Akklimatisieren in Liga zwei
Der VfL Osnabrück im Check
Auf an die Bremer Brücke! Am 4. Spieltag der 2. Bundesliga gastiert die Eintracht am Sonntag um 13.30 Uhr beim Aufsteiger VfL Osnabrück. Die Lila-Weißen feierten am vergangenen Wochenende ihren ersten Saisonsieg und wollen nach dem Pokalabend gegen den FC Bayern München unter der Woche nun auch vor heimischer Kulisse erstmals dreifach punkten. Alles Wichtige zum kommenden Gegner gibt es in unserer Vorschau.
Wissenswertes
- Wenig Ball: Der VfL überlässt seinen Gegnern bislang gerne das Spielgerät. Nach drei Spieltagen kommen die Osnabrücker im Schnitt lediglich auf 39 Prozent Ballbesitz und eine Passquote von 75,2 Prozent. Dass es auch mit weniger Spielanteilen funktionieren kann, bewies der Aufsteiger zuletzt beim 1:0-Erfolg in Bochum.
- Abschluss gesucht: Trotz des geringen Ballbesitzes verstecken sich die Lila-Weißen offensiv keineswegs. Bereits 45 Torschüsse gab der VfL an den ersten drei Spieltagen ab, im Schnitt also 15 pro Partie. Viermal zappelte der Ball dabei im gegnerischen Netz. Allein Robin Meißner gab mit 13 Versuchen fast jeden dritten Osnabrücker Abschluss ab.
- Immer in Bewegung: Gegen den Ball ist beim Aufsteiger reichlich Arbeit angesagt. Insgesamt 364,5 Kilometer legten die Osnabrücker in den ersten drei Saisonspielen zurück. Dazu kommen 1.881 intensive Läufe und 437 Sprints. Im Schnitt spult die Mannschaft von Timo Schultz damit mehr als 121 Kilometer pro Partie ab.
Unter Beobachtung
- Ismail Badjie: Der 20-Jährige war einer der Aufstiegshelden der vergangenen Saison. Neun Treffer steuerte Badjie auf dem Weg zur Drittligameisterschaft bei, inzwischen hat er auch in der 2. Bundesliga erstmals zugeschlagen. Beim 1:0 in Bochum erzielte der Angreifer bereits in der vierten Minute mit einem Schlenzer den entscheidenden Treffer. Interessant: Schon in der Aufstiegssaison waren fünf seiner zehn Drittligatore das 1:0 einer Partie. Badjie weiß also, wie man den Dosenöffner spielt.
- Robin Meißner: Kein Osnabrücker sucht derzeit häufiger den Abschluss. 13 Torschüsse gab der Mittelstürmer an den ersten drei Spieltagen ab und erzielte dabei einen Treffer. Meißner stand in allen drei Ligapartien in der Startelf und ist im 3-4-2-1 von Timo Schultz die zentrale Anspielstation im Angriff. Auch beim Pokalspiel gegen den FC Bayern sorgte er für einen besonderen Moment: Sein sehenswerter, früher Treffer brachte die Bremer Brücke kurzzeitig zum Träumen.
- Konrad Faber: Über die rechte Seite bringt der 28-Jährige ordentlich Zug ins Osnabrücker Spiel. Bereits beim spektakulären 3:4 zum Saisonauftakt in Heidenheim bereitete Faber gleich zwei Treffer vor, zunächst den Ausgleich von Niklas Wiemann, wenig später das zwischenzeitliche 2:2 durch David Kopacz. Damit steht der Schienenspieler nach drei Spieltagen bereits bei zwei Assists.
