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Freitag 21.07.2017

Geschichten von früher

Eintracht 1953 hart bestraft

Eine empfindliche Strafe, noch härter als die Blocksperre im ersten Heimspiel dieser Saison gegen Heidenheim, hat es für Eintracht in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts gegeben. Was war geschehen?

Beim Spiel gegen den HSV (2:1) am 4. Oktober 1953 war der Hamburger Spieler Jupp Posipal, ein Jahr später Mitglied der deutschen Weltmeisterelf von Bern, nach dem Schlusspfiff von auf den Platz stürmenden Braunschweiger Zuschauern heftig geschlagen worden. Fassungslosigkeit herrschte danach beim BTSV darüber, dass ein Dutzend Fanatiker unter den 32.000 Zuschauern im ausverkauften EINTRACHT-STADION nach dem Ende eines gewonnenen Spiels die Fäuste fliegen ließ.

Der damalige Kommentar der Lokalpresse hätte so ähnlich auch 64 Jahre später geschrieben sein können: „Dass diese Fanatiker sich bei der Begehung ihrer sinnlosen Handlungen der Folgen ihres Tuns nicht bewusst sind, ist eine ihrer hervorstechendsten Eigenschaften. Es ist immer wieder diese mehr oder weniger große Handvoll Besserwisser und Nörgler, Unberufene und Fanatiker, die nach vollbrachter Tat in der anonymen Masse untertauchen und sich feige in Sicherheit bringen, um sich der Verantwortung zu entziehen.“ Die Parallelen zu heutigen Vorfällen dieser Art sind unverkennbar.

Das Urteil des Norddeutschen Fußballverbandes fiel hart aus, Eintracht musste die beiden Heimspiele gegen Altona 93 und Holstein Kiel auf den Plätzen der Gegner austragen. Bei Altona 93 gab es ein 3:3, bei den Kieler Störchen ein 2:2. Für dieses Spiel hatten die „Braunschweiger Nachrichten“ einen Reporter engagiert, der die zweite Halbzeit direkt aus Kiel für die Eintracht-Fans kommentierte, die Übertragung fand am Ägidienmarkt statt.

Unser Archiv-Foto zeigt die Eintracht-Elf aus dem Jahr 1953, zu sehen sind unter anderem Torwart Senftleben, der spätere Eintracht-Präsident Müller (3. von links), Torschützenkönig Thamm (5. von links) und Mittelfeldlenker Herz (rechts).

Foto: Eintracht-Archiv

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