Ein Ziel: Korrektur des Auftakts
Der VfL Bochum in der Vorschau
Heimauftakt an der Hamburger Straße! Am 2. Spieltag empfängt die Eintracht am Freitagabend um 18.30 Uhr den VfL Bochum im EINTRACHT-STADION. Die Gäste aus dem Ruhrgebiet haben im Sommer einen großen personellen Umbruch vollzogen und wollen nach der 0:1-Auftaktniederlage gegen Hertha BSC in Braunschweig eine Reaktion zeigen. Alles Wissenswerte zum VfL gibt es in unserer Vorschau.
Wissenswertes
- Das Übliche zum Start: Zum sechsten Mal in Folge verlor Bochum am 1. Spieltag, hat in den vergangenen zehn Spielzeiten einen einzigen Punkt zum Saisonauftakt geholt. In der vergangenen Saison startete der VfL mit einer 1:4-Niederlage in Darmstadt. Nach acht Spieltagen standen bereits sieben Pleiten zu Buche, ehe der aktuelle Chefcoach Uwe Rösler im Oktober 2025 das Traineramt in Bochum übernahm.
- Quartett im Blick: Die Blau-Weißen konnten die letzten drei Duelle mit den Löwen für sich entscheiden. Vier Siege in Folge gegen die Eintracht hat der VfL allerdings noch nie geschafft. Die vergangenen 18 Aufeinandertreffen fanden allesamt in der 2. Bundesliga statt, zuvor standen sich beide Teams 24-mal in der Bundesliga gegenüber. Zuletzt erfolgte das in der Saison 1984/85.
- Viel Einsatz, wenig Ertrag: Der VfL ging am 1. Spieltag in die meisten Zweikämpfe aller Teams, setzte sich dabei jedoch nur in 46,3 Prozent der Duelle durch. Nur Arminia Bielefeld wies eine noch geringere Zweikampfquote auf.
Unter Beobachtung
- Philipp Hofmann: Der 33-jährige ehemalige Braunschweiger kommt in der 2. Bundesliga bereits auf 84 Treffer. Mit seinem nächsten Tor würde Hofmann in der „Ewigen Torschützenliste“ unter anderem zu Fabian Klos aufschließen. Auch gegen seinen Ex-Klub war er in der vergangenen Saison besonders erfolgreich: In den beiden Duellen sammelte Hofmann insgesamt vier Scorer-Punkte. Gegen die Hertha landete keiner seiner drei Torschüsse in den Maschen.
- Berkan Taz: Im Sommer wechselte der Offensivmann vom SC Verl zum VfL Bochum und überzeugte bereits in der Vorbereitung mit einem Treffer gegen Royal Antwerpen. Auch beim Saisonauftakt gegen Hertha zählte der 27-Jährige zu den auffälligsten Bochumern und war an der Hälfte der VfL-Torschüsse beteiligt. Taz soll vor allem für Kreativität zwischen Mittelfeld und Angriff sorgen. Seine Qualitäten stellte der technisch starke Akteur bereits in der vergangenen Drittligasaison unter Beweis, als er für Verl 17 Tore und 19 Vorlagen verbuchte und damit zu den besten Scorern der Liga gehörte sowie der mit Abstand beste Vorbereiter war.
- Karol Mets: Mit 33 Jahren hat der Innenverteidiger schon einiges erlebt. Der 104-malige Nationalspieler Estlands lief zuletzt für den FC St. Pauli auf und feierte mit den Kiezkickern 2024 den Aufstieg in die Bundesliga. Nun soll der 1,91 Meter große Linksfuß der neu formierten Bochumer Defensive mit seiner Erfahrung Stabilität geben. Sein Vertrag an der Castroper Straße läuft bis 2028.
Die Lage
Nach der 0:1-Heimniederlage gegen Hertha BSC will die Mannschaft von Trainer Uwe Rösler in Braunschweig die ersten Punkte der Saison einfahren. Die Niederlage gegen die Hauptstädter ließ die Blau-Weißen leicht ernüchtert zurück. Gegen die Berliner fehlten dem VfL vor allem Tempo, Kreativität und die nötige Durchschlagskraft. Nur drei Bochumer Abschlüsse fanden den Weg auf das Hertha-Tor. Dabei steigerte sich die Mannschaft nach der Pause deutlich und dominierte das Geschehen. „Danach war nur noch eine Mannschaft auf dem Platz“, befand Rösler. Für den Ausgleich reichte es dennoch nicht. Besonders die vergebene Großchance von Berkan Taz kurz nach dem Gegentreffer dürfte den Bochumern noch in Erinnerung sein. Defensiv präsentierte sich der VfL dagegen über weite Strecken ordentlich. Lediglich ein individueller Fehler ermöglichte Hertha den entscheidenden Treffer. Innenverteidiger und Sommerneuzugang Michael Steinwender, der zu den auffälligsten Bochumern gehörte, sieht deshalb durchaus positive Ansätze: „Darauf können wir aufbauen. Wir haben das Spiel über weite Strecken dominiert und hatten gute Chancen.“ Gleichzeitig weiß der 26-Jährige, dass beim neu zusammengestellten Team noch nicht alle Abläufe sitzen: „Wir sind eine neue Mannschaft und dabei, uns zu finden.“ An der Hamburger Straße soll nun aus einer verbesserten Leistung auch etwas Zählbares entstehen. „Die 2. Bundesliga hat eine hohe Qualität. Die können alle kicken, das sind alles gute Mannschaften“, warnt Steinwender. Personell könnte sich die Situation beim VfL zudem etwas entspannen. Mehrere Spieler, darunter Karol Mets, Mats Pannewig, Christian Rasmussen und Gerrit Holtmann, hatten Teile der Vorbereitung verpasst und kamen gegen Hertha erst im Laufe der Partie zum Einsatz. Mit dem 21-jährigen Mansour Ouro-Tagba verpflichtete Bochum zudem kurzfristig eine weitere Offensivoption. Der Angreifer kommt vom 1. FC Köln und bringt mit seiner Körperlichkeit und seinem Tempo zusätzliche Möglichkeiten im Angriff für Rösler mit.
Letzte Begegnung
Im letzten Duell mit dem VfL Bochum in der Rückrunde der vergangenen Saison erwischte die Eintracht im Vonovia Ruhrstadion einen engagierten Start und suchte von Beginn an den Weg nach vorne. Die ersten gefährlichen Ansätze gehörten den Löwen, doch Bochum ging nach rund einer Viertelstunde durch Gerrit Holtmann in Führung. Die Eintracht ließ sich davon zunächst nicht beeindrucken und blieb aktiv, verpasste den Ausgleich jedoch trotz einiger guter Ansätze. Kurz vor der Pause schlugen die Gastgeber erneut zu: Koji Miyoshi erhöhte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte auf 2:0. Auch nach dem Seitenwechsel blieb Bochum zunächst gefährlicher und hätte die Führung weiter ausbauen können, ehe Farid Alfa-Ruprecht nach einem Konter schließlich das 3:0 erzielte. Mit dem deutlichen Rückstand übernahm die Eintracht zunehmend die Kontrolle und suchte nach einer Lücke in der kompakten VfL-Defensive. In der Schlussphase belohnte sich Blau-Gelb für den Aufwand: Lino Tempelmann staubte nach einem geblockten Schuss von Florian Flick zum 1:3 ab. Für eine Wende reichte es jedoch nicht mehr. In der Nachspielzeit sorgte Philipp Hofmann per Strafstoß für den 4:1-Endstand und besiegelte damit für die Löwen einen enttäuschenden Nachmittag im Revier.
Foto: DFL/Getty Images/Lukas Schulze