Traumstart für die alte Dame
Hertha BSC in der Vorschau
Nächster Hauptstadtklub an der Hamburger Straße! Nach dem Pokalduell mit Union Berlin empfängt die Eintracht am Freitagabend um 18.30 Uhr mit Hertha BSC direkt den nächsten Verein aus der Hauptstadt im EINTRACHT-STADION. Die „Alte Dame“ ist mit der Maximalausbeute von sechs Punkten in die neue Zweitliga-Saison gestartet und löste am vergangenen Wochenende zudem das Ticket für die zweite Runde des DFB-Pokals. Alles Wichtige zum kommenden Gegner gibt es in unserer Vorschau.
Wissenswertes
- Effektiv vor dem Kasten: Hertha kam zum Saisonstart zwar nur auf 29 Torschüsse, zeigte sich dabei aber äußerst effizient. Aus einem xGoals-Wert von 2,9 erzielten die Berliner fünf Treffer. Damit waren sie das effektivste Team der Liga. In der vergangenen Saison war die Bilanz am Ende noch umgekehrt: Auf mehr als 54 erwartete Tore kamen lediglich 47 tatsächliche Treffer. Darüber hinaus benötigten nur zwei Mannschaften aktuell durchschnittlich weniger Torschüsse für ein Tor als Hertha BSC (6).
- Langer Hafer: Die Hauptstädter gehören derzeit zu den Mannschaften, die die meisten langen Bälle spielen. 83-mal suchte die Elf von Chefcoach Stefan Leitl auf diese Art und Weise den Weg nach vorne. Das ist insgesamt in der 2. Bundesliga Platz vier in dieser Kategorie.
- Aggressiv ins neue Jahr: Die Berliner haben in der noch jungen Saison 56 Prozent ihrer Zweikämpfe gewonnen. Ligaweit ist das der Bestwert. Offenbar zahlt sich ihr größerer Einsatz aus: Während Hertha in der vergangenen Saison die wenigsten direkten Duelle aller Teams führte, liegt die Mannschaft 2026/27 bei den Zweikämpfen auf Platz zwei hinter dem VfL Bochum.
Unter Beobachtung
- Sebastian Grønning: Der Däne hat einen Traumstart hingelegt. In Bochum erzielte der Mittelstürmer per Lupfer das einzige Tor des Abends, gegen Heidenheim legte er bereits in der zweiten Minute per Flugkopfball nach. Damit traf Grønning an den ersten beiden Spieltagen jeweils und ist aktuell Herthas treffsicherster Akteur. Der 29-Jährige war erst im vergangenen Sommer vom FC Ingolstadt in die Hauptstadt gewechselt.
- Josip Brekalo: Der Kroate geht seit dieser Saison als Kapitän der „Alten Dame“ voran. Nachdem der 28-Jährige bereits in der Rückrunde der vergangenen Spielzeit mit drei Treffern und zwei Vorlagen in zwölf Einsätzen auf sich aufmerksam machte, übertrug ihm Cheftrainer Stefan Leitl im Sommer die Binde. Brekalo bringt reichlich internationale Erfahrung mit: Neben 35 Länderspielen für Kroatien stehen für den Offensivspieler unter anderem Stationen beim VfL Wolfsburg, AC Florenz und FC Turin in der Vita. Auch in der noch jungen Spielzeit konnte er schon eine Vorlage beisteuern.
- Farid Alfa-Ruprecht: Geschwindigkeit ist die große Stärke des 20-Jährigen. Erst vor wenigen Tagen lieh Hertha den Flügelspieler für eine Saison von Bayer Leverkusen aus. In der vergangenen Spielzeit lief der deutsche U20-Nationalspieler für den VfL Bochum auf und kam in 26 Zweitliga-Partien auf drei Tore und drei Vorlagen. Einen Treffer davon erzielte er im Rückspiel der Eintracht an der Castroper Straße. Nach dem Abgang von Marten Winkler soll er nun auf den Berliner Außenbahnen für Tempo und Dynamik sorgen.
