Den Saisonstart korrigieren
Die SG Dynamo Dresden in der Vorschau
Niedersachsenduell abgehakt, jetzt wartet das Traditionsduell! Am 5. Spieltag der 2. Bundesliga empfängt die Eintracht am Samstag um 13 Uhr die SG Dynamo Dresden im EINTRACHT-STADION. Die Sachsen reisen nach einem ebenfalls schwierigen Saisonstart mit drei Punkten aus vier Partien an die Hamburger Straße und wollen nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge zurück in die Erfolgsspur. Alles Wichtige zum kommenden Gegner gibt es in unserer Vorschau.
Wissenswertes
- Der Ball läuft: Auch nach dem Mittelfeldplatz in der vergangenen Saison bleibt Dynamo seiner spielerischen Linie treu. Mit durchschnittlich 54 Prozent Ballbesitz gehört die SGD bislang zu den Teams mit den größten Spielanteilen der 2. Bundesliga. Noch auffälliger ist die Genauigkeit: 85,7 Prozent der Pässe aus dem Spiel kommen beim Mitspieler an. Ligaweit wird dieser Wert aktuell nur vom 1. FC Nürnberg übertroffen.
- Auf der Suche: Viel Ballbesitz bedeutet bislang allerdings nicht automatisch viele Treffer. 52 Torschüsse gab Dynamo an den ersten vier Spieltagen ab, fünfmal landete der Ball im gegnerischen Netz. Damit erzielen die Sachsen im Schnitt 1,25 Tore pro Partie.
- Kilometerfresser: An Einsatz mangelt es den Dresdnern nicht. Insgesamt 481,8 Kilometer spulte die Mannschaft von Thomas Stamm in den ersten vier Ligaspielen ab. Das sind mehr als 120 Kilometer pro Begegnung. Dafür zogen die Sachsen bisher nicht so oft das Tempo an, nur 505 Sprints bedeuten in dieser Kategorie in der 2. Bundesliga Platz 16.
Unter Beobachtung
- Ben Bobzien: Der 23-Jährige ist endgültig in Dresden angekommen. Bereits in der vergangenen Rückrunde spielte Bobzien auf Leihbasis für die SGD, im Sommer verpflichteten ihn die Sachsen fest vom 1. FSV Mainz 05. Seine Stärken liegen vor allem im Eins-gegen-Eins und in seiner Intensität gegen den Ball. In der laufenden Saison kommt der Offensivspieler bislang auf ein Tor und eine Vorlage. Zuletzt traf er beim 1:2 gegen Bochum zum Anschlusstreffer.
- Niklas Hauptmann: Der gebürtige Kölner trägt seit dieser Saison die Kapitänsbinde. Nach dem Karriereende von Stefan Kutschke rückte der bisherige Stellvertreter in der Hierarchie nach ganz oben. Auf dem Platz ist Hauptmann ohnehin eine zentrale Figur im Dresdner Mittelfeld. Er stand in allen vier Ligapartien auf dem Rasen, legte bereits einen Treffer auf und schlug aus dem Spiel die meisten Flanken bei der SGD.
- Vincent Vermeij: Mit seinen 1,96 Metern bringt der Niederländer eine ordentliche Portion Physis ins Dresdner Sturmzentrum. Der erfahrene Angreifer kam im Sommer 2025 von Fortuna Düsseldorf an die Elbe und bietet Trainer Thomas Stamm mit seiner Präsenz im Strafraum und seiner Stärke im Spiel mit dem Rücken zum Tor eine andere Option für die Offensive. Auch beim jüngsten 1:2 gegen Bochum begann Vermeij im Sturmzentrum und sorgte nach der Pause unter anderem mit einer Hackenablage auf Hauptmann für Gefahr.