Die Lage
Der Start zurück in die 2. Bundesliga verlief für den VfL zunächst turbulent. Beim Bundesliga-Absteiger 1. FC Heidenheim lieferte sich die Mannschaft von Timo Schultz zum Auftakt einen offenen Schlagabtausch und musste sich trotz dreier eigener Treffer mit 3:4 geschlagen geben. Eine Woche später folgte bei der Rückkehr an die Bremer Brücke ein 0:3 gegen den 1. FC Magdeburg. Sieben Gegentore nach zwei Partien und null Punkte - der Aufsteiger musste sich zunächst wieder an die höhere Spielklasse gewöhnen. Am vergangenen Freitag gelang allerdings die erste Antwort. Beim VfL Bochum gingen die Lila-Weißen durch Badjie bereits in der vierten Minute in Führung und verteidigten den knappen Vorsprung anschließend mit viel Leidenschaft. Besonders bemerkenswert: Nachdem Osnabrück an den ersten beiden Spieltagen sieben Gegentreffer kassiert hatte, stand beim 1:0 im Ruhrstadion erstmals die Null. Trainer Timo Schultz sah darin vor allem eine Rückkehr zu den Qualitäten, die seine Mannschaft bereits in der Aufstiegssaison ausgezeichnet hatten. Unter der Woche wartete dann ein echtes Highlight. Weil die Erstrundenpartie im DFB-Pokal aufgrund des Supercups verlegt worden war, empfing der VfL am Mittwochabend den FC Bayern München an der Bremer Brücke. Und der Außenseiter sorgte zunächst für mächtig Stimmung: Robin Meißner brachte Osnabrück früh in Führung, am Ende setzte sich der deutsche Rekordmeister allerdings mit 4:1 durch. Trotz des Ausscheidens überwog beim VfL anschließend der Stolz über den Auftritt gegen den Favoriten. Schultz richtete den Blick schnell wieder auf den Ligaalltag und das anstehende Niedersachsenduell. Mit drei Punkten aus drei Spielen geht Osnabrück damit punktgleich mit der Eintracht in den 4. Spieltag. Für beide Mannschaften bietet sich am Sonntag die Gelegenheit, vor der bald anstehenden Länderspielpause einen wichtigen Schritt zu machen. Während die Löwen nach zuletzt zwei Niederlagen in der Liga wieder punkten wollen, soll beim Aufsteiger nach dem Auswärtserfolg in Bochum nun der erste Zweitliga-Heimsieg seit der Rückkehr folgen. Die Bremer Brücke ist also bereit für das Niedersachsenduell.
Die letzte Begegnung
Beim bislang letzten Aufeinandertreffen mit dem VfL Osnabrück im Jahr 2024 erwischte die Eintracht bei den Lila-Weißen einen perfekten Start und ging bereits nach neun Minuten durch Anton Donkor in Führung. In einer intensiven und von vielen Zweikämpfen geprägten Partie verteidigten die Löwen anschließend kompakt und ließen nur wenig zu. Wenn es doch einmal gefährlich wurde, war Thorben Hoffmann zur Stelle und bewahrte sein Team früh vor dem Ausgleich. Kurz vor der Pause legte die Eintracht nach: Rayan Philippe wurde von Hasan Kurucay steil geschickt und blieb vor dem Tor eiskalt - 2:0. Nach dem Seitenwechsel drängte Osnabrück auf den Anschlusstreffer, doch erneut war Hoffmann gegen Erik Engelhardt zur Stelle. Und die Löwen sorgten in der Folge mit einem sehenswerten Angriff für die Vorentscheidung: Philippe bediente Johan Gómez, der zum 3:0 einschob. Der Eintracht boten sich gegen aufgerückte Gastgeber weitere gute Kontermöglichkeiten, die jedoch ungenutzt blieben. Osnabrück hatte in der Nachspielzeit noch die Chance auf den Ehrentreffer, doch Kwasi Wriedt setzte einen Strafstoß über das Tor. So blieb bei den Löwen auch hinten die Null stehen und die Eintracht feierte einen überzeugenden und wichtigen 3:0-Auswärtssieg.
Foto: DFL/Getty Images/Oliver Hardt