125 Jahre Eintracht Braunschweig

Bratmann: "Es geht darum, dass wir gut aufgestellt sind"

Christoph Bratmann und Dennis Kruppke sprechen über die Präsidentenwahl

Am vergangenen Dienstag hat der Wahlausschuss im Rahmen einer BTSV-Vorstandssitzung Christoph Bratmann einstimmig als Kandidaten für die Wahl zum Präsidenten aufgestellt. In einer virtuellen Medienrunde sprachen Bratmann und Dennis Kruppke (Vizepräsident Fußball) über...

… die Kandidatur von Christoph Bratmann als Präsident:
Dennis Kruppke: "Das Präsidium begrüßt es sehr, dass Christoph Bratmann sich dafür entschieden hat, für das Amt des Präsidenten zu kandidieren. Wir unterstützen seine Entscheidung, nachdem wir über einen längeren Zeitraum nach einem Nachfolger für Sebastian Ebel gesucht haben und sich diese Suche als kompliziert dargestellt hat. Das Präsidium hatte über das ganze Jahr eine tolle Zusammenarbeit. Christoph ist sowohl in der Öffentlichkeit als auch im Verein sehr angesehen. Ich denke, dass wir viele Bereiche haben, wo es einen großen Zuspruch für Christoph Bratmann als Präsidentschaftskandidaten gibt. In unseren Augen hat es am meisten Sinn gemacht, dass er das Amt für ein Jahr bis zu nächsten regulären Präsidiumswahl übernimmt. Was danach passiert wird man sehen. Aktuell ist das unserer Meinung nach die beste Lösung. Vom Präsidium genießt er eine sehr große Rückendeckung. Wir sind davon überzeugt, dass er das Amt gut ausführen wird.“
 
Christoph Bratmann: "Es ist eine Ehre für mich, dass der Wahlausschuss meiner Kandidatur einstimmig zugestimmt hat. Ursprünglich hatte ich nicht vor, zu kandidieren. Vor einem Jahr habe ich das Amt des Vizepräsidenten übernommen, nachdem ich im Vorfeld gute Gespräche mit Sebastian Ebel hatte. Nach dessen Rücktritt bin ich zunächst davon ausgegangen, dass ich weiterhin als Vizepräsident tätig bin und jemand anderes das Amt des Präsidenten übernimmt. Nun hat sich aber eine Situation ergeben, in der vor der Wahl stand, auch die nächsten Monate kommissarisch die Geschäfte des Präsidenten zu führen, oder mich wählen zu lassen. Letzteres halte ich für klarer und demokratischer. Neben meinen Aufgaben als Berufspolitiker ist die Tätigkeit bei der Eintracht eine echte Herausforderung. Falls ich gewählt werden sollte, wäre die Position des Vizepräsidenten vakant. Daher führen wir als Präsidium zurzeit Gespräche mit aussichtsreichen Kandidaten für diese Position. In meinen Augen wäre es sinnvoll, dass das Amt jemand aus dem Sponsorenbereich bekleidet. Ich hoffe, dass wir eine Persönlichkeit zum Vizepräsidenten ernennen, die perspektivisch auch in der Lage wäre, das Amt des Präsidenten ausführen zu können. Mir persönlich geht es nicht darum, eine Ära zu prägen, sondern in den nächsten Monaten die richtigen Weichen im Sinne unserer Eintracht zu stellen.
 
… die Ausführung des Amtes über das Jahr hinaus:
Bratmann: "Ich sehe mich selbst nicht als reine Übergangslösung. Aber allein durch meine politische Tätigkeiten kann ich nicht sagen, dass ich der Präsident für die nächsten fünf Jahre bin. Für das nächste Jahr kann ich das aber ganz gut überblicken. Natürlich will ich auch über dieses Jahr hinaus dem BTSV dienen, ganz egal in welcher Funktion, weil es mir ein Herzensanliegen ist. Ich wäre aber auch damit zufrieden, wenn wir im nächsten Jahr eine neue Präsidentin oder einen neuen Präsidenten finden und ich wieder ins zweite Glied zurückgehen kann. Es geht also nicht darum, dass ich möglichst lange Präsident sein kann, sondern, dass wir gut aufgestellt sind. Das ist aber alles noch Zukunftsmusik. In erster Linie geht es jetzt erst einmal darum, gute Arbeit abzuliefern.“
 
 … den Zeitpunkt, sich zur Wahl aufstellen zu lassen:
 Bratmann: "Nachdem Helmut Streiff nicht mehr zur Verfügung stand, wurde schnell klar, dass wir so schnell keinen Plan B finden würden. Von daher ist der Entschluss in mir gereift, zu kandidieren, um drohender Lagerbildung und einer personellen Hängepartie entgegenzuwirken. Wir stehen vor Herausforderungen, die auch andere Vereine haben. Dabei brauchen wir zwar auch intensive Debatten über die zukünftige Ausrichtung unserer Eintracht, was wir aber nicht brauchen, ist ein Kulturkampf wie ihn andere Vereine bereits erleben. Schließlich stehen sowohl Präsidium als auch Aufsichtsrat dazu, dass wir ein eigenständiger Traditionsverein sind und bleiben. Wir müssen aber auch wirtschaftlich gut aufgestellt sein um erfolgreichen Profifußball zu bieten und dafür brauchen wir unsere Sponsoren. Zudem wollen wir unsere Identität wahren und unsere Fankultur erhalten. Das ist kein Widerspruch, bedingt aber immer auch einen Interessenausgleich. Schließlich gilt: ob Loge oder Block 9 - wir alle sind Eintracht! Ich bin deshalb nicht der Kandidat eines Lagers, es geht vielmehr darum verschiedene Interessengruppen zusammen zu bringen. Das traue ich mir durchaus zu, weil ich ähnliche Situationen aus der Politik bereits kenne. Schließlich habe ich bereits in anderen Funktionen integrative Fähigkeiten bewiesen und darauf wird es jetzt auch wieder ankommen. Allerdings ist es in meinen Augen deutlich sinnvoller, dies legitimiert durch eine demokratischen Wahl auf der Jahreshauptversammlung umzusetzen. “
 
… die Erleichterung, einen Kandidaten für die Präsidentschaftswahl gefunden zu haben:
Kruppke: "Natürlich hätten wir das Problem gehabt, eine außerordentliche Jahreshauptversammlung einberufen zu müssen, um einen Präsidenten zu finden. So haben wir jetzt Klarheit. Die Entscheidung haben wir aber nicht aus diesem Grund getroffen, sondern weil wir von Christoph Bratmann überzeugt sind. Wir haben ihn mit voller Überzeugung dem Wahlausschuss vorgeschlagen. Ich glaube, die Einstimmigkeit im Vorstand zeigt, dass sie zum einen sehr glücklich darüber sind, dass wir jemanden gefunden haben und zum anderen, dass Christoph auch dort sehr akzeptiert wird. Darüber sind wir sehr froh. Falls Christoph von der Mitgliederversammlung bestätigt wird, untermauert diese Entscheidung auch seine Position. Es ist wichtig, dass wir einen Präsidenten haben und Christoph nicht ein Jahr lang als Interimspräsident handelt.“