Auf in die Bundesliga!
Der FC Schalke 04 in der Vorschau
Zum Abschluss geht's auf Schalke! Der S04 geht als frischgebackener Meister und Aufsteiger in den 34. Spieltag, will sich im letzten Saisonspiel aber trotz ausgelassener Feierlichkeiten noch einmal seriös und mit einem starken Auftritt präsentieren. Wir werfen einen Blick auf den Gegner aus dem Ruhrpott.
Wissenswertes
- Ein gutes Pferd springt nur so hoch…: Trotz der drei jüngsten Gegentore beim Club verfügt Schalke mit insgesamt 31 Gegentreffern weiterhin mit Abstand über die stabilste Abwehr der 2. Bundesliga. Bemerkenswert: Nach 34 Spieltagen kassierte Schalke in der Vorsaison noch exakt doppelt so viele Treffer. In der Offensive hat sich das Team im Laufe der Saison zwar verbessert, dennoch sprechen durchschnittlich 46 Prozent Ballbesitz und die ligaweit schwächste Passquote weiterhin für ein klein wenig Luft nach oben.
- Vorsicht, Ballverlust!: Nur die SV Elversberg verwandelte gegnerische Ballverluste häufiger in Tore als Schalke. Insgesamt gelang den Königsblauen das 13-mal.
- Nicht per Kopf, nicht aus der Distanz: Schalke kassierte im gesamten Saisonverlauf lediglich ein Gegentor nach einem Abschluss außerhalb des Strafraums. Das ist Ligabestwert. Und nicht nur da sind die Knappen konsequent: Nur gegen zwei Mannschaften kamen die Gegner seltener per Kopf zum Torabschluss als gegen Schalke. Insgesamt ließ die Defensive lediglich 61 Kopfballabschlüsse zu.
Unter Beobachtung
- Kenan Karaman: Der Kapitän geht voran! 19 Scorer (14 Tore und fünf Vorlagen) sind der interne Spitzenwert der Muslic-Elf. Auf und neben dem Platz ist er der Motivator. Sein sehenswerter Treffer gegen Düsseldorf sicherte die Rückkehr in die Bundesliga. Fünfmal avancierte er mit seinen Toren zum entscheidenden Matchwinner für Königsblau.
- Edin Dzeko: Keiner bei S04 verfügt über mehr internationale Klasse. Der 40-Jährige ist auch im fortgeschrittenen Fußballeralter eine echte Waffe. In bisher zehn Spielen traf er sechsmal. Nach seiner Schulterverletzung soll er gegen die Löwen wieder eine größere Rolle spielen.
- Loris Karius: Der Schlussmann ist nicht nur vor kurzem Papa geworden, sondern auch zwischen den Pfosten der Rückhalt der Gelsenkirchener. Mit seinen starken Reflexen, seiner Präsenz im Strafraum und wichtigen Paraden in entscheidenden Momenten hatte er einen großen Anteil am großen Erfolg der Saison.
Die Lage
Der FC Schalke 04 geht als feststehender Zweitliga-Meister in den letzten Spieltag - sportlich allerdings mit einer kleinen Delle. Nach Aufstieg, Meisterschaft und mehreren Tagen Feierlichkeiten kassierten die Königsblauen beim 0:3 in Nürnberg eine verdiente Niederlage. Trainer Miron Muslic und die Spieler machten dabei keinen Hehl daraus, dass die intensive Party-Woche inklusive Ibiza-Trip Spuren hinterlassen hatte. Vor allem die fehlende Frische war in Nürnberg deutlich sichtbar. Schalke wirkte phasenweise schläfrig, verlor viele Duelle und kam defensiv wie offensiv kaum an sein gewohntes Niveau heran. Stürmer Edin Dzeko sprach nach dem Spiel offen von „schweren Beinen“ und scherzte sogar über „vielleicht noch etwas Alkohol“ im Körper. Gleichzeitig betonten Mannschaft und Trainer aber, dass die Leistung trotz aller Feierlichkeiten nicht den eigenen Ansprüchen entsprochen habe. Vor dem Saisonfinale gegen die Löwen lautet die klare Ansage deshalb: zurück in den „Performance-Modus“. Muslic kündigte an, Schalke wolle sich als „würdiger Champion“ präsentieren und die Saison seriös zu Ende spielen. Hintergrund ist auch die sportliche Bedeutung der Partie für die Eintracht im Abstiegskampf. Die Atmosphäre rund um Schalke bleibt trotz der Niederlage äußerst positiv. Mannschaft, Trainerteam und Fans befinden sich nach dem direkten Wiederaufstieg weiter im Ausnahmezustand. Sportlich ist die Ausgangslage ungewöhnlich. Schalke hat sein großes Ziel bereits erreicht, will sich vor der Meisterehrung im letzten Heimspiel aber keinesfalls mit einer weiteren schwachen Vorstellung verabschieden. Entsprechend ist trotz Feierlaune mit einem deutlich fokussierteren Auftritt zu rechnen als zuletzt in Nürnberg.
Letzte Begegnung
Die Eintracht hat sich im letzten Heimspiel des Kalenderjahres 2025 mit einem starken Auftritt gegen den damaligen Tabellenführer aus Gelsenkirchen belohnt und einen verdienten 2:1-Heimsieg gefeiert. Die Löwen starteten mutig und zielstrebig in die Partie und waren von Beginn an hellwach. Defensiv stand Blau-Gelb äußerst kompakt und ließ die Gäste kaum zur Entfaltung kommen. Offensiv setzte die Eintracht immer wieder Nadelstiche – die beste Möglichkeit der ersten Halbzeit hatte Leon Bell Bell, dessen Direktabnahme nach Vorarbeit von Robin Heußer nur knapp am Pfosten vorbeirauschte. Auch nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Löwen griffig und belohnten sich schließlich für ihren couragierten Auftritt. Nachdem ein Schuss von Erencan Yardımcı zunächst geblockt worden war, landete der Ball bei Mehmet Aydin, der ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub humorlos zur verdienten Führung einschoss (60'). Kurz darauf hätte Christian Conteh beinahe direkt nachgelegt, scheiterte im Eins-gegen-eins jedoch am Schalker Schlussmann. Die Eintracht blieb das klar aktivere Team und hatte die Partie über weite Strecken im Griff. Trotz zweier verletzungsbedingter Wechsel ließen die Blau-Gelben defensiv kaum etwas zu und setzten offensiv weiter Akzente. Für die Vorentscheidung sorgte schließlich Sidi Sané, der nach starker Vorarbeit von Yardımcı mit seinem ersten Profitor sehenswert auf 2:0 erhöhte (85'). Zwar kamen die Gäste kurz vor Schluss noch zum Anschlusstreffer, doch die Löwen verteidigten die Führung mit großer Leidenschaft über die Zeit. So stand am Ende ein verdienter Heimsieg gegen den Spitzenreiter – und ein stimmungsvoller Jahresabschluss im EINTRACHT-STADION.
Foto: DFL/Getty Images/Fabio Deinert