Marie: "Gehen mit Hunger in die neue Woche"

Die Stimmen zum Remis an der Pader

Ein bitterer Gegentreffer in der Nachspielzeit kostet die Eintracht den Auswärtssieg in Paderborn. Doch der Zähler beim Tabellenzweiten war mit mehr als 30 Minuten Unterzahl sehr hart erkämpft. Die Stimmen zum Spiel. 

Robin Heußer:
“Wenn du so spät so ein Gegentor kassierst, dann fühlt es sich wie eine Niederlage an. Man muss aber auch sagen, dass Paderborn es über das gesamte Spiel gut gemacht hat und dann geht das 1:1 auch in Ordnung. Ich hab mir bei meinem Tor das Leder auf rechts gelegt und habe den Bewegungsvorsprung auf meiner Seite. Dann habe ich probiert ihn so scharf es geht nach links zu platzieren. Ich bin froh, dass es jetzt mal geklappt hat. Es war auch so ein wenig ein Wendepunkt in der Partie, wir waren danach besser drin. Ich muss auch das 2:0 machen, das ist ganz klar. Die Rote Karte war dann ein weiterer Wendepunkt. Durch den Platzverweis holen wir Paderborn wieder ins Spiel, aber absolut kein Vorwurf an Patrick (Nkoa, d.Red). Zuvor hatten wir selbst einige gute Kombinationen in unserem Offensivspiel, das war im ersten Durchgang noch nicht so. So kurz nach dem Spiel ist die Enttäuschung da, dass es keine drei Punkte geworden sind. Den Zähler nehmen wir aber gerne mit. Uns war klar, dass es hier schwer wird. Und bleiben noch neun Spiele da versuchen wir die maximale Ausbeute zu holen und werden alles reinwerfen.”

Max Marie:
“Es war ein sehr schwieriges Spiel für uns. Paderborn hat es auch gut gemacht, sie agieren gut mit dem Ball. Umso bitterer war es dann, dass wir erneut, wie auch schon gegen Münster und Darmstadt, die Führung so aus der Hand geben. Dennoch dürfen wir nicht vergessen: Wir nehmen hier einen Punkt gegen den Tabellenzweiten mit. Vor dem Spiel hätten wir das alle so unterschrieben. Wir sehen ja, dass wir verteidigen können, auch in Unterzahl. Es gab auch andere Spiele, in denen wir in Unterzahl anders gespielt haben. Wir haben das heute besser gemacht, als die anderen Male und können stolz auf uns sein. Wir gehen mit Hunger in die neue Woche und wollen die Fortuna unbedingt schlagen. Wenn wir so spielen wie heute, wissen wir, dass es auf jeden Fall möglich ist.”

Heiner Backhaus:
“Es war von Beginn an ein sehr intensiv geführtes Spiel. In den ersten zehn, 15 Minuten hat uns der SC Paderborn komplett eingeschnürt, da hatten wir sehr viel Glück. Dann haben wir uns aber ins Spiel reingearbeitet. In der ersten Halbzeit hatten wir noch wenig offensive Durchschlagskraft, in der zweiten Hälfte haben wir ein bisschen die Ketten abgelegt. In der Phase, in der wir das Tor machen, waren wir die spielbestimmende Mannschaft und hatten Belagerungsphase. Robin (Heußer, d. Red.) belohnt sich mit seinem Tor und können dann das zweite machen. Just in diese Chance bekommen wir die rote Karte, was dann die Statik des Spiels verändert hat. Durch die Einwechselung von Sancho (Di Michele Sánchez, d. Red.) haben wir versucht, die Flügel zu schließen, er hat wie alle Einwechselspieler einen hervorragenden Job gemacht. Ich will nicht von zwei verlorenen Punkten reden, wir haben einen verdienten Punkt geholt. Für die Defensivleistung, den Einsatz und die Kompaktheit gibt es ein großes Lob für die Mannschaft. Vor dem Spiel hätten wir alle gesagt, dass ein Punkt Goldwert wäre. Aber Fakt ist, wenn man so nah dran ist, will man auch den Dreier einfahren. Ein Sieg hätte einen Befreiungsschlag-Charakter gehabt.”

Ralf Kettemann (Cheftrainer SC Paderborn 07):
“Die Statistiken sind relativ klar. Wir waren sehr oft in Richtung Tor unterwegs, aber mit welcher Leidenschaft die Braunschweiger das wegverteidigt haben, war stark. Es hat uns heute etwas die Durchschlagskraft gefehlt, aber wie oft wir an den Sechzehner gekommen sind, war schon top. Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, auch, was das Thema Einsatz angeht. Ich bin mit der Spielleistung absolut zufrieden. Meine Mannschaft war heute im Schnitt 23,1 Jahre alt, da muss man einfach mal den Hut ziehen. Ich würde sagen, an so einem Tag wie heute, muss man als Top-Mannschaft trotzdem das 1:0 machen. Ich habe eine Top-Chance von Nick Bätzner gesehen, den macht er fünf von zehn Malen. Hätten wir geführt, wäre das Spiel sicher nochmal ein anderes. Und es war nicht so, dass sich Braunschweig die Möglichkeiten erspielt hat, wir haben heute unseren Teil dazu beigetragen. Ich bin stolz auf die Jungs, dass sie noch den Ausgleich gemacht haben, über die 90 Minuten betrachtet ist aber schon eine Enttäuschung da.”

Foto: Kai Falk