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Dienstag 23.07.2013

Trainingslager: Lieberknecht zieht positives Fazit

"Wir haben optimale Bedingungen vorgefunden"

Torsten Lieberknecht sitzt entspannt auf einem hellen Ledersofa in der modern und gemütlich eingerichteten Lobby des alpinahotels in Fügen. Der Fußballlehrer wirkt zufrieden und ausgeglichen. Es ist der letzte Abend des zehntägigen Trainingslagers in Fügen, bevor die Löwen am kommenden Tag von München aus die Heimreise antreten werden, um sich dort auf das erste Pflichtspiel in eineinhalb Wochen beim DSC Arminia Bielefeld (Sa, 4. August, 14.30 Uhr) vorzubereiten.

"Mein Fazit des Trainingslagers fällt durchweg positiv aus. Wir haben alle Trainingsinhalte durchziehen können, die wir uns für die Zeit vorgenommen hatten", macht Lieberknecht deutlich und betont: "Ganz wichtig ist zudem, dass wir keine Verletzungen zu beklagen hatten.

Domi Kumbela reiste mit der Mannschaft ins Trainingslager und befindet sich nach seiner Verletzung auf einem guten Weg

 Dadurch waren wir nicht dazu gezwungen, zu improvisieren." In der Tat kann sich der 39-Jährige über die Situation nicht beklagen, denn erstmals seit Jahren reiste Eintracht mit dem kompletten Kader in die Ferne. So war auch Torjäger Domi Kumbela, der sich beim Aufstiegsspiel beim FC Ingolstadt einen Sehenabriss im Oberschenkel zuzog, mit an Bord und absolvierte gemeinsam mit Reha- & Athletik-Trainer Jürgen Rische, Mannschaftsarzt Dr. Frank Maier sowie Patrick Bick (Leiter Physiotherapie) ein auf ihn abgestimmtes Programm, das ihn Schritt für Schritt wieder voll ins Mannschaftstraining führen soll.

Neuzugänge bereits gut integriert - wichtige Erkenntnisse aus den Testspielen

In der Regel bat Lieberknecht seine Schützlinge zweimal täglich bei bestem Sommerwetter auf den im Tal gelegenen Trainingsplatz des SV Opbacher Fügen, den die Mannschaft jeweils mit Mountainbikes erreichte. Der Rückweg war dabei fast eine kleine Konditions- und Ausdauer-Einheit, da es bis zum Hotel einige hundert Meter den Berg hinauf ging. Im Fokus lag während der zehn Tage aber das Umschaltspiel mit einem Schwerpunkt im Offensivbereich. Während der Übungseinheiten war zu spüren, dass Lieberknecht ein hohes Maß an Konzentration und Intensität von seinen Spielern verlangt. Denn der Trainer weiß, dass man in der Bundesliga nur bestehen kann, wenn jeder an seine Grenzen geht. Ein weiterer Baustein wird die mannschaftliche Geschlossenheit sein, die die Löwen schon in den vergangenen Jahren auszeichnete. Lieberknecht und Marc Arnold wissen das und haben deswegen bei den Neuverpflichtungen auch immer deren charakterlichen Eigenschaften ausgelotet. Diese scheinen bisher bei allen fünf Neuen zu passen. Marco Caligiuri, Jan Hochscheidt, Torsten Oehrl, Timo Perthel und Simeon Jackson wirken schon nach wenigen Wochen voll integriert. "Mein Eindruck ist, dass sie sich bei uns sehr wohl fühlen. Dies geht bei meiner Mannschaft immer relativ schnell."  Keiner ist größer als das Team. Diese Prämisse gilt, seit der Erfolgs-Coach im Frühjahr 2008 Eintracht am Rande zur Viertklassigkeit übernahm und den Verein in den darauffolgenden Jahren von der 3. Liga bis in die Bundesliga führte.

Wir haben uns bewusst dazu entschieden, während der Vorbereitung gegen starke Gegner zu spielen, um richtig gefordert zu werden.
                                               Torsten Lieberknecht

Die Ergebnisse der beiden Testspiele am zurückliegenden Wochenende gegen Athletic Club (0:4) und Caykur Rizespor (1:0) bewertet man bei den Löwen nicht über. "Genauso wenig haben wir die Resultate - insbesondere den 2:1-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg - beim Nordcup hoch gehangen", stellt Lieberknecht klar. Dennoch habe man selbstverständlich wichtige Erkenntnisse aus diesen Partien gewonnen. "Bilbao war bärenstark. Sie haben gezeigt, dass sie nicht umsonst 2012 im Finale der Europa League gestanden haben. Sie waren an diesem Tag geistig und körperlich frischer. Dies hat uns nach den anstrengenden Trainingseinheiten vielleicht etwas gefehlt.  

Torsten Lieberknecht verfolgt das Geschehen auf dem Trainingsplatz

Die Partie gegen Rizespor sei im Gegensatz dazu viel intensiver und körperbetonter gewesen. "Mir war vor allem wichtig, dass alle Akteure noch einmal die Chance hatten, sich über 90 Minuten zu zeigen." Insgesamt habe man sich bewusst dazu entschieden, in der Saisonvorbereitung gegen starke Gegner zu spielen. "Wir haben uns dieses attraktive Programm zusammengestellt, um richtig gefordert zu werden. Aalborg, Hamburg, Wolfsburg, Bilbao, Rizespor oder auch West Ham United haben allesamt starke Akteure in ihren Reihen", hebt der Pfälzer die Qualität der Testspielgegner hervor.

Kruppke und Jackson reisen vorzeitig ab

Am Mittwoch treten die Blau-Gelben dann nach dem Mittagessen die Heimreise an, mit dem festen Glauben im Gepäck, dass die Bedingungen im Zillertal optimal waren. "Das Hotel, der Platz, die Testspielgegner und das Wetter waren wirklich top", so Lieberknecht. Auch die Fans erwähnte er dabei noch einmal explizit. "Dass so viele Anhänger hier vor Ort waren, ist einfach überragend. Für uns ist dies auch ein Betätigung für das, was wir in den vergangenen Jahren gemeinsam erreicht haben." Deswegen feierte man mit der freundlichen Unterstützung von Gmyrek und des Wolters Hofbauhauses nach dem heutigen Vormittagstraining ein kleines Grillfest. Es hätte der perfekte Abschluss sein können, doch am Ende wurde die gute Stimmung doch noch getrübt. Kapitän Dennis Kruppke reiste aufgrund eines Trauerfalls in der Familie am Nachmittag vorzeitig aus dem Trainingslager ab. Zuvor hatte bereits Jackson das alpinahotel verlassen, da der Angreifer in den kommenden zwei Tagen noch einige private Dinge in England zu erledigen hat.

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