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Donnerstag 29.08.2013

„Wir müssen uns auch individuell gut vorbereiten!“

Ermin Bicakcic im Interview

Ermin Bicackic, Innenverteidiger der Löwen, der sein erstes Bundesligaspiel bereits im Dezember 2010 für den VfB Stuttgart absolvierte, feierte vor zwei Wochen sein Debüt im Nationalteam von Bosnien und Herzegowina. Mit eintracht.com sprach der 23-Jährige über internationale Erfahrungen sowie die anstehende Partie gegen den Hamburger SV.

Ermin, du warst vor kurzem erstmals für die Nationalmannschaft von Bosnien und Herzegowina im Einsatz. Was war es für ein Gefühl, für das eigene Land auflaufen zu dürfen?

Ermin Bicakcic: Ich hatte Gänsehaut. Wenn du für dein eigenes Land spielst, steht eine ganze Nation hinter dir. Es ist eine tolle neue Erfahrung in meiner Karriere.

Bei Eintracht ist die Mannschaft täglich zusammen und ihr kennt euch untereinander sehr gut. Wie unterscheidet sich das Miteinander bei der Nationalmannschaft?

Bicakcic: Hier bei den Löwen sehen wir uns so gut wie jeden Tag und haben auch privat viel miteinander zu tun. Das ist beim Nationalteam natürlich nicht der Fall. Aber wenn man sich dann wiedersieht, ist die Freude dennoch sehr groß. Man kann Erfahrungen und Erlebnisse austauschen, die die einzelnen Spieler machen, was sehr interessant ist. Das Miteinander ist also etwas komplett anderes, aber auch sehr schön.

Welche Dinge faszinieren dich abseits des Fußballs?

Bicakcic: Ich bin ein großer Basketball-Fan, vor allem von den Miami Heats. Während eines Miami-Urlaubs habe ich sogar ein Spiel des Teams besucht. Es ist schade, dass ich aufgrund der späten Übertragungszeiten nur wenige Spiele live im TV verfolgen kann. Darüber hinaus begeistere ich mich für Mode und muss zugeben, dass ich einen kleinen Schuhtick habe. Noch dazu beschäftige ich mich gern mit Musik, hobbymäßig versuche ich mich auch öfters selbst daran. Ansonsten hilft mir die richtige Musik als Motivation, um mich aufs Spiel einzustimmen.

Am vergangenen Sonntag habt ihr mit 0:2 gegen Eintracht Frankfurt verloren. Woran hat es gelegen, dass die vielen positiven Ansätze aus den beiden vorherigen Partien nicht umgesetzt wurden?

Bicakcic: Wir haben zu ängstlich agiert, hatten zu viele Ballverluste und sind allgemein schwer ins Spiel gekommen. Frankfurt war überlegen und hat auch verdient gewonnen. Aber wir müssen weiter machen, nach vorne schauen und durchgehend konzentriert arbeiten. Zu was wir in der Lage sind, hat man gegen Bremen und Dortmund bereits gesehen.

Du persönlich musstest dich in letzter Zeit auch mit einigen unglücklichen Situationen auseinandersetzen. Wie gehst du damit um?

Bicakcic: Das ist Fußball, solche Dinge, wie der Elfmeter in Bielefeld oder der abgefälschte Ball gegen Frankfurt passieren. Man kann es hinterher nicht mehr ändern und muss bestmöglich versuchen, unnötige Gegentore zu vermeiden.

Du standst von 2005 bis 2012 beim VfB Stuttgart unter Vertrag. Am siebten Spieltag ist die Elf von Thomas Schneider, Nachfolger von Bruno Labbadia, zu Gast bei den Löwen. Eine besondere Partie für dich?

Bicakcic: Auf jeden Fall. Es wird schön, teilweise die alten Mannschaftskollegen wiederzusehen. Ich habe noch viel Kontakt nach Stuttgart, natürlich auch weil meine Familie und vieler meiner Freunde dort wohnen. Aber so schön das alles auch ist, auf dem Platz gibt es keine Freunde. Wir wollen das Spiel für uns entscheiden, auch wenn es emotional eine andere Partie für mich ist.

Am Samstag steht das Auswärtsspiel beim Hamburger SV an. Das Team von Thorsten Fink hat aus den ersten drei Partien nur einen Punkt geholt. Wie schätzt du den Bundesliga-Dino ein?

Bicakcic: Dass die Mannschaft erst einen Punkt hat, sagt nicht allzu viel aus. Wichtig ist, dass wir uns mit dem Trainerteam und individuell gut vorbereiten, um das Optimum rauszuholen. Wir müssen im Kollektiv hochkonzentriert arbeiten, aber auch jeder Einzelne muss mental gut eingestellt sein. Das macht jeder auf seine eigene Art und Weise. Ich ziehe mich gern zurück, höre Musik und gehe Spielsituationen durch, um dann auf dem Platz Vollgas zu geben.

Foto: Agentur Hübner

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