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Donnerstag 27.06.2019

"Wollen ein eingeschworener Haufen bleiben"

Bernd Nehrig im Interview

Bernd Nehrig greift wieder an. Nach der langen Verletzungspause ist der 32-Jährige wieder da und möchte mit der Eintracht gut in die neue Saison 2019/2020 starten. Wir haben mit dem Mittelfeld-Routinier im Trainingslager in Wesendorf über die vergangenen Monate, die Neuzugänge sowie die Ziele für die kommende Spielzeit gesprochen.

Zuerst das Wichtigste: Wie geht’s dir?

Bernd Nehrig "Mir geht’s gut. Die Verletzung ist gut ausgeheilt, ich habe auch nach den Einheiten keine Probleme mehr. Mein Fitnesszustand ist nach acht Wochen natürlich nicht auf allerhöchstem Niveau, aber dafür sind die Vorbereitung und das Trainingslager auch da. Ich bin auf dem Weg zur vollen Fitness. Dabei achten wir auch auf die richtige Steuerung, dass ich zum Beispiel mal eine Spielform aussetze, wenn die Belastung zu hoch ist, um nicht zu viel Stress auf die Wade zu bekommen. Ansonsten bin ich aber voll dabei."

Wie ist dein Eindruck von den Neuzugängen?

Nehrig "Proschi kannte ich schon länger aus Spielen den gegeneinander. Er ist vorne eine Waffe und kann uns mit Toren weiterhelfen – und natürlich mit großer Qualität. Gegen Orhan ist es echt schwer zu spielen, weil er sehr präsent ist, die Bälle gut fest macht und seine Mitspieler gut einsetzten kann. Koby konnte ich im Spiel gegen Münster beobachten, er hat eine super Technik, ein gutes Spielverständnis und viele Läufe in die Tiefe. Das ist schon eine Qualität, die wir dazubekommen mit den Dreien. Lasse kenne ich noch von früher und da habe ich einen sehr guten Eindruck auf der linken Seite. Das ist wirklich gut, wie sich die Neuzugänge präsentieren und einfügen. So wünscht man sich das."

Wesendorf liegt ganz in der Nähe von Braunschweig. Ist das eher ein Vor- oder Nachteil für euch?

Nehrig "Ich finde es gut, dass es so nah ist. Da hat man den Reisestress nicht. Die Bedingungen hier sind gut, wir haben alles, was wir fürs Training brauchen. Der Platz ist direkt am Hotel und es gibt auch Tischtennisplatten und einen guten Kraftraum. Die Gegebenheiten sind top!"

Du bist hier in Wesendorf mit Manuel Schwenk auf einem Zimmer, wie läuft das?

Nehrig "Wir kommen ja aus dem gleichen Kuhdorf in Schwaben und Manu hat eine ähnliche Vergangenheit wie ich. Wir haben beide beim VfB die Jugend durchlaufen. Von daher gibt es jetzt keinen Krieg auf dem Zimmer (lacht)."

Du bist auf Rang eins der Kicker-Rangliste im defensiven Mittelfeld: Glückwunsch! Schöpfst du daraus Selbstbewusstsein für die neue Saison?

Nehrig "Zum einen ist es eine schöne Bewertung, die man gerne über sich selbst liest. Aber Fakt ist, dass das nicht an erster Stelle steht. Ich spiele nicht für irgendeine Rangliste oder Noten, sondern dafür, dass ich meiner Truppe helfe und wir Spiele gewinnen. Es freut mich natürlich, wenn die Journalisten mich dort einordnen, aber vielmehr freut es mich, was wir als Mannschaft historisches erreicht haben in der Rückrunde"

Die Monate, die du verpasst hast, waren ziemlich turbulent. Wie geht man damit als Spieler um?

Nehrig "Es ist verdammt schwer. Zum einen ist man nicht gerne verletzt, zum anderen kann man den Jungs nicht mehr helfen und das ist ein bescheidenes Gefühl. Man ist hilflos, man kann nur die Daumen drücken und aufbauend wirken, aber das ist nicht das Gleiche wie auf dem Feld zu sein. An dem Zeitpunkt, an dem die Jungs das über Wochen hinweg super gemacht haben und trotz der Drucksituation im letzten Spiel stabil geblieben sind, ist mir ein Stein vom Herzen gefallen. Es war aber auch Stolz da, dass die Jungs so gezogen haben. Das ist ein schönes Gefühl."

Du bist nun schon eine Weile in Braunschweig. Wie gefällt es dir in der Löwenstadt?

Nehrig "Das Wichtigste ist die Truppe. Wenn das stimmt und man sich wohl fühlt und man mit Spaß zum Training geht, dann ist ein großer Prozentsatz gegeben. Die Stadt ist natürlich ein Umschwung, ein bisschen kleiner und feiner als Hamburg. Trotzdem ist Braunschweig sehr, sehr schön, der Bürgerpark zum Beispiel. Man hat viele Möglichkeiten und es ist ruhiger. Nicht ganz so hektisch und stressig wie Hamburg. Ich fühle mich sehr wohl."

Wie ist dein Gefühl für die neue Saison?

Nehrig "Wenn man Ziele setzt, wird man immer daran gemessen. Fakt ist, und da spreche ich für alle, jeden Spieler, jeden Angestellten und das komplette Trainer-Team: Wir wollen sowas wie in der letzten Saison nicht noch einmal erleben. Das ist das erste Ziel! Das zweite ist, das wir gesehen haben, dass wir auch in einer schwierigen Phase der Rückrunde mit einem großen Umbruch und nicht dem größten Selbstbewusstsein trotzdem vieles leisten und Punkte einfahren können. Wir wollen ein eingeschworener Haufen bleiben, die Neuen gut integrieren und mit unserer Qualität, die wir in der Rückrunde gezeigt haben, wieder angreifen. Dann bin ich sicher, dass wir viele Spiele gewinnen werden. Wenn wir in jedem Spiel unsere 100 Prozent abrufen, werden wir auf jeden Fall erfolgreicher sein. Dazu haben wir die Qualität und das muss auch unser Anspruch sein, die Qualität auch auf den Platz zu bringen."

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