Starker Start, bitteres Ende: Löwen unterliegen Hertha mit 3:5

Sturm, Ehlers und Urbich treffen an der Hamburger Straße

Beim zweiten Saisonheimspiel mussten sich die Löwen der Hertha aus Berlin mit 3:5 (2:2) geschlagen geben. Vor 21.883 Zuschauern schoss Yann Sturm die Hausherren früh in Front (10‘) bevor Kevin Ehlers auf 2:0 erhöhte (33‘). Allerdings schaffte die Alte Dame durch die Treffer von Jon Thorsteinsson (44‘) und Josip Brekalo (45‘ +4) noch vor dem Pausenpfiff den Ausgleich. Ein Eigentor von Ehlers (53‘) und ein verwandelter Elfmeter von Brekalo (69‘) brachte die Berliner nach dem Wiederanpfiff auf die Siegerstraße. Des Weiteren trugen sich noch Oluwaseun Ademi (87‘) und Jan Urbich (88‘) kurz vor dem Schlusspfiff in die Torschützenliste ein.

Ausgangslage:

Bereits zum zweiten Mal trafen beide Mannschaften in diesem Kalenderjahr an der Hamburger Straße aufeinander. Beim Heimspiel der Vorsaison stand am Ende ein 1:1-Unentschieden auf der Anzeigetafel, nachdem Max Marie eine Reese-Führung im zweiten Durchgang ausglich und die Eintracht einen wichtigen Zähler im Abstiegskampf einfuhr. Au der Pressekonferenz vor dem heutigen Spiel unterstrich Lars Kornetka die Wichtigkeit der Partie in der noch jungen Saison. „Das Spiel morgen ist brutal wichtig. Wir wollen das unbedingt gewinnen, das steht ganz oben auf der Agenda“, fasste der Löwen-Coach den Plan für das Aufeinandertreffen mit dem Hauptstadt-Club zusammen.

Aufstellung:

Gegenüber dem Pokalspiel gab es eine Veränderung bei den Blau-Gelben - Yann Sturm ersetzte Junior Zé in der Offensive. Frederik Jäkel, Robin Heußer, Sidi Sane und Jovan Mijatovic fehlten weiterhin verletzungsbedingt. Die Hertha musste hingegen die Rotsperre von Deyovaisio Zeefuik verkraften. Den frei gewordenen Platz in der Startelf sicherte sich bei den Gästen Neuzugang Mads Pedersen. Zudem gab es ein Wiedersehen mit Linus Gechter, der in der Rückrunde 2022/2023 das blau-gelbe Trikot trug.

Die Partie:

Als Schiedsrichter Richard Hempel die Partie anpfiff, waren beide Teams sofort auf Temperatur. Ohne eine lange Abtastphase suchten sowohl die Eintracht als auch die Herthaner den Weg in die Offensive. Zunächst klärte Noah Katterbach eine Brekalo-Flacke mit der Hacke (4‘) ehe Yann Sturm die Löwen früh in Führung brachte (10‘). Niklas Kolbe konnte unter Bedrängnis den Ball nicht ausreichend kontrollieren, was der 21-Jährige eiskalt ausnutzte und dem Berliner das Leder vom Fuß spitzelte. Im Anschluss hatte Sturm nur noch Marius Gersbeck vor sich, guckte den Keeper aus und vollendete zum 1:0. Die Alte Dame erhöhte nach dem Rückstand zwar die Schlagzahl, aber die Löwen bekamen immer wieder den Fuß dazwischen oder die Abschlüsse waren zu ungenau. Die Kornetka-Elf verlagerte sich ihrerseits mehr auf Konter, um die Gäste in Verlegenheit zu bringen. In der 27. Minute schien sich der Matchplan zunächst auszuzahlen, aber Julian Eitschberger vereitelte eine Doppelchance von Sturm in höchster Not. Schließlich versuchte sich Max Marie aus Drehung, wobei auch diese Chance den Weg ins Tor nicht fand (29‘). Allerdings nutzte die Eintracht das Momentum und markierte wenig später das 2:0. Nach einer Opoku-Ecke schraubte sich Kevin Ehlers im Sechzehner hoch und baute per Kopf die Löwen-Führung aus (33‘). Auch in der Folgezeit bekamen, die Zuschauer ein hochklassiges Zweitligaspiel zu sehen, in dem sich beide Seiten weitere Chancen erarbeiteten. Zunächst parierte Thorben Hoffmann überragend gegen Sebastian Grönning (35‘), ehe der Däne einen Kopfball an die Querlatte setzte (40‘). Im Gegenzug hatte Aaron Opoku die Riesenchance zum 3:0, schlenzte den Ball jedoch freistehend am Tor vorbei (41‘). Die Schlussminuten gehörten hingegen der Hertha. In der 44. Spielminute drosch Jon Thorsteinsson den Ball zum 1:2-Anschlusstreffer in die Maschen und in der Nachspielzeit gelang den Gästen sogar der Ausgleich. Nach einer eigenen Ecke verlor Mehmet Can Aydin den Zweikampf an der Mittellinie und Josip Brekalo zirkelte das Leder aus rund 40 Meter am aufgerückten Hoffmann vorbei ins Tor (45‘ +4). Ein bitteres Finish einer hochklassigen ersten Hälfte. 