Die Lage
Der Start in die neue Spielzeit ist bei der SG Dynamo Dresden nicht nach Plan verlaufen. Nach vier Spieltagen stehen lediglich drei Punkte auf dem Konto. Zum Auftakt musste sich die SGD beim 1. FC Nürnberg mit 0:3 geschlagen geben, anschließend gelang beim 1:0 gegen den SV Darmstadt 98 die erhoffte Reaktion. Es blieb bislang allerdings der einzige Sieg. Beim Bundesliga-Absteiger 1. FC Heidenheim entwickelte sich anschließend eine wilde Partie, die Dynamo trotz dreier eigener Treffer mit 3:5 verlor. Auch am vergangenen Wochenende gab es nichts Zählbares. Gegen den VfL Bochum erwischten die Sachsen einen denkbar schlechten Start und lagen nach 25 Minuten bereits mit 0:2 zurück. Ben Bobzien verkürzte noch vor der Pause, anschließend drängte Dynamo auf den Ausgleich. Niklas Hauptmann scheiterte am Innenpfosten, auch der eingewechselte Kennedy Okpala ließ eine gute Möglichkeit liegen. So blieb es vor 30.583 Zuschauern beim 1:2. Damit fällt die Zwischenbilanz ernüchternd aus. Ein Sieg und drei Niederlagen aus den ersten vier Ligaspielen bedeuten einen Platz im Tabellenkeller. Besonders die Defensive bereitete zuletzt Probleme. Nach zehn Gegentreffern in vier Partien sucht die Mannschaft noch nach der Stabilität, die sie für den angestrebten Klassenerhalt benötigt. Trainer Thomas Stamm machte nach der Bochum-Partie unter anderem ein zu unsauberes Umschaltspiel trotz zahlreicher Ballgewinne als Problem aus. Neuzugang Tobias Raschl formulierte die Aufgabe für die kommenden Wochen deutlich: Dynamo müsse möglichst schnell weitere Punkte sammeln und sich aus der unteren Tabellenregion befreien. Beide Teams gehen mit drei Punkten auf der Habenseite in den 5. Spieltag.
Die letzte Begegnung
Am 33. Spieltag der vergangenen Saison traf die Eintracht vor heimischer Kulisse auf Dynamo Dresden und erwischte dabei einen guten Start. In einer von Beginn an intensiven Partie mit vielen Zweikämpfen blieben große Chancen zunächst auf beiden Seiten aus. Nach 20 Minuten nutzten die Löwen jedoch ihren ersten Abschluss zur Führung: Florian Flick setzte sich nach Vorarbeit von Max Marie und Lino Tempelmann durch und traf überlegt zum 1:0. Dresden suchte anschließend den schnellen Ausgleich, doch Thorben Hoffmann war gegen Vincent Vermeij zur Stelle und bewahrte die Eintracht ebenso wenig später erneut vor dem Gegentreffer. Mit der knappen Führung ging es in die Pause. Kurz nach Wiederbeginn legten die Löwen nach. Fabio Kaufmann fand mit seiner Flanke Faride Alidou, der die Hereingabe im Fünfmeterraum zum 2:0 über die Linie drückte. Auch danach blieb die Eintracht offensiv und hatte durch Johan Gómez und Erencan Yardimci weitere Möglichkeiten. Auf der anderen Seite wurde es nach einem VAR-Eingriff noch einmal spannend: Christian Dingert entschied auf Strafstoß für Dresden, doch Hoffmann parierte den Versuch von Stefan Kutschke und hielt seine Mannschaft damit auf Siegkurs. Kurz vor Schluss verkürzte Kutschke nach einer Ecke dennoch auf 1:2. In der dramatischen Schlussphase und der langen Nachspielzeit mussten die Löwen noch einmal zittern, doch sowohl der Lattentreffer von Dresdens Tony Menzel als auch ein Versuch von Sidney Raebiger aus großer Distanz brachten keine Änderungen am Ergebnis mehr. So feierte die Eintracht einen umkämpften 2:1-Heimsieg und machte einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt.
Foto: Bundesliga/Getty Images/Joern Pollex