Eintracht verpasst Pokalerfolg über Union
Löwen scheiden nach 2:4-Niederlage aus DFB-Pokal aus
Nach einem starken Auftritt im DFB-Pokal unterliegen die Löwen dem 1. FC Union Berlin mit 2:4 (1:1). Vor 21.352 Zuschauern schoss Max Marie die Eintracht zweimal in Führung (11‘, 54‘), die die Gäste aus der Hauptstadt durch Zeno van den Bosch (31‘) und Tom Rothe (63‘) egalisierte. Am Ende drehte Marin Ljubicic (72‘, 90‘+4) mit seinem Doppelpack die Partie und sorgte für den Pokalerfolg der Eisernen. Trotz eines couragierten Kampfes gegen einen höherklassigen Gegner scheiden die Blau-Gelben erneut in der 1. Runde aus dem Pokal aus.
Ausgangslage:
Die Löwen gingen zwar wie in der vergangenen Saison als Außenseiter in Partie, wollten aber gegen den Bundesligisten aus Berlin erneut einen packenden Pokalfight liefern. Lars Kornetka sah sein Team aufgrund der Erkenntnisse aus den ersten beiden Ligaspielen bereit für die Partie, wobei er jedoch auf die Power und Physis der Elf von Mauro Lustrinelli hinwies. Zudem konnten die Eisernen auf eine erfolgreiche Pokalhistorie zurückblicken, in der sie sich als Zweiligist einen Platz in der UEFA-Cup Qualifikation sicherten. Positiv durfte vielen Eintracht-Fans hingegen noch die letzte Pflichtspielbegegnung in Erinnerung sein. Im Februar 2018 besiegten die Blau-Gelben die Köpenicker im heimischen EINTRACHT-STADION mit 1:0. Im DFB-Pokal kam es heute zum ersten Aufeinandertreffen beider Mannschaften.
Aufstellung:
Der Löwen-Coach ließ sich im Vorfeld nicht in die Karten schauen und veränderte seine Startelf auf vier Positionen. In der Defensive starteten Noah Katterbach und Lukas Frenkert für Fabio Di Michele Sanchez und Andi Hoti, während in der Offensive Maximilian Entrup und Junior Zé beginnen durften. Yann Sturm und Jan Urbich nahmen zunächst auf der Bank Platz. Jovan Mijatovic, hinter dessen Einsatz noch ein Fragezeichen stand, wurde nicht rechtzeitig fit und stand daher nicht im Aufgebot für das Pokalspiel. Mit Zeno van den Bosch und Emmanuel Latte Lath beorderte Union-Trainer Mauro Lustrinelli zwei Sommerneuzugänge in die erste Elf.
Die Partie:
Beide Teams starteten engagiert in das Pokalspiel, bei dem die Löwen sich durch Max Marie den ersten Abschluss erspielten. Matheo Raab war jedoch zur Stelle und lenkte den Ball über die Querlatte (7‘), bevor er sich kurz darauf geschlagen musste. Über Junior Zé gelangte das Leder ins Zentrum zu Maximilian Entrup, der das Anspiel Richtung Strafraumgrenze abtropfen ließ. Dort schaltete Marie am schnellsten und schlenzte das Spielgerät im Fallen an Union-Keeper Raab vorbei in die Maschen (11‘). Mit der frühen Führung im Rücken agierten die Blau-Gelben noch sicherer und nahmen das Heft des Handelns immer wieder in die eigenen Hände. Nach einem Befreiungsschlag nutzte Aaron Opoku den freien Raum und fand am kurzen Pfosten Entrup, der die flache Hereingabe nur knapp verpasste (22‘). Fortan investierten die Eisernen mehr und glichen nach einer guten halben Stunde aus. Bei einer Ecke stieg Zeno van den Bosch im Rücken von Florian Flick am höchsten und versenkte den Kopfball zum 1:1 (31‘). Die Löwen zeigten sich unbeeindruckt und bemühten sich um eine schnelle Antwort. Allerdings hatten sie das Pech auf ihrer Seite, als der umtriebige Noah Katterbach seinen Abschluss lediglich an die Querlatte hämmerte (36‘). Auch in der Schlussphase des ersten Durchgangs zeigte sich die Eintracht kämpferisch und sehr variabel im eigenen Spielaufbau. Trotzdem sollte die erneute Führung nicht gelingen und beide Teams verabschiedeten sich mit einem 1:1 in die Kabine. Ein kurzweiliger, spielerisch ansehnlicher erster Durchgang der Eintracht.
Beide Trainer sahen in der Pause keinen Grund für Veränderungen und schickten jeweils die identische Elf zurück aufs Grün. Die Eintracht erwischte nach dem Wiederanpfiff den besseren Start und zeigte sich immer wieder gefährlich in der Offensive, ehe in der 54. Spielminute erneut Jubel im EINTRACHT-STADION aufbrandete. Am Strafraum legte Entrup ab auf Marie, der sich nicht lange bitten ließ, und mit einem Flachschuss das 2:1 erzielte. Der Jubel war gerade verebbt, als die Blau-Gelben über Opoku einen Konter starteten. Sein Querpass auf den mitgelaufenen Di Benedetto wurde allerdings im letzten Moment abgefangen und das mögliche 3:1 verhindert (56‘). Stattdessen waren es die Köpenicker, die ihre Chance nutzten und den Spielstand erneut auf Remis stellten. Wie beim 1:1 landete ein Eckball am zweiten Pfosten, wo Tom Rothe die Situation witterte und den Ball über die Linie bugsierte (63‘). Die Gäste gewannen im Anschluss etwas Oberwasser und drehten schließlich die Partie. Den Flachschuss von Ilyas Ansah konnte Thorben Hoffmann noch parieren, aber der kurz zuvor eingewechselte Marin Ljubicic drückte das Leder letztendlich zum 2:3 über die Linie (72‘). Die Löwen stemmten sich gegen die drohende Niederlage und gingen am Ende All-in. Das nutzten die Eisernen für einen Konter und Ljubicic erzielte mit dem Schlusspfiff das 2:4. Somit unterliegen die Blau-Gelben dem Bundesligisten nach einem starken Auftritt und scheiden aus dem Pokal aus.
Der Kornetka-Elf hat derweil eine kurze Woche vor sich, bereits am kommenden Freitag, dem 28. August um 18.30 Uhr, steht das dritte Heimspiel in Serie an, wenn Hertha BSC im Liga-Alltag in Braunschweig gastiert.
Das Spiel im Stenogramm:
Eintracht
Hoffmann (C) – Katterbach (Di Michele Sánchez, 72‘), Flick, Aydin, Entrup (Urbich, 72‘), Di Benedetto (Tempelmann, 77‘), Marie, Opoku (Sturm, 77‘), Junior Zé (Hoti, 90‘), Ehlers, Frenkert
1. FC Union Berlin
Raab – van den Bosch, Kemlein, Khedira (C), Burcu (Aebischer, 75‘), Ansah, Jeong (Schäfer, 62‘), Querfeld, Rothe, Juranovic (Trimmel, 75‘), Latte Lath (Ljubicic, 62‘)
Tore:
1:0 Marie (11‘)
1:1 van den Bosch (31‘)
2:1 Marie (54‘)
2:2 Rothe (63‘)
2:3 Ljubicic (72‘)
2:4 Ljubicic (90‘ +4)
Gelbe Karten:
Aydin / Kemlein, van den Bosch, Aebischer
Schiedsrichter:
Sören Storks
Zuschauer im EINTRACHT-STADION:
21.532 (davon 2.542 Gäste)
Fotos:
Kai Falk