Die Lage
Zwei Spiele, sechs Punkte und 5:1-Tore: Hertha BSC hat den Fehlstart aus der vergangenen Saison diesmal vermieden. Nach dem 1:0 beim VfL Bochum legten die Berliner beim Heimauftakt gegen Bundesliga-Absteiger Heidenheim eindrucksvoll nach. Bereits nach 35 Minuten stand es 3:0, am Ende feierte die Mannschaft von Stefan Leitl einen deutlichen 4:1-Erfolg. Damit erwischte die „Alte Dame“ ihren besten Saisonstart seit der Spielzeit 2018/19. Dabei stand der Sommer in Berlin zunächst im Zeichen eines größeren Umbruchs. Zahlreiche Spieler verließen den Verein, gleichzeitig wurde der Kader verjüngt und neu ausgerichtet. Auch Leistungsträger wie Fabian Reese wechselten den Arbeitgeber. Die ganz großen Aufstiegsansagen blieben vor Saisonbeginn diesmal aus. Nach einer enttäuschenden Vorsaison, in der die Berliner den eigenen Ansprüchen hinterherliefen, soll unter Leitl vor allem wieder Konstanz einkehren. Der Saisonstart deutet bislang darauf hin, dass die neue Mischung schnell zusammengefunden hat. Dass noch nicht alles reibungslos läuft, zeigte allerdings der DFB-Pokal. Beim 1. FC Saarbrücken tat sich Hertha am vergangenen Samstag lange schwer. Paul Seguin brachte die Gäste in Führung, in der Nachspielzeit kassierten sie jedoch noch den Ausgleich. Nach torloser Verlängerung musste das Elfmeterschießen entscheiden. Dort wurde Marius Gersbeck zum Matchwinner: Der Schlussmann parierte zwei Versuche und sicherte den Berlinern das Weiterkommen. So reist Hertha mit drei Pflichtspielerfolgen im Rücken nach Braunschweig. Während die Berliner ihre perfekte Bilanz in der 2. Bundesliga ausbauen wollen, möchten die Löwen nach der Heimniederlage gegen Bochum am vergangenen Spieltag wieder Zählbares einfahren. Das jüngste Aufeinandertreffen an der Hamburger Straße dürfte beiden Seiten dabei noch gut in Erinnerung sein: In der vergangenen Saison trennten sich Eintracht und Hertha mit 1:1. Nun wartet am Freitagabend die nächste Ausgabe dieses Traditionsduells.
Letzte Begegnung
Mitte April dieses Jahres war der BSC zuletzt an der Hamburger Straße zu Gast. Die Eintracht erwischte damals einen engagierten Start, musste jedoch bereits nach elf Minuten den Rückstand hinnehmen. Nach einem Foul von Thorben Hoffmann an Jan-Luca Schuler parierte der Schlussmann den fälligen Strafstoß von Fabian Reese zunächst stark, war beim Nachschuss des Hertha-Kapitäns allerdings machtlos. In der Folge taten sich die Löwen gegen die gut organisierte Berliner Defensive schwer, während die Gäste mehrfach die Chance hatten, ihre Führung auszubauen. Schuler traf unter anderem nur den Pfosten. Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Eintracht bemüht und kam durch Lino Tempelmann, Jovan Mijatovic und Faride Alidou zu guten Möglichkeiten, doch Hertha-Keeper Tjark Ernst hielt seinen Kasten zunächst sauber. Eine entscheidende Wendung nahm die Partie in der 73. Minute, als Kennet Eichhorn nach VAR-Eingriff wegen groben Foulspiels die Rote Karte sah. Die Überzahl nutzte die Eintracht wenige Minuten später: Max Marie traf zum verdienten Ausgleich. In der Schlussphase drängten die Löwen sogar noch auf den Sieg, konnten die Partie aber nicht mehr drehen. So stand am Ende ein 1:1-Unentschieden, mit dem sich die Eintracht nach einem engagierten Auftritt unter Neu-Coach Lars Kornetka einen weiteren Punkt im Kampf um den Klassenerhalt sicherte.
Foto: DFL/Getty Images/Lukas Schulze