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Donnerstag 30.08.2012

VfR Aalen im Fokus

Aufsteiger überzeugt in der 2. Bundesliga

Das Team von VfR-Trainer Ralph Hasenhüttl scheint sich bisher bestens in der neuen Spielklasse zurechtzufinden. Nach drei Partien belegen die Schwaben in der 2. Bundesliga den fünften Tabellenplatz und überzeugten dabei mit ansehnlichem Offensiv-Fußball.



Am vergangenen Sonntag durfte der Zweitliga-Neuling bereits zum zweiten Mal in der noch jungen Saison auf fremdem Platz jubeln. Der VfR hatte gerade beim VfL Bochum durch ein Tor von Kevin Kampl drei Punkte entführt. Der 21-jährige Siegtorschütze feierte mit seinem Teamkollegen und den mitgereisten Fans ausgelassen im Bochumer Regen die Punkte drei bis sechs.

Aufsteiger mit gelungener Zweitliga-Premiere – Drei Ex-Löwen beim VfR

Im Kader stehen mit Jasmin Feijzic (zuletzt Greuther Fürth), Marco Calamita und Nico Zimmermann, der erst im Sommer nach Aalen gewechselt war, gleich drei ehemalige Eintracht-Profis. Zudem verpflichteten die Schwarz-Weißen mit Marcel Reichwein einen torgefährlichen Angreifer. Der 26-Jährige kam von Drittligist Rot-Weiß Erfurt mit der Empfehlung von 17 Saisontoren. Ganz stark präsentierte sich bisher auch Flügelspieler Kampl. Der ehemalige Osnabrücker hat bereits vier Scorer-Punkte auf dem Konto und machte in den ersten vier Pflichtspielen in der Offensive mächtig Dampf. Sportdirektor Markus Schupp und Trainer Hasenhüttl scheinen bei der Zusammenstellung des Kaders ein gutes Händchen bewiesen zu haben. Die Mischung aus jungen und erfahrenen Akteuren stimmt.

Dabei verlief die Vorbereitung keineswegs problemlos. Die 0:5-Testspielniederlage gegen den Regionalligisten SG Sonnenhof Großaspach und ein mehrwöchiger Ausfall von Hasenhüttl - der im Trainingslager in seiner Heimat Österreich am Hantavirus erkrankt war – sorgten für Unruhe. Doch die Mannschaft ließ sich davon scheinbar nicht beeindrucken und arbeitete konzentriert weiter, um beim Ligastart gegen den MSV Duisburg auf den Punkt eine Top-Leistung abzurufen und den Zebras vor deren Publikum eine deftige 1:4-Pleite zu verpassen. „Ich muss mich bei meiner Mannschaft bedanken, dass sie meine Nerven geschont und das Spiel frühzeitig entschieden hat. Die Jungs waren auf den Punkt fit. Meine Co-Trainer haben während meiner Abwesenheit hervorragend gearbeitet“, lobte der 45-jährige Fußball-Lehrer.

Was folgte, war eine knappe 1:2-Heimniederlage gegen Aufstiegsaspirant Kaiserslautern, ein souveräner 3:0-Erfolg im DFB-Pokal gegen Ligakonkurrent Ingolstadt und jüngst der anfangs erwähnte 1:0-Auswärtssieg beim VfL Bochum. Es macht den Eindruck, als sei der VfR früh in der 2. Bundesliga angekommen. Reichwein sprach gegenüber bundesliga.de von einem kleinen Abenteuer für den Liga-Neuling. „Wir nehmen diese Herausforderung aber gerne an und wollen uns in der 2. Bundesliga behaupten.“ Dies gelang den Schwarz-Weißen bisher mit Bravour. Abenteuer sind eben nicht nur gefährlich, sondern machen auch eine Menge Spaß.

Im direkten Vergleich ziehen die Aalener gegenüber den Blau-Gelben knapp den Kürzeren. Insgesamt viermal standen sich beide Teams in der 3. Liga gegenüber. Dabei gab es einen Erfolg des VfR, ein Remis und zwei Eintracht-Siege. Den letzten Vergleich am 5. März 2011 entschieden die Löwen vor heimischer Kulisse mit 2:0 für sich.


Nachgefragt bei Kevin Kampl (VfR Aalen)

Kevin Kampl wechselte zu Saisonbeginn vom Drittligisten VfL Osnabrück zu Zweitliga-Aufsteiger VfR Aalen. Dort zeigte der 21-jährige Mittelfeldakteur zuletzt starke Leistungen und hat nach drei Spieltagen bereits vier Scorer-Punkte auf dem Konto.  

Vorweg erst einmal Glückwunsch zu dem gelungenen Auftakt mit dem VfR Aalen. Hätten Sie gedacht, dass es gleich zu Beginn so gut läuft?

Kevin Kampl: Ganz ehrlich: Nein. Die zweite Liga ist für uns alle Neuland und wir wussten, dass das Auftaktprogramm eine Herausforderung wird. Umso mehr freuen wir uns natürlich, dass der Start recht gut gelungen ist. Wir konnten bereits zeigen, dass wir in der Liga mithalten können. Nun schauen wir von Spiel zu Spiel weiter und wollen so viele Punkte wie möglich sammeln für unser Ziel Klassenerhalt.

Sie haben in den zurückliegenden Partien richtig aufgetrumpft, gehörten zu den stärksten Akteuren auf dem Platz. Sie scheinen sich in der 2. Bundesliga richtig wohl zu fühlen?!

Kampl: Ich wollte den nächsten Schritt machen und eine Liga höher spielen. Der Wechsel zum VfR Aalen war dafür die optimale Möglichkeit. Ich fühle mich sehr wohl im Verein und wir haben uns in der 2. Liga nach den ersten drei Spieltagen schon ganz gut eingelebt. Und die beiden Dreier haben wir als Team geholt. Da hat jeder seinen Anteil daran. Wer die Tore schießt, ist egal. Wir laufen füreinander und jeder hilft dem anderen. Das ist es, was uns ausmacht.

Die Euphorie beim VfR ist riesig – gelungener Ligastart und in der nächsten DFB-Pokalrunde kommt Meister Borussia Dortmund auf die Ostalb. Wie sehr lässt sich die Mannschaft von dieser Stimmung anstecken?

Kampl: Die Stimmung in der Mannschaft ist gut. Das war sie aber auch schon während der Vorbereitung. Wir wissen, dass wir in dieser Liga nur als Team bestehen können. Wir ziehen alle an einem Strang und haben alle ganz klar dasselbe Ziel: Den Klassenerhalt. Das Pokal-Spiel wird ein Highlight für den VfR und das ganze Umfeld. Aber bis zur Begegnung mit Dortmund ist es ja noch ein bisschen hin. Bis dahin konzentrieren wir uns voll auf die Liga und blenden das aus. In Bochum ist uns das ja schon ganz gut gelungen.

Vielen Dank für das Interview!

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