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Mittwoch 27.02.2019

Nils Rütten im Interview

Neben seiner Karriere als Profi-Fußballer absolviert der 23-Jährige ein Jura-Studium

Führt man ein Interview mit Nils Rütten, lassen sich bei dem Winterneuzugang vom Bonner SC durchaus Parallelen mit seinem Auftreten auf dem Platz beobachten: ruhig, reflektiert, authentisch und auf das Wesentliche fokussiert. eintracht.com hat mit Nils unter anderem über seinen Start in Braunschweig, sein Jurastudium und das bevorstehende Duell mit dem FC Carl Zeiss Jena gesprochen.    

Nils, bist du nach dem Spiel am Wochenende jetzt so richtig in Braunschweig und bei der Eintracht angekommen?

Nils Rütten: “Ich habe mich auch vorher schon gut gefühlt und hatte zuvor zwei Wochen, in denen ich komplett beim Training dabei gewesen bin. So ein Startelfdebüt ist aber natürlich schon nochmal etwas Besonderes. Jetzt bin ich auf jeden Fall angekommen.“  

Ihr habt mit der SpVgg Unterhaching ein Top-Team der Liga bezwungen. Gibt das nochmal einen Extra-Schub?

Rütten: “Unterhaching hat eine richtig gute Mannschaft. Das waren sicherlich auch drei Punkte, die vorher nicht jeder miteinberechnet hat. Diese dann zu holen, gibt natürlich einen Schub. Vor allem in der Hinsicht, dass man weiß, gegen jede Mannschaft in der Liga bestehen zu können. Genauso gut kann man aber auch gegen jedes Team verlieren. Von daher müssen wir die Konzentration hochhalten.“

Du hast bereits unter André Schubert in Mönchengladbach gespielt. Hilft das, wenn man neu zu einem Verein kommt, bei dem ein ehemaliger Trainer arbeitet?

Rütten: “Das hilft schon sehr. Vor allem im Vorfeld, um die Sicherheit zu haben, dass man sich auf die Aussagen verlassen kann: Plant er überhaupt mit einem und so weiter. Man kennt außerdem schon ein bisschen das Spielsystem und die Abläufe. Das hilft mir enorm.“    

Du studierst parallel zu deiner Karriere als Fußballer Jura - ein unheimlich lernintensives Studienfach. Wie bekommst du Profifußball und Uni unter einen Hut?

Rütten: “Das ist für mich auch so ein bisschen ausprobieren. In den ersten beiden Semestern hatte ich viele Pflichtveranstaltungen. Im kommenden Semester wird das deutlich weniger, das heißt ich habe kaum Anwesenheitspflicht bei den Vorlesungen und kann so das Meiste von hier aus machen. Die notwenigen Unterlagen bekomme ich von meinen Kumpels oder aus dem Internet. Ich werde dann vor und nach dem Training versuchen, den Stoff in meinen Kopf zu kriegen. Dann wird man am Ende des Semesters bei den Klausuren sehen, ob es geklappt hat (lacht). Mir macht es jedenfalls viel Spaß. Man weiß plötzlich, was man eigentlich für Rechte hat. Das hilft dabei, einige Dinge selbstbewusster anzugehen.“

Klingt vielleicht etwas weit her geholt, aber hilft dir das Studium beziehungsweise die Herangehensweise an die Materie auch auf dem Fußballplatz?

Rütten: “Ich hatte eigentlich immer schon dieses logische mathematische Verständnis und beim Fußball eben das taktische. Ob das in den Hirnregionen irgendwie zusammenhängt, müssen die Biologen entscheiden (lacht). Ich versuche einfach das, was der Trainer sagt, umzusetzen.“  

Am Sonntag steht das Spiel beim FC Carl Zeiss Jena an. Stellt ihr euch auf ein intensives und ob der Tabellensituation vielleicht auch hitziges Duell ein?

Rütten: “Auf jeden Fall. Für beide Mannschaften geht es um richtig viel. Es gibt zwar keine Sechs-Punkte-Spiele, aber das ist eine Partie, die man unter keinen Umständen verlieren möchte. Wir stellen uns auf einen richtigen Kampf ein, auf den wir uns in dieser Woche vorbereiten werden.“

Bist du jemand, der in der aktuellen Phase auf die Tabelle schaut?

Rütten: “Es wäre gelogen, wenn ich nein sagen würde. Natürlich sagt man immer – und das stimmt im Endeffekt auch – dass wir erstmal auf unsere eigenen Spiele schauen und dort punkten müssen. Gerade am Anfang sah es sehr dunkel aus. Jetzt haben wir aktuell schon drei Teams hinter uns gelassen, das ist noch eines zu wenig. Von daher: Ich schaue mir nach den Spielen die Ergebnisse und die Tabelle an, nicht mehr und nicht weniger.“

Du hast gegen Haching einen etwas offensiveren Part gespielt. Der Trainer sagt, dass du eigentlich alles spielen kannst. Hilft einem diese Flexibilität auf dem Platz, gerade weil man sich besser in die Mitspieler hineinversetzen kann?

Rütten: “Was das angeht schon. Es hilft beim Antizipieren und Voraussehen der Aktionen. Ob ich jetzt jede Position spielen könnte, weiß ich nicht (lacht). In der Regionalliga habe ich auf jeden Fall schon Außenverteidiger gespielt. Wobei ich mich im Zentrum deutlich wohler fühle. Allein jetzt schon dieses eine Spiel auf der Zehn absolviert zu haben, hilft natürlich. Wenn man dann beispielsweise mal wieder auf der Sechs spielt, weiß man vielleicht eher, wie der Zehner in der einen oder anderen Situation denkt.“     

Du bist großer Basketball-Fan. Gilt das nur für die NBA? Schließlich haben wir mit den Basketball Löwen ein Bundesliga-Team in der Stadt? Schon mal in der Volkswagenhalle vorbeigeschaut?

Rütten: “Ich hatte bisher einfach noch gar keine Zeit für solche Dinge. Wenn ich für die Uni meine Hausarbeit hinter mich gebracht habe, dann lockert sich das bestimmt. Dann werde ich vielleicht mal mit meinem Bruder, der auch sehr an Basketball interessiert ist, zu einem Spiel gehen. Was so das tägliche Verfolgen angeht, ist es bei mir schon eher die NBA, aber wenn es hier in Braunschweig einen guten Basketballverein gibt, warum nicht?
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