Ins Rollen gekommen

Der SC Paderborn 07 in der Vorschau

Der SC Paderborn 07 präsentiert sich aktuell als eines der komplettesten Teams der Liga. Gefährlich bei Standards, statistisch mit herausragenden Offensivwerten und defensiv stabil. Die starke Formkurve und die Rückkehr auf einen direkten Aufstiegsplatz unterstreichen, welch anspruchsvolle Aufgabe die Eintracht am kommenden Spieltag erwartet.

Wissenswertes

  • Vorsicht vor dem ruhenden Ball: Die Standardstärke des SCP ist weiterhin ein echtes Faustpfand. Mit insgesamt 16 Standardtoren stellt Paderborn den Bestwert der 2. Bundesliga. Sieben der zwölf Treffer seit der Winterpause resultierten aus solchen Situationen.
  • Erwartete Tore ohne Ende: Der SC Paderborn dominiert in Sachen Expected Goals (xG) in der 2. Bundesliga. Nur Hannover weist einen noch höheren Offensivwert auf, während die Gegner der Ostwestfalen kaum gefährliche Chancen kreieren. Nur Tabellenführer Schalke 04 lässt derzeit noch weniger xG zu. Mit einer Differenz von fast +22 zwischen den beiden Werten liegt Paderborn ligaweit vorne und hätte angesichts der statistischen Chancen noch deutlich öfter treffen können.
  • Auch aus der Distanz brandgefährlich: Während die Eintracht zu den Teams mit den meisten Torschüssen von außerhalb des Strafraums zählt (123 Schüsse), hat nur der 1. FC Magdeburg derzeit mehr Treffer aus der Distanz verbuchen können (sieben) als Paderborn (sechs).

Unter Beobachtung

  • Laurin Curda: Der 24-Jährige hat sich beim SCP durchaus in den Fokus gespielt. Curda ist auf der rechten Seite fest eingeplant und treibt von dort aus das Offensivspiel der Paderborner entscheidend an. Sechs Treffer und fünf Assists unterstreichen seinen großen Einfluss.
  • Mika Baur: Neben Curda gehört auch Baur zu den Entdeckungen der Paderborner Hinrunde. Im Sommer noch von einer Leihe zu Dynamo Dresden zurückgekehrt, prägt der 21-Jährige mittlerweile in der Mittelachse den SCP-Angriff. Hinzu kommen bisher vier Buden und vier Vorlagen.
  • Filip Bilbija: Der gebürtige Berliner ist der derzeit der Top-Torschütze der Gastgeber und so ein wenig der Paderborner Löwenschreck. Bei drei der vergangenen vier Duelle der Braunschweiger mit den Blau-Schwarzen aus Ostwestfalen konnte sich der Stürmer in die Torschützenliste eintragen.

Die Lage

Die Kettemann-Elf ist ins Rollen gekommen und das eigentlich bereits zum zweiten Mal. Nachdem in der Hinrunde zwischenzeitlich neun Ligaspiele ohne Niederlage am Stück zu Buche standen, gab es im November einen kleinen Einbruch. Gleich drei Pleiten in Serie verhagelten das bis dato gute Ergebnis ein wenig und kosteten den SCP auch die Tabellenführung. Diese inkonstante Ergebnisphase hielt bis Anfang Februar an, doch zuletzt bekamen die Ostwestfalen durchaus die zweite Luft. Seit vier Partien sind die Paderborner nämlich ungeschlagen und markierten in den Duellen ganze neun Buden. Der SCP hat sich mit diesem starken Zwischenspurt eindrucksvoll im Aufstiegsrennen zurückgemeldet. Der 2:1-Erfolg beim 1. FC Kaiserslautern am vergangenen Wochenende hat die Ostwestfalen wieder auf einen direkten Aufstiegsplatz gebracht. Damit darf im Umfeld ab sofort auch wieder vom großen Ziel geträumt werden. Sportlich sieht die Lage mittlerweile also wieder vielversprechend aus. Das kommende Programm mit den Gegnern Braunschweig, Bielefeld, Dresden, Fürth und Magdeburg wurde in der Hinrunde siegreich gestaltet. Die Chance, sich ein kleines Polster zu erarbeiten, wollen die Hausherren nutzen. Inhaltlich fordert Chefcoach Ralf Kettemann ähnlich wie in den starken Auftritten gegen Hertha (5:2-Heimsieg) und Kaiserslautern vor allem Konstanz in Haltung, Intensität und Leidenschaft.

Letzte Begegnung

Beim letzten Duell mit dem SC Paderborn 07 geriet die Eintracht praktisch mit dem Anpfiff ins Hintertreffen: Nach nicht einmal einer Minute nutzten die Gäste einen langen Ball auf Filip Bilbija zur frühen Führung. Die Löwen zeigten zwar eine ordentliche Reaktion und kamen durch Erencan Yardimci früh zu einer guten Gelegenheit (9'), insgesamt blieb die Partie vor der Pause jedoch chancenarm. Auch im zweiten Durchgang tat sich die Backhaus-Elf lange schwer, ehe sich in der Schlussphase die Ereignisse überschlugen. Levente Szabó glich nach starker Aydin-Flanke per Kopf aus (86'), doch nur zwei Minuten später stellte Paderborn nach einem tiefen Ball durch Stefano Marino den alten Abstand wieder her. Trotz intensiver Nachspielzeit blieb der erneute Ausgleich aus, sodass die Eintracht knapp mit 1:2 unterlag.

Foto: Kai Falk