Flick: "Müssen und können das wegstecken"
Die Stimmen zum 3:5 gegen Hertha BSC
Die Löwen unterliegen nach einer 2:0-Führung gegen Hertha BSC und lassen auch im zweiten Zweitliga-Heimspiel dieser Saison Federn. Die Stimmen zum Spiel.
Florian Flick:
“Ich glaube, dass wir uns das Spiel heute alle anders vorgestellt haben. Dass wir in der ersten Halbzeit überhaupt 2:0 führen, war noch das Beste am Spiel. Hertha ist zu Beginn schon viel besser reingekommen. Beim ersten Tor wurden wir eingeladen, das Zweite war ein Standardtor. Wenn man mit so einer Leistung führt, muss man auf jeden Fall so clever sein und das mindestens mit in die Halbzeit nehmen. Es tut einfach extrem weh und deshalb fehlen mir jetzt direkt nach Abpfiff noch die Worte.
Jeder von uns hat den Anspruch zu gewinnen und jeder kennt auch seine Aufgaben. Gerade, wenn man 2:0 führt, muss man die Sinne noch mehr schärfen, um diese Führung nicht aus der Hand zu geben. Ja, wir haben jetzt die ersten drei Heimspiele verloren, aber wir müssen und können das wegstecken. Es gab auch letztes Jahr schwierige Phasen, aus denen wir uns rausgezogen haben. Wir sind noch sehr früh in der Saison und haben in den vergangenen Spielen bereits gesehen, dass wir einen Plan haben. Diesen gilt es in Zukunft einfach konstant 90 Minuten lang abzurufen, um solche Spiele wie heute nicht punktlos zu beenden.”
Kevin Ehlers:
“Gegen den Ball war das heute gar nichts, das wissen wir alle. Das hat sich heute durch das ganze Spiel gezogen. Da waren wir dann überhaupt glücklich, dass wir 2:0 in Führung gegangen sind. Wir haben vor dem 1:0 schon Glück, dass wir nicht in Rückstand geraten. Nach dem 2:0 verpassen wir es dann das 3:0 zu machen. Die Gegentore kassieren wir dann viel zu einfach. Dann kommen wir bodenlos aus der Halbzeit. Wir gewinnen keine Zweikämpfe, sprinten nicht an vorne und das reicht dann halt nicht. Ich bin aufgrund der Art und Weise sehr bedient. Das darf so nicht wieder vorkommen.”
Lars Kornetka:
“Die Hertha hat echt gut ins Spiel gefunden. Wir haben heute gegen den Ball eine katastrophale Leistung gezeigt, das war richtig schlecht. Wir haben überhaupt keinen Zugriff bekommen. Schon in den ersten Minuten haben wir total viele Situationen zugelassen, in denen Hertha durch unsere Reihen spielen konnte. Das wollten wir überhaupt nicht so. Dann gehen wir trotzdem mit 2:0 in Führung in einer Partie, die bis dahin meiner Meinung nach überhaupt nicht danach ausgesehen hat. Durch Kontersituationen haben wir sogar die Möglichkeit auf 3:0 zu stellen und werden dann für eigene Fehler bestraft, die wir machen. Vor allem beim 2:2, wo wir die Situation eigentlich nur löschen müssen. Nach der Pause wollten wir ganz anders zurückkommen und gegen den Ball viel stabiler stehen. Wir wollten das Spiel in die gegnerische Hälfte drücken. Es ist uns nicht gelungen, durch einen Gegenstoß der Berliner kriegen wir dann das 2:3. Der Strafstoß ist anscheinend einer, ich hab es leider nur in der Totalen gesehen. Dann kann es so gehen. Gegen den Ball haben wir einfach kein gutes Spiel gemacht. Jetzt haben wir in zwei Spielen zuhause neun Gegentore kassiert. Das ist definitiv zu viel. Bei allem Lob für bestimmte Dinge, die wir gut machen, weiß ich aber auch, dass wir bestimmte Basics besser machen müssen, wenn wir in der zweiten Liga bestehen wollen. Auch, wenn es eine junge Mannschaft ist, die sich Fehler erlauben darf, müssen wir viel mehr vom Gegner wegnehmen. Daran werden wir arbeiten, um den Spielverlauf in eine andere Richtung zu drücken.”
Stefan Leitl (Cheftrainer Hertha BSC):
“Erstmal Glückwunsch an meine Mannschaft. Das Spiel hat sehr gut für uns begonnen. Wir waren im Ballbesitz gut und haben schon Momente kreieren können, wo wir gefährlich vor das Braunschweiger Tor kamen. Doch dann geht Braunschweig durch einen individuellen Fehler von uns 1:0 in Führung. Trotzdem haben die Jungs immer wieder weitergemacht. Dann verteidigen wir bei einer Standardsituation nicht gut, sodass Braunschweig auf 2:0 erhöht. Mit dem Anschlusstreffer und dem 2:2 kurz vor der Halbzeit ziehen wir das Momentum natürlich etwas auf unsere Seite. Die Reaktion der Jungs in der zweiten Halbzeit war dann überragend. Da haben wir den Grundstein gelegt, um dieses Spiel zu gewinnen. Wir haben sehr gut gespielt, aber man muss auch die Braunschweiger loben, die nie aufgehört haben, auch nach dem 2:5 nicht. Da erkennt man dann die klare Handschrift von Lars. Insgesamt war es ein super Fußballabend.”
Foto: IMAGO/Darius Simka