125 Jahre Eintracht Braunschweig

Eintracht eFootball holt neun Punkte

Löwen auf emotionaler Achterbahnfahrt

Beim Start der "bevestor Virtual Bundesliga"-Saison vergangene Woche haben die eFootballer der Eintracht bereits Achtungserfolge erzielt und dabei das Nervenkostüm aller Beteiligten strapaziert. Am gestrigen Doppelspieltag legten die Jungs gegen den FC Schalke 04 und den 1. FC Köln sowohl in sportlicher als auch emotionaler Hinsicht noch eine Schippe drauf. Mit insgesamt 17 Zählern liegen die Löwen nach vier gespielten Partien damit auf Platz fünf und sind als einziges Team in der Nord-West-Division noch ungeschlagen.

3. Spieltag: Eintracht Braunschweig – FC Schalke 04 5:2

Den Auftakt bildete Can „Quare7ma“ Kayhan auf der PlayStation 4. Gegen den Schalker Joe „JH7“ Hellmann musste er zunächst einen frühen Rückstand hinnehmen, konnte dann aber per Doppelschlag durch Proschwitz (42.) und Kaufmann (45.) noch vor der Halbzeitpause das Spiel drehen. Diese 2:1-Führung brachte er dann auch in Abschnitt zwei ins Ziel, sodass für den 21-Jährigen der erste Dreier auf der Habenseite steht. Ein Auftakt nach Maß also, den Teamkollege Alexander „Alex Czapi“ Czaplok auf der Xbox anschließend veredeln wollte. Gegen Julius „Juli“ Kühle lief zunächst auch alles planmäßig: Bereits nach wenigen Minuten ging der bis dato punktverlustfreie Czaplok durch einen Treffer von Heiland in Führung. Das sorgte aber nicht für mehr Spielruhe. Im Gegenteil, der Schalker wurde zunehmend stärker, konnte durch zwei Tore in der 21. und 49. Minute in Führung gehen und ließ das Eintracht-Lager zittern. Lange sah es so aus, als könnte der S04 in der Teamwertung ausgleichen, doch Czaplok hatte bereits wie in der Vorwoche noch einen letzten Pfeil im Köcher und kam in der 89. Minute durch Putaro zum umjubelten Ausgleich. Das war dann auch der Endstand und nun lag es am 2vs2-Team Luca „Beast-Army“ Schulze und Mert „Nando“ Maltepe, den Sack zuzumachen und den Teamsieg einzufahren. Auf der Gegenseite brachte Schalke aber mit dem bereits eingesetzten Kühle und keinem Geringerem als Tim „Tim Latka“ Schwartmann reichlich Prominenz an die Konsole. Ein Spiel auf Augenhöhe wurde erwartet und als unser Eintracht-Doppel nach einem unnötigen Fehlpass bereits in der ersten Minute in Rückstand geriet, kehrte im Kubus für einen Moment Stille ein. Was dann aber folgte, war 89-minütiger Einbahnstraßenfußball in Richtung des königsblauen Gehäuses. Angriffswelle um Angriffswelle wurde von Schulze und Maltepe gefahren und wieder einmal zeigte die Eintracht, dass das Spiel wirklich erst vorbei ist, wenn der Schiedsrichter abpfeift. Bis zur 90. Minute mussten die Fans warten, ehe Kaufmann den Ball zum hochverdienten Ausgleich die Maschen drosch. 1:1 war dann auch der Endstand.

Coach Lukas Hennig zeigte sich im Anschluss grundsätzlich zufrieden, haderte aber dennoch mit der Ausbeute. Auch wenn die zwei Unentschieden durch späte Treffer erreicht wurden, wäre seiner Meinung nach mehr drin gewesen: „Verdiente fünf Punkte, aber wir sind schon ein stückweit enttäuscht, weil wir mehr Punkte hätten holen müssen.“ Dennoch zeigte er sich angetan von der Moral seiner Mannschaft: „Die Jungs geben nicht auf, die Truppe hat einen herausragenden Spirit.“

4. Spieltag: 1. FC Köln - Eintracht Braunschweig 4:4

Im zweiten Spiel ging es gegen den 1. FC Köln, der sich im Laufe des gestrigen Abends bereits auf Platz eins schob und gegen unsere Eintracht somit als Spitzenreiter in die Partie ging. Als Erstes schickten die Rheinländer mit Tim „TheStranxer“ Katnawatos eine echte FIFA-Größe ins Rennen. Der Deutsche Meister von 2018 ging als klarer Favorit in das Duell mit Can Kayhan und wurde dieser Rolle auch gerecht. Über die gesamte Spielzeit konnte Quare7ma kaum was ausrichten und musste sich am Ende mit 5:1 geschlagen geben.

Besser machen wollte es anschließend Alex Czaplok, der gegen Michael „Phenomeno“ Gherman antrat und weiter ungeschlagen bleiben wollte. Dabei ging Czapi auch direkt mit hoher Schlagzahl ins Game und erspielte sich einige Chancen. Als Proschwitz erst in der 45. Minute die 1:0-Führung markierte und Czapi dann mit Putaro in der 62. Minute ein absolutes Sensationstor schoss, schien der Dreier schon sicher. Doch aus unerklärlichen Gründen gab es einen Bruch im Spiel und Gherman kam per Doppelschlag in Minute 72 und 82 tatsächlich noch zum Ausgleich. Diesmal konnte Czapi nichts mehr entgegensetzen und musste sich auch hier mit einem 2:2 begnügen.

Zum Abschluss des Tages kamen dann wieder Schulze und Maltepe an die Controller, die gegen das Duo Katnawatos/Gherman als klarer Underdog ins Spiel gingen. Doch die beiden Niedersachsen zeigten sich von Beginn an konzentriert und fokussiert und abermals Proschwitz war es vorbehalten, für die Eintracht zu knipsen. Nach neun Minuten gingen die Löwen in Führung und machten den Kölnern das Leben sehr schwer. 77 Minuten waren gespielt, ehe sich die Ereignisse überschlugen: Erst kam der „Effzeh“ spektakulär und fragwürdig zugleich zum Ausgleich, dann gab es nach Foul von Kessel Strafstoß für Köln (87. Minute). Während sich einige Anhänger schon damit abgefunden haben dürften, dass dieses Spiel verloren werden würde, fischte Nando aber mit Fejzic den Ball aus dem Winkel und hielt die Eintracht damit im Spiel. Mehr noch: In der 90. Minute brachen alle Dämme, als erneut Proschwitz zur Stelle war und das 2:1 markierte. In einem nervenaufreibenden Spiel sollte das aber noch nicht der Schlusspunkt gewesen sein. In der vierten Minute der Nachspielzeit gab es noch eine Ecke und Beast-Army & Nando machten erneut mit Proschwitz den Deckel endgültig drauf.

Anschließend zeigte sich Nando im Interview sichtlich erschöpft, aber auch emotional. „Diese aufkochenden Emotionen sind einfach geil, darauf haben wir Bock.“

Emotionalisiert war auch die Fan-Community, die zu Tausenden die Spiele am Stream auf www.twitch.tv/eintrachtbraunschweig verfolgt hat. Dort können auch die nächsten Partien angeschaut werden. In der kommenden Woche, genau am 24. November 2020, geht es für unsere Löwen um 18.00 Uhr gegen den VfL Bochum, ehe Eintracht um 21.30 Uhr im Topspiel gegen den amtierenden Deutschen Meister Werder Bremen antritt.