Schiele: "Die Jungs müssen die Euphorie und den Glauben mitnehmen"

Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel in Halle

Die Löwen starten zurück in den Liga-Alltag. Am kommenden Montag treffen die Blau-Gelben um 19 Uhr in der Saalestadt Halle auf den noch ungeschlagenen und aktuellen Tabellenzweiten Halleschen FC. Bevor der Ball im Leuna-Chemie-Stadion rollt, saßen Coach Michael Schiele und Linksverteidiger Niko Kijewski noch auf der Spieltags-Pressekonferenz und beantworteten die wichtigsten Fragen der anwesenden Pressevertreter. Dabei thematisierten Sie unter anderem...

...das Pokalspiel gegen den HSV:
Schiele: "Wir nehmen auf jeden Fall eine Menge positive Dinge mit aus der Partie. Es war wirklich ein sehr gutes Spiel von uns. Wir haben viel von dem umgesetzt, was wir wollten. Am Ende haben uns leider die Tore gefehlt. Bei den zwei Gegentreffern haben wir sehr unaufmerksam agiert, zu früh abgeschaltet. Das war eine Fehlerkette. Den Eckball zum 1:2 können wir anders verteidigen. Trotzdem haben wir weitergemacht und hatten die Chancen auf den Ausgleich. Wir haben gesehen, dass wir leidenschaftlich spielen und dagegenhalten können, gut verteidigen und auch offensiv den Ball laufen lassen können. Am Montag wird es ein anderes Spiel werden, aber darauf können wir definitiv aufbauen. Die Jungs müssen die Euphorie und den Glauben mitnehmen, dass wir das können. Sie haben es drauf, jeder hat es in sich und die Qualität ist da. Das sage ich ihnen schon seit Tagen. Die Jungs arbeiten top, es fehlt bis jetzt einfach die Belohnung."

...den kommenden Gegner:
Schiele: "Den HFC-Trainer Flo Schnorrenberg kenne ich auch ein bisschen. Er legt viel Wert auf einen sehr gepflegten Fußball mit flachen Kombinationen von hinten heraus. Natürlich haben sie mit Terrence Boyd auch einen Zielspieler vorne drin. In der Defensive haben sie zwar Verletzungssorgen, haben aber mittlerweile schon wieder nachjustiert. Von dem her erwarte ich einen Gegner, mit Vertrauen in sich. Sie werden versuchen Fußball zu spielen und uns nicht großartig den Ball überlassen. Zudem setzen sie auf ein hohes Anlaufen mit gutem Gegenpressing, um unseren Spielaufbau zu unterbinden. Ich denke, dass es eine ausgeglichene Begegnung wird."

Kijewski: "Es wird sicher intensiv. Wir sollten auf unser Spiel achten und das HSV-Spiel als Basis für die Leidenschaft, das Engagement und den Willen nehmen. Letztendlich müssen wir so in die Partien gehen, als wenn es um alles geht. Dann bin ich sicher, dass wir die Punkte holen."

...das Personal:
Schiele: "Basti Müller ist wirklich gut in die Partie gekommen und hat gezeigt, was er drauf hat. Er hat nicht nur das Tor vorbereitet, sondern auch Defensiv gut gearbeitet, intelligente Läufe gemacht und auch eigene Torchancen herausgespielt - das alles mit seinen 20 Jahren. Leider fällt er noch ein paar Wochen aus. Die Untersuchungen werden heute noch fortgesetzt. Leider hat Benny Girth am vergangenen Samstag die Trainingseinheit vor dem HSV-Duell abbrechen müssen. Jetzt hatte er erst einmal drei Tage Ruhe und am Mittwoch gab es für ihn ein individuelles Trainingsprogramm, bei dem er dann aber auch nach einer Stunde eine falsche Bewegung gemacht hat und nun erneut wegen Beschwerden untersucht wird. Dazu werden zu einem späteren Zeitpunkt Entscheidungen getroffen. Für Montag wird es wohl nicht reichen. Bis auf die beiden haben wir noch ein oder zwei Blessuren nach harten Trainingstagen, aber da mache ich mir keinen Kopf, dass die Jungs für Sonntag ausfallen könnten."

...Enrique Peña Zauner:
Schiele:
"In seinem Debüt sind mir einige Szenen im Kopf geblieben. Zu Anfang hatte man den Eindruck, er tut sich ein bisschen schwer im Einstieg und ihm unterlaufen dann zwei Fehlpässe, die ihn dann vielleicht etwas verunsichert oder verärgert haben. Andererseits hat man dann aber auch gesehen, dass er seine Fähigkeiten in der Offensive gezeigt hat. Er hat gute Flanken geschlagen, sogar zwei Torabschlüsse mit dem Kopf und mit dem Fuß gehabt und eine gewisse Dynamik mit in die Partie gebracht. Obwohl er nicht der Größte ist, hat er ein gutes Kopfballspiel gezeigt. Nach einer Woche Training sieht man schon, dass er Akzente setzen kann und eine Leichtfüßigkeit ins Spiel bringt. Er kann in einem 4-2-3-1-System durchaus auch über die Außen kommen, was uns natürlich ein bisschen flexibler macht."

...Kijewskis Rückkehr auf den Platz:
Kijewski: "Die Rückkehr gegen Kaiserslautern war natürlich schön. Vorher war ich zehn Monate verletzt und habe kein Pflichtspiel gemacht. Da war es auch mal wieder klasse dabei zu sein und ein paar Minuten zu sammeln. Auch wenn das Spiel und Ergebnis gegen Berlin nicht gut war, war es schön für mich mal wieder in der Startelf zu stehen und über 90 Minuten zu gehen. Es war schon eine schwere Zeit, aber die Jungs haben mich hier immer wieder aufgefangen und auch an schlechten Tagen gepusht. Jetzt bin ich umso glücklicher, dass ich wieder gesund bin und auf dem Platz stehen kann. Sicherlich gibt es manchmal Tage, an denen man noch merkt, dass da etwas kaputt war. Aber in den Spielen und beim Training nimmt man es kaum noch wahr. Ab und zu kommt es vor, dass man morgens aufwacht und es ein bisschen spürt. Das hängt dann auch damit zusammen, wie hoch die Belastung in der Zeit ist. Grundsätzlich macht mir die Blessur aber keine größeren Probleme, da ist alles gut."