaffenberger (jetzt Werder Bremen II) mal betont, dass deine Stärke in der Schnelligkeit liegt. Ist das immer noch der Fall?

Niemann: „Ich denke schon. Ich profitiere jedenfalls oft davon im Spiel, wenn ich als Innenverteidiger zum Beispiel mal schlecht stehe. Auch als Außenverteidiger ist es von Vorteil“

Auf welcher Position fühlst du dich denn am wohlsten?

Niemann: „In der U17 bin ich als Stürmer nach Braunschweig gekommen. Sascha Eickel hat mich dann zum Innenverteidiger umgeschult und beide A-Junioren-Jahre habe ich komplett hinten gespielt. In der U23 kam damals Dogi von den Profis zu uns und war in der Innenverteidigung gesetzt, so dass mich der damalige Trainer Henning Bürger auf die Linksverteidiger-Position gestellt hat. Zunächst war es eine Umstellung, plötzlich Tore zu verhindern als selber zu erzielen, damit habe ich mich aber schnell angefreundet. Ob ich jetzt innen oder außen spiele, ist mir eigentlich egal. Ich mag beide Positionen.“

Zu der damaligen Mannschaft gehörten unter anderem Niko Kijewski und Julius Düker, die den Sprung in den Profi-Fußball geschafft haben. Wäre das für dich auch noch ein Ziel?

Niemann: „Ein kleiner Traum ist das immer noch, aber ich denke, dass bei mir der Zug abgefahren ist. Mein Fokus liegt mittlerweile dann doch eher auf dem Studium.“  

Foto: eintracht.com

 

 

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