Aus dem Sumpf gekämpft
Fortuna Düsseldorf in der Vorschau
Die Fortuna kommt! Die Gäste aus Düsseldorf präsentieren sich derzeit als ein kompaktes, laufstarkes Team mit klaren Stärken auf beiden Seiten des Balles. Offensiv setzen die Rheinländer auf Flanken und Kopfballgefahr, defensiv erlauben sie nur selten gefährliche Chancen – eine Kombination, die ihnen zuletzt wichtige Erfolge bescherte.
Wissenswertes
- Hoch ins Zentrum: Die Fortuna schlägt ligaweit die meisten Flanken (322) und verwertet diese auch am meisten. 78 Torschüsse aus den Hereingaben kann in der 2. Bundesliga derzeit keine Mannschaft toppen. Nur Paderborn gab aktuell mehr Torschüsse per Kopfball ab als Düsseldorf (72).
- Die Abwehr hält dicht: Die Gäste vom Rhein haben defensiv zu neuer Stärke gefunden. Abermals ist nur Paderborn in einer Statistik besser: Die Elf von Coach Markus Anfang ließ mit 26 Großchancen in dieser Kategorie die zweitwenigsten aller Zweitligisten zu.
- Wie vorne, so hinten: Düsseldorf ließ bisher in der gesamten Saison nur vier Gegentore nach einer Flanke aus dem Spiel zu. Einzig Aufsteiger Bielefeld verteidigt Hereingaben der Gäste noch besser.
Unter Beobachtung
- Cedric Itten: Der Schweizer Angreifer ist ein Garant für Erfolg - trifft er, feiern die Düsseldorfer fast immer einen Sieg. Bei gleich sieben der bis dato neun Dreier konnte sich der 29-Jährige in die Torschützenliste eintragen.
- Florent Muslija: Der windige Offensivmann sorgt vor allem mit seinem Dribblings und seiner Schusstechnik für Gefahr. Hinzu kommt seine gute Übersicht für die postierten Mitspieler, ganze 61 Torschussvorlagen bedeuten ligaweit Platz zwei in dieser Statistik hinter Magdeburgs Baris Atik.
- Anouar El Azzouzi: Der Dauerläufer der Düsseldorfer geht vor allem im Mittelfeld viele Wege. Immer wieder verdichtet er die Räume und spulte bisher ganze 271 Kilometer ab, das ist der siebthöchste Wert der 2. Bundesliga. Nur Torhüter Florian Kastenmeier stand deshalb bei den Gästen mehr auf dem Platz, als der Marokkaner.
Die Lage
Drei Punkte in Nürnberg. Sechs Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Platz 10. Die Fortuna hat sich im Abstiegskampf ein Polster verschafft und mit nun wieder einmal zwei Siegen in Serie einen Befreiungsschlag gelandet. Trainer Markus Anfang übernahm nach dem Hinspiel der Löwen am Rhein für den entlassenen Daniel Thioune und lange schien es so, als könnte auch er den taumelnden Traditionsverein nicht einfangen. Aus seinen ersten acht Pflichtspielen an der Seitenlinie gab es nur einen Sieg, doch seit Weihnachten läuft es am Flinger Broich anders. Nur zwei Niederlagen kamen seit dem 17. Spieltag noch hinzu, einzig Hannover sammelte seitdem mehr Punkte. Die Fortuna hat sich berappelt und schielt nun mit dem erfahrenen Fußballlehrer darauf, sich zumindest vorerst fast aller Abstiegssorgen zu entledigen. Dass sich das Team aus der Rheinmetropole so stark verbessert zeigt, hat auch mit der Defensive zu tun. Nur sieben Gegentore in der Rückrunde sind ein absoluter Ligabestwert. In der Hinrunde kassierte Fortuna im Schnitt 1,6 Gegentore pro Spiel, während dieser Wert in der Rückrunde auf 1,0 gesunken ist. "Wir wissen, dass wir einen harten Weg vor uns haben. Wir haben endlich mal ein Auswärtsspiel gewonnen. Wir hatten gute Spiele auswärts dabei, bei denen wir die Tore nicht gemacht haben. Auch diesmal haben wir wieder viel liegengelassen“, erklärte Coach Anfang nach der Partie in Nürnberg. Genau hier liegt nämlich das Hauptproblem der Düsseldorfer: Mit lediglich 24 Treffern in 25 Partien stellt F95 eine der schwächsten Offensiven der 2. Liga.
Letzte Begegnung
Eintracht übernahm am 9. Spieltag in der MERKUR SPIEL-ARENA von Beginn an die Kontrolle, ohne sich zunächst klare Chancen zu erspielen. Für F95-Coach Markus Anfang war es das erste Pflichtspiel an der Seitenlinie bei der Fortuna. Den ersten Treffer der Partie erzielte dann allerdings Chris Conteh nach einem Solo im Strafraum zum 1:0 – gleichzeitig das 1000. Zweitligator der Löwen (25'). Kurz vor der Halbzeit erhöhte Max Marie nach einem feinen Pass von Conteh auf 2:0 (39'), ein Kopfball von Florian Flick verfehlte knapp das dritte Tor. Nach der Pause kam Düsseldorf besser ins Spiel. Christian Rasmussen sorgte zunächst selbst für Gefahr und bereitete dann den Anschlusstreffer von Kenneth Schmidt zum 2:1 vor (65'). Eintracht verteidigte danach konzentriert und leidenschaftlich, Torwart Thorben Hoffmann parierte mehrfach stark, sodass der Auswärtssieg trotz Druck durch die Gastgeber und sieben Minuten Nachspielzeit nicht mehr in Gefahr geriet. Ein verdienter Dreier für die Löwen, die damals eine Sieglosserie von über zwei Monaten beendeten.