Zur Pause wechselte Kornetka zweimal und brachte mit Lino Tempelmann und Jan Urbich zwei frische Kräfte. Maximilian Entrup und Samuele Di Benedetto blieben für die beiden Offensivspieler in der Kabine. Die Gäste kamen nach dem Wiederanpfiff griffiger zurück aufs Feld und setzen die Blau-Gelben früh unter Druck. Bei einer flachen Hereingabe von Thorsteinsson war Ehlers der Unglücksrabe des Abends, als er seinen Klärungsversuch unhaltbar im eigenen Tor versenkte – 2:3 (53‘). Die Löwen schüttelten sich kurz und fanden zurück in die Spur. Opoku legte quer auf den mitgelaufenen Lino Tempelmann, der zunächst an Gersbeck scheiterte und beim Nachsetzen das Leder verfehlte (60‘). Mitte des zweiten Durchgangs meldete sich jedoch der VAR Florian Lechner, da Kolbe im Strafraum zu Fall gekommen war. Nach Ansicht der Videobilder entschied der Unparteiische Hempel auf ein regelwidriges Halten von Tempelmann und somit auf Elfmeter für die Berliner. Brekalo ließ sich die Chance vom Punkt nicht entgehen und stellte auf 2:4 (69‘). Der weitere Gegentreffer ließ bei den Löwen die Beine schwer werden und es fehlte die Zielstrebigkeit, die sie über weite Strecken der Partie gezeigt hatten. Die Hertha nutzte hingegen den Rückenwind durch die gedrehte Partie und den vier Treffern, um es der Eintracht so schwer wie möglich zu machen. Schließlich war es Oluwaseun Adewumi, der eine Flanke von Jan-Luca Schuler am zweiten Pfosten volley verwerte und zum 2:5 in die Maschen beförderte (87‘). Am Ende korrigierten die Blau-Gelben die Höhe der Niederlage noch einmal. Einen Flachschuss von Opoku konnte Gersbeck nicht festmachen, sodass Jan Urbich auf 3:5 verkürzte (88‘). Am Ende verlor die Eintracht das Duell mit dem Hauptstadt-Club mit 3:5.

Am kommenden Sonntag, dem 6. September 2026, gastieren die Löwen beim Aufsteiger VfL Osnabrück. Anpfiff an der Bremer Brücke ist um 13.30 Uhr.

Das Spiel im Stenogramm:

Eintracht
Hoffmann (C) – Katterbach (Di Michele Sánchez, 63‘), Flick, Sturm (Junior Zé, 57‘), Aydin, Entrup (Urbich, 46‘), Di Benedetto (Tempelmann, 46‘), Marie, Opoku, Ehlers, Frenkert

Hertha BSC
Gersbeck – Eitschberger, Brekalo, Sessa, Grönning (Schuler, 66‘), Pedersen (Dardai, 86‘), Thorsteinsson (Alfa-Ruprecht, 82‘), Kolbe, Seguin (Klemens, 46‘), Gouram (Adewumi, 66‘), Gechter

Tore:
1:0 Sturm (10‘)
2:0 Ehlers (33‘)
2:1 Thorsteinsson (44‘)
2:2 Brekalo (45‘ +4)
2:3 Ehlers (52‘, ET)
2:4 Brekalo (69'/Elfmeter)
2:5 Adewumi (87')
3:5 Urbich (88')

Gelbe Karten:
Urbich, Tempelmann / Seguin, Thorsteinsson, Gechter, Klemens

Schiedsrichter:
Richard Hempel

Zuschauer im EINTRACHT-STADION:
21.883 Zuschauer (davon 2.546 Gäste)

Fotos:
Kai Falk