Eintracht ist Derbysieger!

Die Löwen schlagen den ewigen Rivalen aus Hannover mit 2:0

Im 185. Niedersachsen-Derby empfingen die Löwen die Gäste aus Hannover im EINTRACHT-STADION. Vor 22.173 Zuschauern feierten die Blau-Gelben einen verdienten 2:0 (1:0)-Heimsieg gegen den Erzrivalen. Max Marie brachte die Eintracht in Führung (17‘), Yann Sturm machte in der Nachspielzeit den Derbysieg perfekt (90‘+2). Mit dem Erfolg zogen die Löwen auch in der Tabelle an den Hannoveranern vorbei.

Ausgangslage:

Mit dem heutigen Niedersachsenderby stand natürlich kein beliebiges Zweitligaspiel auf dem Programm - sondern ein für die Menschen und die Region extrem bedeutendes. Rein sportlich lieferten beide Teams einen ähnlichen Start in die Spielzeit hin und starteten als Tabellen-15. (Eintracht) beziehungsweise auf Rang 14 (Hannover) in den 9. Spieltag. Zuletzt unterlagen die Löwen mit 0:2 in Fürth, während Hannover gegen den FC St. Pauli beim 1:1-Remis zumindest einen Zähler holte. 

Aufstellung:

Lars Kornetka entschied sich für zwei Wechsel in seiner Startaufstellung. Erstmals in der 2. Bundesliga stand Junior Zé in Eintrachts Startelf, dafür musste Samuele Di Benedetto zunächst auf die Bank. Auch in der Innenverteidigung gab es einen Wechsel. Andi Hoti erhielt das Vertrauen von Kornetka, Lukas Frenkert rotierte raus. Auch die Systematik wurde verändert: Blau-Gelb agierte in einer 4-4-2-Anordnung mit Urbich und Sturm in der Spitze.

Die Partie:

Die Eintracht zeigte den richtigen Biss und war mit Anpfiff im Derbymodus - exemplarisch dafür die Grätsche von Andi Hoti nach knapp zehn Minuten. Der Innenverteidiger klärte emotional ins Seitenaus. Zwar erspielten sich die Hannoveraner Vorteile im Ballbesitz, richtig zwingend wurde es aber nicht. Der Abschluss von Husseyn Chakroun war da noch das gefährlichste, wenngleich der Ball klar über die Latte ging (14'). Stattdessen stach die Eintracht mit dem ersten Versuch zu. Initiiert wurde die Führung von Max Marie, der auf der rechten Bahn Junior Zé bediente. Dessen Schuss konnte Leo Weinkauf zwar noch parieren, doch legte der Keeper den Ball ungewollt direkt von die Füße von Marie, der hervorragend nachschob. Der Mittelfeldmann drückte den Ball problemlos über die Linie und ließ das EINTRACHT-STADION beben (17'). Danach hatte die Eintracht Oberwasser, doch diesmal parierte Weinkauf gegen Yann Sturm (23'). Von den Gästen kam in der Offensive nichts, die Eintracht kontrollierte das Spiel auch ohne viel Ballbsitz gut. Und zeigte sich immer wieder in gefährlichen Räumen und mit Zug zum Tor. Aaron Opoku zielte kurz vor der Halbzeit knapp drüber (41'), ehe Zé im letzten Moment und im Sechzehner von Tomiak gestoppt wurde (42'). Und bis zum Pausenpfiff sollten die Löwen für einen weiteren Aufreger sorgen. Aus der zweiten Reihe nahm Fabio Di Michele Sanchez Maß, der Ball ging jedoch ganz knapp am Pfosten vorbei (45'). Insgesamt führte die Eintracht hochverdient, weil sie hinten stark verteidigte und vorne immer wieder für Gefahr sorgte. 

Die erste Chance nach dem Seitenwechsel hatten anschließend jedoch die Gäste - unter kräftiger Mithilfe der Eintracht. Nach Missverständnis zwischen Hoffmann und Hoti kann Källmann aus der zweiten Reihe abziehen, verfehlt das Tor jedoch knapp (47'). In dieser Situation hatte die Eintracht das Glück auf ihrer Seite. Minuten später war es dann nicht das Glück, sondern die Qualität von Hoffmann, die das 1:1 verhinderte. Ein Schlenzer von Thordason lenkte der Keeper sensationell aus dem Eck (56'). Hannover erwischte insgesamt den besseren Start in Durchgang zwei, doch auch der Kopfball von Thordarson ging knapp vorbei (59'). Dann die Schrecksekunde: Der überragende Hoffmann parierte gegen Källmann gleich doppelt herausragend, wird beim zweiten Versuch des Hannoveraners aus Nahdistanz mit voller Wucht im Gesicht getroffen. Der Kapitän blieb benommen liegen und musste ausgewechselt werden. Der so sichere Rückhalt wurde von Benjamin Uphoff ersetzt, es war sein Pflichtspieldebüt für die Eintracht. Zudem kam Samuele Di Benedetto, der nach starkem Ballgewinn endlich mal wieder eine Löwen-Chance initiierte. Doch der Versuch von Sturm ging letztlich drüber. Auch, weil der schnelle Außenbahnspieler klar gehalten wurde in der Aktion (68'). Schiedsrichter Tobias Reichel sah das anders, was Cheftrainer Kornetka deutlich sichtbar monierte. Dafür bekam er die gelbe Karte. Die Eintracht verteidigte in der Schlussphase leidenschaftlich und lauerte auf Konter. Hannover fand trotz mehrerer Angriffsversuche kaum noch Lücken im Braunschweiger Defensivverbund, während die Löwen das Spiel zunehmend clever gestalteten. In der Nachspielzeit fiel dann die Entscheidung: Nach einer unzureichenden Klärungsaktion der Gäste behauptete Marie den Ball und spitzelte ihn zu Di Benedetto, der für Yann Sturm auflegte. Der Angreifer legte sich die Kugel noch einmal zurecht und vollendete mit links ins rechte untere Eck zum umjubelten 2:0 (90'+2). Der Derbysieg war damit perfekt, die Eintracht zog in der Tabelle an Hannover 96 vorbei. Die Eintracht ist damit Derbysieger!

Weiter geht's nach einer kurzen Woche am kommenden Freitagabend um 18.30 Uhr mit dem Gastspiel bei Arminia Bielefeld, wo die Kornetka-Elf gerne an dieses Ergebnis heute anknüpfen möchte.

Das Spiel im Stenogramm:

Eintracht
Hoffmann (C) (66' Uphoff) – Hoti, Flick, Sturm, Aydin, Marie, Opoku, Zé (66' Di Benedetto (90'+4 Heußer), Ehlers, Di Michele Sánchez, Urbich (78' Mijatovic).

Hannover 96
Weinkauf – Tomiak, Hugonet, Ghita, Taibi (46' Roggow), Källmann, Hartel (78' Sinanovic), Chakroun (79' Hobrecht), Thordarson (C), Oudenne (46' Matsuda), Neubauer.

Tore:
1:0 Marie (17')
2:0 Sturm (90'+2)

Gelbe Karten:
Zé , Kornetka, Hoti, Ehlers / Roggow, Tomiak, Ghita

Schiedsrichter:
Tobias Reichel

Zuschauer im EINTRACHT-STADION:
22.173 (davon 2.100 Gästefans)