Keine Zähler für Blau-Gelb auf der Alm

Löwen verlieren im Flutlichtspiel in Bielefeld mit 1:3

Im Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld am 10. Spieltag musste sich die Eintracht auf der Alm mit 1:3 (0:2) geschlagen geben. Nach einer schwachen ersten Halbzeit und einem zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand keimte durch Aaron Opokus Anschlusstreffer (56') noch einmal Hoffnung auf. Joel Grodowski stellte jedoch wenig später den alten Abstand wieder her (68') und schnürte damit seinen Doppelpack. Maximilian Großer hatte die Arminia zuvor per Kopf in Führung gebracht (24'). Die Kornetka-Elf verpasste so, nach dem Derbysieg gegen Hannover direkt nachzulegen.

Ausgangslage:

Mit ordentlich Rückenwind konnte die Eintracht nach Bielefeld reisen. Der 2:0-Heimsieg am Sonntag gegen Hannover brachte nicht nur drei Punkte ein, sondern auch eine positivere Stimmung rund ums Team und bei den Fans. Nun sollte aber der Schalter umgelegt werden, um auch in Ostwestfalen mit der gleichen Energie auf den Platz zu gehen. Zwei Siege in Folge schafften die Löwen zuletzt im Dezember 2025 - gefühlt eine Ewigkeite her. In Bielefeld wurde der nächste Anlauf genommen, dies zu schaffen und damit den Derbysieg zu vergolden.

Aufstellung:

Cheftrainer Kornetka vertraute exakt auf jene Elf, die in der Vorwoche im Derby gestartet ist. Damit stand auch fest, dass Thorben Hoffmann grünes Licht für einen Einsatz geben konnte, der Kapitän stand wie gewohnt zwischen den Pfosten. Eine Änderung ergab sich aber notgedrungen auf der Bank, denn Samuele Di Benedetto verletzt sich am Sonntag am Innenband im Knie und fehlt in den kommenden Wochen. Für ihn rückte Sidney Raebiger ins Aufgebot. 

Die Partie:

Die Arminia erspielte sich von Beginn an einen Feldvorteil und präsentierte sich insgesamt griffiger. Nur logisch, dass der DSC auch die erste Torchance hatte. Eine Hereingabe von Monju Momoluh kann die Eintracht nicht sauber klären, stattdessen kriegt Leon Jensen aus dem Rückraum die Chance. Doch Florian Flick blockte noch rechtzeitig (10'). Auch sieben Minuten später war es nur dem Block von Memo Aydin zu verdanken, dass Thorben Hoffmann nicht eingreifen musste (17'). Die Eintracht war bis dato noch überhaupt nicht vor dem Bielefelder Tor vorstellig. Das änderte sich jedoch nach einer ersten guten Kombination über Junior Zé und Jan Urbich, an dessen Ende der Schuss von Flick jedoch ebenso geblockt wurde (19'). Anschließend stachen die Hausherren per Doppelschlag zu. Nach Flanke von Arne Sicker traf Maximilian Großer per Kopf - im Sechzehner setzte er sich beherzt gegen den zu zaghaft zum Ball gehenden Flick durch (24'). Das 0:2 aus Löwen-Sicht folgte umgehend. Nach Ballverlust von Zé schaltete Bielefeld sehr schnell um. Eine Flanke von Jannik Rochelt kriegt Andi Hoti in der Mitte nicht rausgeköpft, stattdessen kann Joel Grodowski den Ball annehmen, Fabio Di Michele Sanchez aussteigen und dann Hoffmann keine Chance lassen (27'). Bis zur Halbzeit gab es dann kaum noch nennenswerte Szenen, die Offensivbemühungen der Löwen erstickten zumeist schon im Ansatz. Zumindest schaffte es die Kornetka-Elf, vor dem eigenen Tor nicht mehr wirklich was zwingendes zuzulassen. Insgesamt war es ein schwacher erster Durchgang von Blau-Gelb. 

Kornetka reagierte mit einem dreifachen Wechsel auf Halbzeit eins, dennoch gehörte die erste Chance erneut dem DSC. Rochelts Schlenzer ging jedoch knapp vorbei (49'). Zwar deutete in den Minuten danach zunächst nichts auf den Anschlusstreffer hin, er fiel aber dennoch. Nach gutem Dribbling von Yann Sturm nahm Max Marie auf der rechten Bahn Opoku mit. Der hatte Platz, legte sich das Leder zurecht und traf ins lange Eck zum 1:2 (56'). Bielefeld-Keeper Kersken war zwar noch dran, konnte den Einschuss aber nicht verhindern. Die Löwen zeigten sich in den Folge besser im Spiel und wirkten ein Stück weit sicherer im Ballbesitz. Es war jedoch die Arminia, die die Eintracht empfindlich traf. Nach Ballverlust von Sturm schaltete die Arminia schnell um. Nach tiefem Ball auf Momoluh legt dieser perfekt für Grodowski auf, der gegen Ehlers im Sechzehner den Körper gut reinstellte und zum 3:1 einschob (68'). Die Alm tobte und durfte kurz drauf fast erneut jubeln. Nach misslungenem Rückpass von Opoku auf Hoffmann rettete der Keeper grade noch rechtzeitig. Der Schlussmann war auch bei Wörls Volley zur Stelle, sicher packte sich Hoffmann den Aufsetzer (76'). In der Schlussphase fehlten der Eintracht die Mittel, um noch einmal für Gefahr zu sorgen. Zwar bemühten sich die Löwen um einen geordneten Spielaufbau, fanden gegen die kompakte DSC-Defensive aber kaum Lücken. Heußers Versuch aus der Distanz stellte Kersken vor keine Probleme (85'). Da Bielefeld zudem durch Konter immer wieder Räume vorfand, lief den Gästen zunehmend die Zeit davon. Nach zwei Minuten Nachspielzeit war die verdiente 1:3-Niederlage des BTSV besiegelt. Grodowskis Doppelpack und Großers Flugkopfball hatten letztlich den Unterschied gemacht. 

Für die Eintracht geht es mit dem nächsten Flutlichtspiel an der Hamburger Straße weiter. Am nächsten Freitag empfangen die Blau-Gelben Energie Cottbus in Braunschweig (6. November, 18.30 Uhr).

Das Spiel im Stenogramm:

Arminia Bielefeld
Kersken – Bauer (C), Koudossou (71' Hagmann), Rochelt, Grodowski (86' Mehlem), Momoluh (72' Boakye), Sicker (67' Handwerker), Großer, Russo, Jensen (67' Schneider), Wörl.

Eintracht
Hoffmann (C) – Hoti (46' Frenkert), Flick (80' Wagner), Sturm, Aydin, Marie, Opoku (77' Sané), Zé (46' Heußer), Ehlers, Di Michele Sánchez, Urbich (46' Mijatovic).

Tore:
1:0 Großer (24')
2:0 Grodowski (27')
2:1 Opoku (56')
3:1 Grodowski (68')

Gelbe Karten:
Sicker, Jensen / -

Schiedsrichter:
Jarno Wienefeld

Zuschauer in der SchücoArena:
25.683

Foto: Kai Falk