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Sonntag 16.12.2018

Vor 50 Jahren starb Jürgen Moll

Zur Erinnerung an den charismatischen Spieler der Meistermannschaft

Jürgen Moll, der am 16. November 1939 in Karlsbad geboren wurde, begann beim MTV Braunschweig mit dem Fußballspiel und kam 1958 vom SC Leu zur Eintracht, wo er zunächst in der Amateuroberligamannschaft eingesetzt wurde. Seinen ersten Lizenzspielervertrag unterschrieb er vor Beginn der Saison 1958/59.

Zunächst einige Jahre lang als Mittelstürmer eingesetzt, wurde Moll von Eintrachts Meistertrainer Helmuth Johannsen in der Bundesliga zum stürmenden Abwehrspieler umgeschult. In der Meisterschaftssaison 1966/67 stand er in allen 34 Partien auf dem Platz und erzielte dabei fünf Tore. Insgesamt bestritt Moll für die Eintracht 278 Ligaspiele, in denen er über 100 Mal traf.

Bereits eineinhalb Jahre nach dem überraschenden Gewinn der Deutschen Meisterschaft endete seine Karriere abrupt, als er am frühen Morgen des 16. Dezember 1968 gemeinsam mit seiner Frau Sigrid (unser Archivfoto zeigt das Paar ein Jahr zuvor) auf eisglatter Fahrbahn bei Evendorf tödlich verunglückte. Vier Tage später wurde das Ehepaar auf dem Braunschweiger Hauptfriedhof beigesetzt, mehr als 4.000 Trauergäste (darunter die vollzähligen Bundesligateams von Eintracht und Hannover 96) nahmen an diesem Tag Abschied.

Zugunsten der beiden verwaisten Moll-Töchter gab es am 14. April 1969 im EINTRACHT-Stadion zwei Benefizspiele. U. a. trat dabei die Weltmeisterelf von Bern unter Sepp Herbergers Leitung (in ihrem einzigen Spiel nach 1954) an. Mehr als 20.000 Besucher sorgten dabei für eine Einnahme in Höhe von 100.000 DM. Sepp Herberger, der sich bis dahin und auch danach stets allen Bitten nach einem Auftritt der WM-Helden von 1954 widersetzt hatte, meinte dazu: "Jürgen Moll war diese Ausnahme wert."

Bis heute ist Jürgen Moll, wie auch die Choreographie der Fans beim letzten Heimspiel am 8. Dezember gezeigt hat, in Braunschweig unvergessen.

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