Heußer: "Eher zwei verlorene, als ein gewonnener Punkt"

Die Stimmen zum 0:0-Remis gegen Energie

Die Löwen nehmen vor der Länderspielpause einen Zähler in einer umkämpften Partie gegen Aufsteiger Energie Cottbus mit, verpassen aber, sich für einen intensiven Auftritt mit drei Punkten zu belohnen. Die Stimmen zum Remis.

Thorben Hoffmann:
“Das heute war für die Zuschauer nicht vergnügungssteuerpflichtig. Defensiv haben wir gut gestanden. Das ist etwas Positives, was wir aus dem Spiel mitnehmen können. Was uns in Bielefeld so abhandengekommen ist, dieses in der Box zu verteidigen, das ist uns heute gut gelungen. Dafür war es offensiv umso weniger. Wir haben falsche Entscheidungen getroffen, waren oft unsauber. Ich würde schon sagen, dass wir einige gute Situationen hatten, aber die waren nicht klar genug. Dann hast du dazu auch noch einen Gegner, der auch noch probiert, einen Fuß vorzukriegen. Insgesamt hat das heute überhaupt nicht geklappt. Trotzdem ist es positiv, dass wir eben in diese Situationen kommen. Was wir heute daraus gemacht haben, war viel zu wenig. Wir haben schon oft gezeigt, dass wir viele Tore schießen können. So hadert jeder in der Kabine gerade ein bisschen damit. In den ersten 15 Minuten hat man das Momentum schon auf unserer Seite gespürt, mit dem Pfostenschuss war es dann irgendwie weg. Es ist daher umso bitterer, dass du dich in dieser guten Phase, die ja da war, nicht belohnst. Es ist leider nicht das erste Mal, dass wir gut in eine Partie starten und dann ein oder zwei Szenarien dafür sorgen, dass wir ein wenig aus der Bahn geworfen werden. Wir haben es oft angesprochen, aber anscheinend noch nicht die perfekte Lösung dafür gefunden. Dass so aber auch jeder Punkt goldwert sein kann, haben wir in unserer vergangenen Saison gesehen. Auch, wenn wir uns heute für eine kämpferische Leistung nicht belohnen konnten.”

Robin Heußer:
“So kurz nach dem Spiel fühlt es sich an, als wären es eher zwei verlorene statt einem gewonnenen Punkt. Wir sind gut ins Spiel reingestartet, haben uns Chancen erarbeitet, haben den Ball erobert, aber kamen dann nicht zu entscheidenden Abschlüssen. Das müssen wir uns am Ende vorwerfen. Wenn wir so viel investieren und dann auch die Bälle gewinnen, dann muss es fackeln, dann muss zumindest ein Abschluss rauskommen. Da muss so eine gefährliche Situationen auch mal ausgenutzt werden und daran müssen wir arbeiten. Das macht am Ende schon einiges aus, ob du dann eine Chance direkt nutzt oder nicht. Wir wissen auch, wie schnell es in die andere Richtung kippen kann. Das ist ja das Gefährliche, wenn du vorne den Treffer nicht erzielst. So kommt hinten ein Angriff bei dem Cottbus an den Pfosten schießt.
Wenn es da klingelt, dann ist das Momentum wieder komplett gekippt. Das muss uns eine Lehre sein, dass wir einfach sorgsamer mit unseren Chancen umgehen, sie zu Ende bringen und die Tore machen. Ich habe das Gefühl, wir haben im zweiten Durchgang nicht mehr so den letzten Pressing-Effekt bekommen. Wir waren nicht mehr in den entscheidenden Duellen vorne. Wir kamen so ein bisschen einen Schritt zu spät.
Das hat sich ab der 70. wieder verändert. Klar, dann auch durch frische Beine. Das müssen wir aber eben über 90 Minuten hinbekommen.”

Lars Kornetka:
“Es war für uns wichtig, wieder zurückzukommen. Ich finde, dass wir gut aus der Kabine gekommen sind und viel von dem gezeigt haben, was uns zuletzt nicht geglückt ist. Nämlich, dass wir engagiert, aggressiv, fordernd spielen wollen. Wir wollen mit dem Ball Momente kreieren und gegen den Ball wieder stabil sein und nichts zulassen. Das ist uns in der ersten Halbzeit über sehr viele Strecken gelungen. Es gab aber ein paar Situationen, die nicht gut waren. Die Situation mit dem Pfostenschuss war eine richtig große Chance, da kann das Spiel in eine andere Richtung kippen - obwohl wir vorher sehr gut drin waren. Wir haben es zwar schon geschafft, ins letzte Drittel zu kommen und Cottbus dann in der eigenen Hälfte einzuschnüren, aber es nicht geschafft, klare Torchancen zu erspielen. In der zweiten Halbzeit dreht sich das Spiel auf einmal, dann war Cottbus am Drücker. Wir haben es nicht geschafft, Druck draufzukriegen und mussten viele Standards verteidigen. Mich freut, dass wir das heute sehr gut gemacht haben. Mit unseren Wechseln gab es nochmal frischen Wind und wir hatten wieder Momente. Das Unentschieden geht schon so in Ordnung. Ich bin mit meiner Mannschaft deswegen so zufrieden, weil wir vieles von dem umsetzen konnten und raus sind aus dem Gefühl, dass wir in Bielefeld kein gutes Spiel gemacht haben. Aufwand, Engagement, gute Trainingsleistungen und vor allem Spielwille und Spielwitz lohnen sich, das ist eine wichtige Botschaft, die wir mitnehmen können in die nächsten Spiele.”

Claus-Dieter Wollitz (Cheftrainer FC Energie Cottbus):
“Ich glaube, dass die Eintracht unglaublich aus der Kabine gekommen ist und viel Druck gemacht hat. Sie haben in den ersten 15 Minuten jeden Ball zurück erobern können, hatten alles unter Kontrolle und viele Abschlüsse - zum Glück aber keine großen Torchancen. Mit der ersten guten Aktion von uns, mit dem Pfostenschuss, war dann das Spiel etwas offener. Nach der Halbzeit hatten wir dann die guten Momente, die Braunschweig in der ersten Hälfte hatte, aber ebenfalls keine Torchancen. Am Ende ist es aus meiner Sicht mehr als ein gerechtes Ergebnis. Ich glaube, dass wir heute mit der Stabilität erst einmal zufrieden sein können.”

Foto: Kai Falk

Die Pressekonferenz nach der Partie im Re-Live!