Rückschau zum Niedersachsenderby
Eintracht verurteilt Vorfälle im Gästeblock
Eintracht Braunschweig hat das Niedersachsenderby am Sonntag mit 2:0 gewonnen. Neben dem sportlichen Erfolg blickt der Verein auf die Durchführung des Spieltags und die Vorfälle am vergangenen Sonntag zurück.
Die Eintracht-Fans unterstützten ihre Mannschaft im Stadion lautstark und reagierten besonnen auf Provokationen aus dem Gästeblock. Dazu zählte unter anderem das Zeigen entwendeter blau-gelber Choreografie-Elemente. Die An- und Abreise sowie die Einlassphasen im Heim- und Gastbereich verliefen weitgehend reibungslos. Allerdings wurden während des Fanmarschs, an dem rund 2.000 Eintracht-Fans teilnahmen, durch den Einsatz von Böllern vier Personen leicht verletzt.
Schwer überschattet wurde das Derby durch massive Ausschreitungen im Gästeblock unmittelbar nach dem 2:0-Treffer der Eintracht kurz vor Spielende. Gästefans setzten mehrere Sitzschalen in Block 18 in Brand. Die Feuerwehr musste mehrere Brandherde löschen, teilweise direkt aus dem benachbarten Block und teilweise aus dem Innenraum.
Darüber hinaus wurden rund 50 Sitzschalen sowie eine deutlich zweistellige Anzahl an Bengalos in den Innenraum und teilweise gezielt auf die eingesetzten Ordnungskräfte geworfen. Das zuvor von Eintracht Braunschweig installierte Sicherheitsnetz fing einen Großteil der Gegenstände ab. Dennoch wurde ein Polizeibeamter durch einen Bengalo leicht verletzt. Insgesamt wurden rund 180 Sitzschalen zerstört.
Zudem wurden zahlreiche sogenannte Single-Shot-Raketen durch das Sicherheitsnetz gezielt in Richtung der Heimblöcke 15 und 16 sowie auf Polizei- und Feuerwehrkräfte abgefeuert. Dabei wurden eine Polizeibeamtin und ein Besucher im Block 16 leicht verletzt. Auch Teile der Toilettenanlagen im Gästebereich und die Tartanbahn wurden beschädigt. Die Höhe des Gesamtschadens lässt sich derzeit noch nicht beziffern.
Eintracht Braunschweig verurteilt die Vorfälle und die damit verbundene Gefährdung von Zuschauern und Sicherheitskräften auf das Schärfste. Derartige Handlungen sind absolut inakzeptabel. Sie haben im Stadion nichts zu suchen und stehen im krassen Widerspruch zu einer positiven Fankultur.
Einordnung des Sicherheitskonzepts
Eintracht Braunschweig hat das Sicherheitskonzept für das Niedersachsenderby nochmals intensiviert und die Sicherheitsmaßnahmen in enger Abstimmung mit den zuständigen Netzwerkpartnern umgesetzt. Insbesondere bei den Einlasskontrollen im Gästebereich wurden die rechtlich möglichen Kontrollmaßnahmen maximal ausgeschöpft.
Die Umsetzung des Sicherheitskonzepts und die Organisation des Spieltags wurden von den beteiligten Netzwerkpartnern ausdrücklich positiv bewertet. Vier Sicherheitsbeobachter und Vertreter des Kontrollausschusses von Bundesliga und DFB, die den Spieltag in offizieller Funktion begleiteten, bescheinigten der Organisations- und Sicherheitsabteilung sowie der Fanbetreuung von Eintracht Braunschweig eine sehr gute Arbeit. Besonders positiv hervorgehoben wurden das gemeinsam mit der Polizei abgestimmte Sicherheitskonzept, dessen Umsetzung sowie das Kommunikationsmanagement auf Führungs- und operativer Ebene.
Die Vorfälle im Gästeblock sind für Eintracht Braunschweig als Veranstalter nicht hinnehmbar und werden aufgearbeitet. Das EINTRACHT-STADION soll für alle Fans und Besucherinnen und Besucher ein sicherer Ort sein. Dafür setzt Eintracht Braunschweig auf professionelle Sicherheitsstrukturen, eine enge Zusammenarbeit mit den Netzwerkpartnern und eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Maßnahmen.
Eintracht Braunschweig bedankt sich bei allen Netzwerkpartnern für die vertrauensvolle und intensive Zusammenarbeit bei der Vorbereitung und Durchführung des Niedersachsenderbys. Ein besonderer Dank gilt allen Eintracht-Fans für die lautstarke Unterstützung der Mannschaft und ihren besonnenen Umgang mit den Provokationen aus dem Gästeblock. Allen Verletzten wünscht Eintracht Braunschweig eine schnelle Genesung.