125 Jahre Eintracht Braunschweig

Das Bündnis "Eintracht hilft"

Als sich im Januar 2020 das sogenannte Corona-Virus ausgebreitet hat, konnte sich in Braunschweig, Deutschland und ganz Europa wohl niemand vorstellen, dass der Virusausbruch zu einer globalen Pandemie werden würde. Es folgte ein kompletter Stillstand, Verbunden mit Ausgangs- und Kontaktverboten, Wirtschaft und Bevölkerung wurden hart getroffen. Der Fußball rückte schnell in den Hintergrund. Die Eintracht und die Fans der Löwen merkten, wie schnell die Normalität aus den Fugen geraten kann. Der komplette Fußball kam zum Erliegen – etwas Vergleichbares hatte es im deutschen Profi-Fußball noch nicht gegeben. Und gerade deswegen verdeutlichen die Auswirkungen der Corona-Pandemie, dass es eben nur die schönste Nebensache der Welt ist und das Eindämmen der Lungenkrankheit von weitaus größerer Bedeutung ist. Auch die Eintracht entwickelte Konzepte, um den hilfsbedürftigen Menschen in und um Braunschweig unter die Arme zu greifen.

Wir sind Eintracht – auch und gerade in schweren Zeiten: Durch unser tägliches Handeln wollten wir als Eintracht Braunschweig mit gutem Beispiel voran gehen und gemeinsam mit allen Eintracht-Fans Vorbild sein.

Eintracht hilft - blau-gelbe Einkaufshilfen unterwegs

Durch die dynamische Entwicklung des Corona-Virus, welches das gesellschaftliche Leben bestimmt und uns beispiellos eingeschränkt hat, sind viele Hilfsbedürftige in Not und Ungewissheit geraten. Gerade Senioren oder Menschen mit Vorerkrankungen, die sogenannten Risikogruppen, hat es besonders hart getroffen. Sie standen vor alltäglichen Problemen, wie dem Erledigen von Besorgungen. Genau an dieser Stelle hat Eintracht Braunschweig geholfen. Von Mitte März bis Ende Juli waren blau-gelbe Helfer im Stadtgebiet Braunschweig bis zum Umkreis von 20 Kilometern sowie im Landkreis Goslar unterwegs, um Mitbürgern aus Risikogruppen beim Einkaufen sowie der Beschaffung von Rezepten und Medikamenten zu helfen.

Mit Eintrachts offiziellem Ernährungspartner Edeka, dem E-Center im BraWo-Park, das bei der Beschaffung und Zusammenstellung der Einkäufe unterstützt, sowie der Nibelungen-Apotheke, die sich spontan bereit erklärt hat, bei der Rezept- und Medikamentenbeschaffung für Angehörige der Risikogruppen zu helfen, haben die Löwen zwei sehr engagierte Partner an ihrer Seite. Maßgeblich unterstützt wird das Projekt durch die Fanabteilung des Vereins, dem FanRat Braunschweig e.V. und der Ultrá-Szene – BTSV Eintracht 1895, aus deren Reihen die ehrenamtlichen Helfer kommen.

Eintracht näht: 4.000 Masken für die Stadt Braunschweig

Anfang April trat die Stadt Braunschweig mit der dringenden Bitte an die Eintracht heran, 4.600 Masken für die Bediensteten der Stadtverwaltung zu nähen, da diese damals über keinen derartigen Schutz verfügten. Darüber hinaus stattet das Hilfsbündnis bereits die ehrenamtlichen Helfer der „blau-gelben Einkaufshelfer“ , der Braunschweiger Tafel, die 150 Masken erhalten hat sowie die Caritas Braunschweig (100 Masken) mit einer einheitlichen, selbstgenähten Behelfsmaske aus.

Aktuell läuft das Projekt "Eintracht näht für das Klinikum Braunschweig", in dessen Rahmen die Ärzteschaft und Pflegekräfte des Klinkums mit Alltagsmasken ausgestattet werden.

Mit „Valentina Stoffe“, einem Nähfachgeschäft auf der Fallersleber Straße in Braunschweig, konnte ein kompetenter Kooperationspartner aus der Eintracht-Fangemeinschaft für das Projekt gewonnen werden, der sowohl das notwendige Beratungs-Knowhow, als auch die benötigten Stoffe und Materialien in ausreichender Menge zur Verfügung stellen kann.

In Eintracht für Obdachlose

Die Corona-Pandemie bedroht allerdings nicht nur die bekannten Risikogruppen, sie stellt auch eine Gefahr für die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft, die ungefähr 400 Obdachlosen in Braunschweig, dar. Der Malteser Hilfsdienst e.V. und „Eintracht hilft“ haben deshalb das Gemeinschaftsprojekt „In Eintracht für Obdachlose“ gegründet, um die bestehenden Hilfsangebote zur Betreuung und Versorgung wohnungsloser Menschen in Braunschweig sinnvoll zu ergänzen.

Ziel des Projekts ist die Versorgung von obdachlosen Menschen in Braunschweig mit einer kostenlosen warmen Mahlzeit, Heiß- und Kaltgetränken sowie Produkten der täglichen Hygiene. Der Ausgabeort befand sich zunächst am sogenannten Gabenzaun zwischen Karstadt Braunschweig und der Karstadt Hochgarage. Inzwischen hat der Malteser Hilfsdienst e.V. absprachegemäß das gesamte Projekt in alleiniger Verantwortung übernommen.

Die Ultrà-Gruppierung Cattiva Brunsviga stellte ein Budget in Höhe von 4.500 Euro zur Verfügung. Die Gelder stammen aus dem Jannes-Hallenturnier im Januar 2019 und konnten bis jetzt noch nicht eingesetzt werden, da ein Obdachlosen-Projekt des Inklusions-Fan-Clubs Eintracht Inklusiv nicht umgesetzt wurde. Darüber hinaus beteiligte sich der Rotary Club Braunschweig-Hanse für den Anfang mit 2.500 Euro an dem Projekt.

Suppenküche für die Bruchstraße

Im Projekt "Suppenküche für die Bruchstraße" engagiert sich Eintracht hilft gemeinsam mit dem Schrill e.V. und Foodsharing in Absprache mit dem Gesundheitsamt der Stadt Braunschweig in der Versorgung von Sexarbeiterinnen. Ziel ist es, neben der Versorgung mit Essen und Hygieneartikeln, den sozialen Austausch und das Miteinander der in der Corona-Krise einkommenslosen Sexarbeiterinnen über sprachliche und kulturellle Barrieren hinweg zu fördern.