Heimvorteil Betze
Der 1. FC Kaiserslautern in der Vorschau
Es geht uff’n Betze! Am 6. Spieltag der 2. Bundesliga gastiert die Eintracht am Samstag um 13 Uhr beim 1. FC Kaiserslautern. Die „Roten Teufel“ sind mit acht Punkten aus den ersten fünf Partien ordentlich in die neue Spielzeit gestartet, mussten zuletzt beim 0:3 in Magdeburg allerdings ihre erste Saisonniederlage hinnehmen. Vor heimischer Kulisse ist der FCK dagegen noch ungeschlagen und sogar ohne Gegentor. Alles Wichtige zum kommenden Gegner gibt es in unserer Vorschau.
Wissenswertes
- Betze bleibt sauber: Im Fritz-Walter-Stadion ist in dieser Zweitliga-Saison noch kein Ball im Lauterer Netz gelandet. Nach dem torlosen Remis gegen den Karlsruher SC feierte der FCK gegen Darmstadt 98 einen deutlichen 3:0-Erfolg. Damit stehen nach zwei Heimspielen vier Punkte und 3:0 Tore auf dem Konto.
- Schwer zu knacken: Insgesamt musste Kaiserslautern an den ersten fünf Spieltagen lediglich vier Gegentreffer hinnehmen. Kein Zweitligist kassierte bislang weniger. Gleichzeitig erzielten die Pfälzer selbst erst fünf Tore. Gleich zweimal trennten sich die „Roten Teufel“ zum Saisonstart torlos von ihrem Gegner.
- Viele Meter: Arbeit gegen den Ball gehört zum Lauterer Spiel. Bereits 573,2 Kilometer legte der FCK in seinen ersten fünf Ligapartien zurück. Dazu kommen 3.128 intensive Läufe und 755 Sprints. Auch in den direkten Duellen halten die Pfälzer dagegen: 504 gewonnene Zweikämpfe und 97 erfolgreiche Kopfballduelle stehen bislang in der Statistik.
Unter Beobachtung
- Marlon Ritter: Der Kapitän bleibt eine der zentralen Figuren im Lauterer Offensivspiel. Der 31-Jährige stand in allen fünf Ligapartien auf dem Platz und sucht selbst regelmäßig den Abschluss: Mit elf Torschüssen gehört Ritter zu den offensiv auffälligsten Akteuren der Pfälzer. Zudem ist er mit seinen Standards und seiner Übersicht rund um den gegnerischen Strafraum jederzeit gefährlich.
- Paul Joly: Der Franzose sorgt auf der rechten Seite für Tempo. Bereits in der vergangenen Spielzeit gehörte der 25-Jährige zu den offensivfreudigsten Außenbahnspielern des FCK. Auch unter Torsten Lieberknecht übernimmt Joly eine wichtige Rolle auf der Schiene und soll mit seinen Läufen und Hereingaben für Gefahr sorgen.
- Semih Şahin: Im Zentrum zieht der 25-Jährige die Fäden. Şahin soll dem Lauterer Spiel Struktur geben, Räume schließen und gleichzeitig den Übergang in die Offensive herstellen. Gemeinsam mit Fabian Kunze bildet er derzeit das Herzstück im zentralen Mittelfeld.
Die Lage
Vier Spiele lang blieb der 1. FC Kaiserslautern zum Saisonstart ungeschlagen. Dabei benötigten die Pfälzer zunächst ein wenig Anlaufzeit. Sowohl beim Bundesliga-Absteiger VfL Wolfsburg als auch im Südwest-Derby gegen den Karlsruher SC gab es ein 0:0. Anschließend nahm die Mannschaft von Torsten Lieberknecht Fahrt auf. Beim FC St. Pauli gelang mit einem 2:1 der erste Dreier, gegen den SV Darmstadt 98 legten die „Roten Teufel“ beim 3:0 vor eigenem Publikum nach. Acht Punkte und nur ein Gegentreffer nach vier Begegnungen sorgten für einen gelungenen Start. Am vergangenen Wochenende bekam die bis dahin makellose Defensive allerdings erstmals größere Probleme. Beim 1. FC Magdeburg geriet Kaiserslautern bereits nach zwölf Minuten durch Emmanuel Iyoha in Rückstand, nur fünf Minuten später erhöhte Alexander Nollenberger. Nach der Pause traf Iyoha erneut und besiegelte die 0:3-Niederlage - die erste Pleite der neuen Saison. Trainer Torsten Lieberknecht reagierte darauf ungewöhnlich. Statt des eigentlich vorgesehenen freien Tages versammelte er seine Mannschaft bereits am Sonntag zur gemeinsamen Analyse. Insbesondere das Pressing hatte dem FCK-Coach beim Auftritt in Magdeburg nicht gefallen. Die grundsätzliche Stimmung rund um den Betzenberg ist vor dem Duell mit seinem ehemaligen Verein dennoch positiv. Lieberknecht betonte, dass seine Mannschaft die Niederlage aufgearbeitet habe und nun den dritten Saisonsieg anstrebe. Verzichten muss er dabei weiterhin auf Angreifer Ivan Prtajin sowie Naatan Skyttä und Owen Gibs. Auf die Eintracht wartet damit eine Mannschaft, die vor allem defensiv bislang nur wenig zugelassen hat. Gleichzeitig wollen die Löwen nach dem 2:2 gegen Dynamo Dresden und zuletzt vier sieglosen Ligapartien wieder dreifach punkten. Dass sie auswärts für reichlich Torgefahr sorgen können, haben die Blau-Gelben in dieser Saison bereits gezeigt. Sieben Treffer gelangen in den ersten beiden Partien in der Fremde. Nun wartet mit dem Betzenberg allerdings ein Ort, an dem der FCK in dieser Spielzeit noch kein einziges Gegentor zugelassen hat.
Die letzte Begegnung
Beim letzten Aufeinandertreffen mit dem 1. FC Kaiserslautern in der Rückrunde der vergangenen Saison erwischte die Eintracht einen effizienten Start und ging mit dem ersten eigenen Abschluss in Führung. Nach einem Distanzschuss von Lino Tempelmann konnte FCK-Keeper Enis Kamga den Ball nicht festhalten, FCK-Leihgabe Faride Alidou reagierte am schnellsten und schob zum 1:0 ein. Kaiserslautern versuchte anschließend Druck aufzubauen, fand gegen die kompakte Defensive der Löwen jedoch nur selten klare Lösungen. Wenn es gefährlich wurde, war Thorben Hoffmann zur Stelle und parierte unter anderem einen Kopfball von Paul Joly. Mit der knappen Führung ging es in die Pause. Auch nach dem Seitenwechsel blieb der FCK zwar bemüht, kam aber kaum zu zwingenden Möglichkeiten. Die Eintracht verteidigte konzentriert und lauerte gleichzeitig auf Umschaltsituationen. Eine solche nutzten die Löwen nach 72 Minuten zur Vorentscheidung: Nach einem Steckpass von Florian Flick blieb der eingewechselte Erencan Yardimci vor Kamga cool und traf ins lange Eck zum 2:0. Für Yardimci war es zugleich das Comeback-Tor nach rund fünfmonatiger Pause ohne Treffer. In der Schlussphase fand Kaiserslautern keine Mittel mehr gegen die tief stehende Eintracht, die nur noch wenige gefährliche Situationen zuließ. So brachten die Löwen den 2:0-Auswärtssieg souverän über die Zeit und sicherten sich damit extrem wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.
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