Prüfstein aus dem Saarland
Die SV Elversberg in der Vorschau
Die SV Elversberg überzeugt in dieser Saison durch Präzision und Teamgeist. Offensiv extrem kreativ und konsequent bei der Chancenverwertung, defensiv diszipliniert und schwer zu überwinden – so präsentiert sich die Mannschaft von Vincent Wagner Woche für Woche. Genau diese Mischung macht die Saarländer zu einem echten Prüfstein für die Löwen.
Wissenswertes
- Ball weg, Ball drin: Die SV Elversberg verwertete in der laufenden Saison gleich zwölf gegnerische Ballverluste direkt zu Treffern – das ist ligaweit der absolute Bestwert.
- Sehr viel Wirbel vorne: Die Saarländer gehören zu den offensiv stärksten Teams der Liga. Nur der 1. FC Magdeburg kam auf mehr Torschüsse (349), und einzig Hannover kreierte mehr Großchancen (43) als die SVE.
- Wenig Wirbel hinten: Das Team von Chefcoach Vincent Wagner überzeugt aber auch defensiv. Gemessen am xGoals-Wert (30,9) kassierte Elversberg mit 24 Gegentoren deutlich weniger Treffer als erwartet. Nur gegen den FC Schalke 04 kamen die Gegner seltener zum Abschluss (205) als gegen die Saarländer (253).
Unter Beobachtung
- Nicholas Mickelson: Den Umschwung beim Auswärtssieg in Dresden leitete der Linksverteidiger mit seinem ersten Zweitligator ein. Er ist erst der zweite thailändische Torschütze in der Geschichte der Liga. Trainer Vincent Wagner schätzt den 26-jährigen Mickelson für seine enorme Qualität und vorbildliche Einstellung.
- Lukas Petkov: Der Bulgare traf in drei der vergangenen vier Spiele und in der Rückrunde bereits dreimal – mehr als in der gesamten Hinrunde (zwei Tore). Mit insgesamt fünf Saisontoren hat er in der 2. Bundesliga seine persönliche Bestmarke erreicht (in der 3. Liga traf er in der Spielzeit 2021/22 für Verl sogar bereits elfmal).
- Bambase Conté: 52 Torschüsse - 40 davon innerhalb des gegnerischen Sechzehners. Der 22-jährige offensive Mittelfeldakteur ist nicht nur schnell, sondern sucht auch immer wieder die Lücken für Abschlüsse. Er folgt dabei auf den Spuren von Elversbergs Erfolgsgaranten Muhammed Damar und Fisnik Asllani aus der vergangenen Saison, die ebenfalls beide von der TSG Hoffenheim ausgeliehen waren. Aktuell ist er gar nicht weit von seinem Heimatort zuhause, geboren wurde er in Saarbrücken.
Die Lage
Die SV Elversberg kann vor dem Duell mit den Löwen wieder auf eine durchaus sehr erfolgreiche Saison zurückblicken. Nach dem 2:1-Sieg in Dresden am vergangenen Wochenende haben die Saarländer die wichtige 40-Punkte-Marke erreicht und den Klassenerhalt so gut wie gesichert. Damit ist auch das ursprüngliche Saisonziel nach dem großen Kaderumbruch im Sommer bereits nach dem 22. Spieltag mehr als eingetütet. Trotz des wieder einmal starken Tabellenplatzes und dem Blick auf die Aufstiegsränge bleibt die Mannschaft aus dem Saarland weiter bescheiden. Torwart Nicolas Kristof betont: „Wir denken von Spiel zu Spiel und wollen konstant gute Leistungen zeigen.“ Elversberg zeigte in den vergangenen Monaten dabei vor allem gegen mitspielende Teams aus der oberen Tabellenhälfte seine Stärken, während Partien gegen tief stehende Gegner schwieriger verliefen. Cheftrainer Vincent Wagner legte den Fokus im Training daher auch intensiv darauf, dass seine Akteure auf dem Platz auch in engen Räumen die richtigen Lösungen finden. Im nun folgenden Partien-Quintett mit Spielen gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte (Eintracht, Kiel, Magdeburg, Fürth, Bielefeld) siegte man in der Hinrunde gleich viermal - nur gegen Bielefeld musste eine Niederlage hingenommen werden. Ob Elversberg gegen die Löwen von der Oker in Bestbesetzung antreten kann, ist allerdings noch unklar. Außenverteidiger Felix Keidel, Innenverteidiger Maximilian Rohr und Jan Gyamerah sind derzeit noch angeschlagen und mit einem Fragezeichen für das Duell am Samstag versehen.
Letzte Begegnung
Im Hinspiel zeigte die Eintracht über weite Strecken eine couragierte Leistung, musste sich der SV Elversberg am Ende jedoch deutlich mit 1:4 geschlagen geben. Die Löwen erwischten einen guten Start und hatten früh die Chance zur Führung, spielten einen vielversprechenden Konter jedoch nicht konsequent zu Ende. Kurz darauf folgte die kalte Dusche: Ein abgefälschter Distanzschuss von Lukasz Poreba durch Stürmer Younes Ebnoutalib brachte die Gäste in Führung (12'). Die Eintracht reagierte stark, blieb mutig und belohnte sich durch einen wuchtigen Kopfballtreffer von Erencan Yardimci nach Flanke von Mehmet Aydin mit dem verdienten Ausgleich (20'). In einer insgesamt offenen ersten Hälfte nutzte Elversberg allerdings eine weitere Standardsituation zur erneuten Führung durch Jan Gyamerah (34'). Auch nach dem Seitenwechsel drängten die Löwen auf den Ausgleich, trafen unter anderem durch Patrick Nkoa per Kopf nur die Latte und erspielten sich weitere Möglichkeiten. Eine Gelb-Rote Karte für Eintrachts Robin Heußer nach gut einer Stunde erschwerte die „Mission Punktgewinn“ jedoch erheblich. In Unterzahl hielt Braunschweig kämpferisch dagegen, ehe die Gäste ihre Überzahl in der Schlussphase konsequent ausspielten und mit zwei Treffern (79'/86') den Endstand herstellten. Trotz des klaren Ergebnisses verkaufte sich die Eintracht lange Zeit teuer und konnte den Gästen aus dem Saarland nur mit einem Mann weniger auf dem Feld leider nicht mehr die Stirn bieten.
Foto: Stephanie Zerbe