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Freitag 15.11.2013

Zeig Rassismus die Rote Karte

Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit dem Thema Rassismus und Diskriminierung

Am Mittwoch waren die Sechstklässlerinnen und Sechstklässler der KGS Gieboldehausen zu Gast im EINTRACHT-STADION, um gemeinsam an einem von Show Racism the Red Card – Deutschland e.V. veranstalteten Workshop teilzunehmen.  Um 9.30 Uhr ging es im Presseraum der Löwen mit einer kurzen Vorstellungsrunde los.

In den folgenden vier Stunden beschäftigen sich die Kids dann ausführlich mit den Themen Diskriminierung und Rassismus im und abseits des Sports. Anfangs ging es darum, erst einmal herauszufinden, was diese beiden Begriffe im täglichen Leben überhaupt bedeuten. Dabei lernten die Schülerinnen und Schüler anhand eines Bilderrätsels, wie schnell und oftmals voreilig über Mitmenschen geurteilt wird. So kam beispielsweise der berechtigte Kommentar, dass man sein Gegenüber erst einmal kennen lernen müsse, um sich ein Bild von ihm machen zu können. Im weiteren Verlauf des Workshops ging es um die Frage, in welchen Situationen Menschen überhaupt diskriminiert oder rassistisch beleidigt werden. Die Kinder trugen nach reger Diskussion eine Vielzahl an Beispielen vor, die sie teilweise schon selbst erlebt oder beobachtet haben.

Pressekonferenz zum Thema Rassismus und Diskriminierung

In der Runde hatte niemand Verständnis für solch ein „blödes Verhalten“, da man die Betroffenen damit „sehr traurig macht“ und es „unheimlich verletzend ist.“ Der berechtigte Kommentar eines Jungen: „Wir sind doch alle Menschen.“ Nach einer kurzen Pause ging es dann mit einem Dokumentarfilm weiter, mithilfe dessen ein konkreter Bezug zum Fußball hergestellt wurde. Fußballer schildern dort ihre ganz persönlichen Erfahrung mit Diskriminierung und Rassismus.

Domi Kumbela schrieb noch fleißig Autogramme

Unter anderem wurde eine Szene gezeigt, in der der Stürmer Samuel Eto´o in einem Meisterschaftsspiel in der spanischen Liga von den gegnerischen Fans ausgepfiffen und rassistisch beleidigt wurde. Viele der Teilnehmer zeigten sich bestürzt über die Hilf- und Fassungslosigkeit, mit der Eto´o nach diesen hässlichen Szenen zu kämpfen hatte. 

Der Film diente als Grundlage für den nächsten Tagespunkt – ein Rollenspiel. In fünf Gruppen erarbeiteten die Kids mögliche Handlungsoptionen, wie man auf solch ein Verhalten reagieren könnte. Dabei kamen viele gute Anregungen zustande. Zum Beispiel, dass sich die Fans hinter den Spieler stellen und ihn viel lauter anfeuern als diejenigen, die ihn beleidigen. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass der Schiedsrichter das Spiel in einem solchen Fall abbricht. Diese und weitere Ergebnisse wurden auf einer Pressekonferenz besprochen und rege diskutiert. 

Workshop-Besuch von Domi Kumbela 

Gesprächsrunde zu den Themen Diskriminierung & Rassismus

Zum Abschluss des Workshops schaute dann noch ein Überraschungsgast vorbei. Eintracht-Profi Domi Kumbela traf sich mit den Schülerinnen und Schülern, um von seinen ganz persönlichen Erfahrungen mit Diskriminierung und Rassismus zu berichten, Fragen der Teilnehmer zu beantworten und ihnen Tipps zu geben, wie man dem entgegentreten kann. Auch er selbst sei damit schon direkt konfrontiert worden. „So etwas macht mich traurig und es verletzt mich, wenn ich wegen meiner Hautfarbe beleidigt werde. Rassismus ist eine Krankheit.“ Er selbst findet, dass jeder dagegen etwas tun kann, auch der Fußball. „Es ist der wahrscheinlich populärste Sport der Welt, den viele Menschen auf allen Kontinenten verfolgen. Daher haben wir als Fußballer, die gerade bei Kindern und Jugendlichen oftmals Vorbilder sind, eine große Verantwortung. Wir müssen alle zusammen dafür sorgen, dass Rassismus und Diskriminierung keinen Platz in unserer Gesellschaft hat.“

Daher war der 29-Jährige auch gerne dabei, als die Anfrage von Show Racism the Red Card kam, ob er beim Workshop vorbeischauen würde. „Solche Aktionen sind es wert, dass sie unterstützt werden. Da trage ich gerne meinen Teil zu bei.“ Bevor es dann zum Training ging, unterschrieb Domi noch fleißig auf Teampostern und Autogrammkarten. Es war ein schöner Abschluss des rundum gelungenen Workshops.

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