Ehlers: "Haben uns selbst nicht belohnt"

Die Stimmen nach der 0:1-Niederlage gegen den VfL Bochum

Viel vorgenommen, gut ins Spiel gekommen, extrem viel probiert - und doch steht am Ende die Heimpleite gegen den VfL Bochum. Die Eintracht zeigte sich beim Gegentor von Philipp Hofmann nach 18. Minuten einmal nicht wach und geriet so auf die Verliererstraße. Trotz viel Bemühen glückte kein Treffer bis zum Schlusspfiff. So ordneten die Protagonisten das Spiel im Nachgang ein. 

Kevin Ehlers
"Wir killen uns einfach selber. Einmal sind wir in der ersten Halbzeit nicht wach genug, lassen einen Freistoß schnell ausführen. Das  wird auf dem Niveau knallhart bestraft. Wir schauen alle zum Ball und träumen. Da müssen wir wacher sein. Dann laufen wir für 45 Minuten an, machen eigentlich das ganze Spiel. Heute haben wir uns selbst nicht belohnt und uns eigentlich auch um die eigene Arbeit gebracht. Wir sind eigentlich gut reingekommen und hatten eine gute Energie auf dem Platz. Dann sind es ein, zwei Aktionen, in denen das Spiel härter wird und da lassen wir uns den Schneid abkaufen. Da müssen wir die Energie beibehalten. So ist es dann eben zu einfach. Für nächste Woche müssen wir die einfachen Fehler abstellen. Wir haben nun genügend Zeit, die Sachen aufzuarbeiten."

Thorben Hoffmann
"Von der Art und Weise war es ein sehr ähnlicher Auftritt wie in der vergangenen Woche. Wir waren mutig mit dem Ball und sind sehr hoch angelaufen. Wir haben dem Spiel unseren Stempel aufgedrückt, aber bringen uns um unseren eigenen Lohn, weil wir einmal nicht wach sind. Das bestraft eine individuell sehr gute Bochumer Mannschaft heute. 
Ich will nicht als schlechter Verlierer dastehen, aber es fühlt sich heute unfair an und mit dem Gefühl saßen wir gerade auch in der Kabine.
Es geht immer um das Wie und das hat heute bei uns gepasst. Ich kann niemandem einen Vorwurf machen, weil jeder bei den Temperaturen an seine Grenzen gegangen ist. Bis zum Tor war Bochum am Schwimmen und durch das Tor holen wir sie wieder rein. Da kann ich nur sagen: Herzlich Willkommen in der Zweiten Liga. Da schlägt jeder jeden. Wir sind einfach gut beraten, wenn wir kontinuierlich versuchen zu Punkten und das sollte am Ende auch das Ziel sein. Dass wir uns auf das Wie konzentrieren, haben wir uns auf die Fahne geschrieben. Damit kann sich, glaube ich, auch das Stadion identifizieren. Nicht umsonst würdigen die Fans uns dann auch nach so einer Leistung.“

Lars Kornetka
“Ich sehe es auch so, dass wir sehr gut ins Spiel gekommen sind und an das angeknüpft haben aus dem letzten Spiel. Wir hatten gute Momente und haben Chancen kreiert, das ist uns gut gelungen. Ich spreche immer davon, dass wir uns auf einem Weg der Entwicklung befinden und stetig besser werden wollen. Die Freistoßsituation kostet uns jetzt drei oder einen Punkt. Die Situation wäre einfach zu verteidigen gewesen, aber wir waren nicht gut gestaffelt und nicht aufmerksam. Wir hätten die Situation kontrollieren können, das wäre easy möglich gewesen, aber wir haben es nicht gemacht. Wir haben das schon angesprochen und nach dem Spiel hart diskutiert. Da braucht es Klarheit. Nichtsdestotrotz ist es ein Learning. So bitter es ist, müssen wir es annehmen und uns verbessern. Das Spiel kippt nach dem 0:1, wir kriegen nicht mehr so den Grip drauf, auch beim Anlaufen nicht. Wir haben das Zentrum nicht mehr kontrolliert und versucht, umzustellen. Das hat aber nicht so gegriffen, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir haben in der Halbzeit umgestellt und mit zwei Stürmern gespielt. Dann waren wir über weite Strecken wieder gut im Spiel. Es war offen, wir mussten gegen einen Low Block anspielen. Es ist uns ein paar Mal gelungen, gute Situation herzustellen, aber nicht in der Häufigkeit und Klarheit, wie wir uns das gewünscht hätten. So haben wir den Ball nicht mehr über die Linie gedrückt und uns den heißersehnten Punkt verdient.” 

Uwe Rösler (Cheftrainer VfL Bochum)
“Das Spiel ging sehr bewegt und intensiv los, Braunschweig hat die Stimmung, Intensität und das Selbstvertrauen aus dem Auftaktsieg mitgenommen. Die erste Viertelstunde waren sie klar besser, da haben wir ein oder zwei Mal ein bisschen Glück. Danach haben wir uns fußballerisch reingekämpft und machen das Tor aus dem Nichts. Dann haben wir 30 Minuten kontrolliert mit dem Ball, sind sie gut angelaufen. Der Torwart hat viele lange Bälle gespielt und wir waren stark auf den zweiten Ball. Wir müssen eigentlich zur Halbzeit 2:0 führen. Die zweite Halbzeit fangen wir gut an, haben zwei, drei gute Flanken, machen aber das Tor nicht. Und dann wird es nochmal schwer, Braunschweig hat alles probiert. Da kann immer mal ein Ball durchrutschen. Grade auch aufgrund des Resultats der letzten Woche ist der Sieg für uns goldwert - auch für die nächsten Woche.”

Fotos: Kai Falk